Nachruf für Hans-Eberhard Hess

Hans-Eberhard Hess vor dem Münchner Stadtmuseum. Foto: Susanne Wagner
Hans-Eberhard Hess vor dem Münchner Stadtmuseum. Foto: Susanne Wagner
Ein bisschen ein Geheimnis bleiben
Zum Tod des Journalisten und Blattmachers Hans-Eberhard Hess

Irgendwie war er immer beides: Kommunikativ und verschlossen, mitteilsam und diskret, offen und dabei Distanz wahrend. Keinesfalls Kumpel, aber unbedingt Kollege. Er konnte wunderbar parlieren, ein Meister des Smalltalk, ohne je Persönliches preiszugeben. In großer Runde fühlte er sich wohl, hielt sich aber doch zurück mit allzuviel Privatem. Er hatte Stil, auch wenn sich nicht genau sagen lässt, worin dieser bestand. Aber er pflegte dieses Besondere, diese Haltung. Er fiel auf, ohne wirklich aufzufallen. Eine spezielle Form von Mimikry, die er zeitlebens pflegte. Man traf ihn verlässlich auf Messen, Festivals, Pressekonferenzen. Gern grüßte er dann aus der Ferne. Ein Lächeln, ein Nicken, ohne dass er das laufende Gespräch unterbrochen hätte. Seit buchstäblich Jahrzehnten war er Teil einer Szene, deren jüngere Erosion ihn scheinbar nicht berührte. Er blieb sich treu, in seiner Art, seinen Vorlieben und Interessen, vor allem in der Weise, in der er sein Blatt durch den medialen Wandel navigierte: Einhandsegler, nicht Korvettenkapitän.

image market 2021 – Corona und die Bildbranche

Spätestens seit Februar 2020 beherrscht die Covid 19-Pandemie die Medien weltweit - und die Arbeit der Medienschaffenden rund um den Globus. Dabei sind besonders Bildagenturen und Fotograf*innen von erheblichen berufspraktischen und finanziellen Auswirkungen betroffen. Infolge der weltweiten Einschränkungen werden Anlässe für eine Berichterstattung gestrichen oder verschoben, während viele werbetreibende Unternehmen Budgets kürzen. Der geringere Bedarf an Bildmaterial trifft Fotograf*innen und Bildagenturen zum Teil massiv.