Künstliche Intelligenz und ihre Folgen für die Zusammenarbeit von Bildagenturen, Fotografinnen und Fotografen sowie journalistischen und werblichen Medien.
Der Ergebnisbericht der achten Erhebung zum deutschen Bildermarkt der Arbeitsgruppe „image market – business trends“ am Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography der Hochschule Hannover liegt vor. Der Bericht ist eine spannende Lektüre, die deutliche und zum Teil auch überraschende Ergebnisse präsentiert.
So ist die Zahl der Medien, die planen, in Zukunft KI-generierte Bilder oder Videos zu nutzen, deutlich angestiegen. Lag ihr Anteil im letzten Jahr noch bei 46,2 Prozent, sind es mittlerweile schon 56,6 Prozent. Als Begründung geben die Befragten vor allem an, „visuelle Konzepte kreativ darstellen“ zu wollen. In der Folge wird sich die Vergabe von Aufträgen zur Produktion von Fotos und Videos ebenso wie die Nachfrage nach Archivmaterial verändern. Während 40,4 Prozent der Verantwortlichen in journalistischen Medien durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz weniger Aufträge vergeben und Archivmaterial beschaffen werden, sind es im Bereich von Werbung und PR sogar 65,2 Prozent der Befragten.
In dieser Situation erstellen gleichzeitig nur wenige Fotografinnen und Fotografen selbst Bilder mittels Künstlicher Intelligenz. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den befragten Bildagenturen. Von ihnen boten nur zwei der befragten Agenturen KI-generiertes Bildmaterial an. Darüber hinaus lehnen es die Bildagenturen ebenso wie die befragten Fotografinnen und Fotografen aktuell mit jeweils über 90 Prozent ganz deutlich ab, Bilder oder Videos für KI-Trainings zur Verfügung zu stellen.
In ihren Vorstellungen vom Umgang mit Künstlicher Intelligenz trennt Fotografinnen und Fotografen sowie Agenturen auf der einen Seite und diejenigen, die ihre Bilder veröffentlichen, inzwischen ein tiefer Graben.
Der gesamte Ergebnisbericht hier als PDF zum Download.
Interessierte erhalten die Ergebnisse kostenlos unter http://www.larsbauernschmitt.de/forschung/ .