Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. – Archiv der DDR-Opposition, Berlin
Die Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. wurde im November 1990 von Mitgliedern des ‚Neues Forums‘, der größten im Vorjahr entstandenen Oppositionsgruppierung der Friedlichen Revolution, als politischer Bildungsverein gegründet. In Veranstaltungen, Ausstellungen und unterschiedlichen Bildungsformaten wird die Geschichte von Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der SBZ/DDR vermittelt.
Die Arbeitsgrundlage der Robert-Havemann-Gesellschaft ist ihr "Archiv der DDR-Opposition", welches im Jahr 2017 in die Liste national wertvollen Kulturgutes aufgenommen wurde. Kernaufgabe des Archivs ist es, Quellen zu Opposition und Widerstand gegen die SED-Diktatur sowie Unterlagen von Aufarbeitungs- und Opferinitiativen und Zeugnisse aus dem Alltag der Transformation ab 1990 zu sichern und zugänglich zu machen. Im Archiv finden sich Überlieferungen zahlreicher unabhängiger Friedens-, Umwelt- und Menschenrechtsgruppen in der DDR sowie Vor- und Nachlässe von über 150 Personen, die sich dem kommunistischen Regime auf unterschiedliche Weise widersetzten. Neben dem umfangreichen Schriftgutbestand und einer vielfältigen Sammlung von audio-visuellem Archivgut und musealen Objekten enthält das Archiv ein Fotoarchiv, in dem ca. 1 Millionen Fotografien gesichert werden.
Das Fotoarchiv umfasst zurzeit 78 Einzelbestände von Fotografinnen und Fotografen und sieben teils umfangreiche Fotosammlungen. Im Archiv vereinigen sich Fotobestände von privaten Personen bis hin zu professionellen Kunst-, Architektur- und Pressefotograf*innen.
Sammlungsschwerpunkte bilden die Geschichte von Opposition und Widerstand gegen die SED-Diktatur von 1946 bis 1989/90, der Friedlichen Revolution im Herbst 1989, dem Mauerfall und dem Weg zur Deutschen Einheit ergänzt durch Alltagsfotografien, Motiven zum Städteverfall und den verschiedenen Subkulturen in der DDR. Weitere Sammlungsschwerpunkte bilden der Transformationsprozess ab 1990 in den neuen Bundesländern sowie die Dokumentation der Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Die Fotos werden mit der Archivsoftware AUGIAS verzeichnet und können vor Ort in der Datenbank recherchiert werden. Erste Fotos sind über eine Online-Datenbank bestellbar.
Neben der Fortführung der Erschließung und Digitalisierung von bereits gesicherten Fotomaterialien werden stetig neue Fotobestände und Nachlässe im Archiv aufgenommen.
Die Fotografien stehen der Forschung und der politischen Bildungsarbeit zur Verfügung, werden von Wissenschaftler*innen, Künstler*innen und Journalist*innen für unterschiedlichste Formate genutzt und finden Verwendung in Film- und Fernsehdokumentationen.
Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. – Archiv der DDR-Opposition
Ruschestraße 103
Haus 17
10365 Berlin
Deutschland
Ansprechpartner:
Christoph Ochs
Wissenschaftlicher Mitarbeiter/Fotoarchiv
christoph.ochs@havemann-gesellschaft.de
Tel.: +49 30 577 9980 23


















