Der Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie, ist nach dem Fotografen und legendären Fotografieprofessor Otto Steinert (1915–1978) benannt, dessen Ausbildung an der Folkwangschule Essen ab Mitte der 60erJahre viele bekannte Fotojournalist*innen sowie künstlerische Fotograf*innen hervorbrachte.

Die Sektion Bild vergibt alle zwei Jahre ein oder mehrere Arbeitsstipendien für noch zu erstellende fotografische Arbeiten. Dafür werden von den Bewerber*innen Beispiele der laufenden Arbeit eingereicht. Die Vergabe ist an keine stilistische Ausrichtung oder Thematik gebunden. Um die Förderung können sich alle professionell tätigen Fotograf*innen (Studierende ab dem 4. Semester) sowie mit Fotografie arbeitende Künstler*innen bewerben, die zur Zeit ihrer Bewerbung Deutsche sind oder ihren ständigen Wohnsitz in Deutschland haben.

Wer war Otto Steinert und warum heißt der Preis so? 

Otto Steinert (geb. 1915 in Saarbrücken, gest. 1978 in Essen) war Mediziner, Fotograf sowie Fotografieprofessor und gilt als einer der einflussreichsten Lehrer und Vermittler von Fotografie in Deutschland. 1947 eröffnete Steinert in Saarbrücken sein erstes Atelier für künstlerische Fotografie. Ein Jahr später begann er dort als Leiter der Fotoklasse an der Staatlichen Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk zu unterrichten, deren Direktor er 1952 wurde. 

Bereits 1949 gründete er gemeinsam mit Siegfried Lauterwasser, Peter Keetman, Wolfgang Reisewitz, Toni Schneiders und Ludwig Windstosser die avantgardistische Fotografengruppe fotoform. 1953 traten Heinz Hajek-Halke und Christer Christian der Gruppe bei. Die Mitglieder verstanden sich als künstlerisch arbeitende Fotografen, die das fotografische Experiment suchten und sich in der Tradition des „Neuen Sehens“ der 1920er Jahre sahen. Gemeinsam entwickelten sie die Stilrichtung der „subjektiven Fotografie“, die durch formale Abstraktion, Experimentierfreude, einen individuellen künstlerischen Standpunkt und freie Gestaltung geprägt war. 

1959 nahm Steinert eine Lehrtätigkeit an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen auf, nachdem er bereits 1954 in Saarbrücken zum Professor ernannt worden war.

Otto Steinert war seit 1951 Mitglied und ab 1976 Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh)1962 wurde ihm der Kulturpreis der DGPh verliehen. 1999 erhielt auch die Gruppe fotoform (mit Siegfried Lauterwasser, Wolfgang Reisewitz und Toni Schneiders) diese Auszeichnung. 

Eskildsen, Ute, "Steinert (bis 1916 Burger), Otto" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 191-193 [Online-Version]

 

Zum Online-Portal Preise der Deutschen Gesellschaft für Photographie 

A Collection of Valuable Copies, 2025 - ongoing, © Samuel Solazzo (in Kooperation mit der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig)
A Collection of Valuable Copies, 2025 - ongoing, © Samuel Solazzo (in Kooperation mit der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig)
A Collection of Valuable Copies, 2025 - ongoing, © Samuel Solazzo (in Kooperation mit der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig)
A Collection of Valuable Copies, 2025 - ongoing, © Samuel Solazzo (in Kooperation mit der Gipsabguss-Sammlung des Antikenmuseums der Universität Leipzig)