Köln, 20. August 2026  – Unter dem Leitmotiv „We Celebrate Photography" begeht die Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V. (DGPh) ihr 75-jähriges Bestehen mit einem ganzjährigen, partizipativen Programm. Den Auftakt bildete am 18. April die Fotoaktion Moment of Exposure; fortgesetzt wird das Programm mit dem Open Call Tomorrow Will Be Yesterday (Einreichungen noch bis 21. August 2026 über picter.com). Am 19. September werden bei Fotografiska Berlin – Location- und Kollaborationspartner der DGPh – im Ballroom kuratierte Arbeiten aus allen Einreichungen bei Live-Musik auf einer großformatigen LED-Wand präsentiert, zeitgleich mit dem letzten Wochenende der Anton-Corbijn-Ausstellung. Die Auswahl trifft eine internationale Jury mit Kathy Ryan, ausgezeichnetmit dem Dr.-Erich-Salomon-Preises 2025, Claire Ducresson-Boët, Wolfgang Zurborn, Thomas Gerwers und Ralph Baiker.

Am selben Tag beleuchtet das Symposium »Photobook 2026« an der Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden von 10 bis 17 Uhr den aktuellen Stand und die Möglichkeiten des Mediums Fotobuch. Es sprechen unter anderem der Verleger Gerhard Steidl, Markus Schaden (The PhotoBookMuseum), der Buchgestalter und Künstler Helmut Völter sowie der Fotograf Nikita Teryoshin. Den Abschluss bildet ein Panel mit Gerhard Steidl, Thomas Gust, Helmut Völter, Markus Schaden. Nicola von Velsen und Manfred Heiting. Zur Anmeldung

Am 24. Oktober 2026 feiert die DGPh die Kultur der Fotografie mit der Verleihung von vier ihrer renommierten Auszeichnungen im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK): dem Kulturpreis, dem Dr.-Erich-Salomon-Preis, der DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography und dem Otto-Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie. 

Mit den DGPh Photography Awards unterstreicht die 1951 gegründete Gesellschaft die gesellschaftliche und kulturelle Relevanz der Fotografie und verwandter Medien. Die DGPh engagiert sich auf den vielfältigen Anwendungsgebieten des Fotografischen in Kunst, Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik.

„Wir sind stolz darauf, auf diese 75-jährige Geschichte zurückblicken zu können, auf das, was unsere Mitglieder geschaffen haben – und verstehen sie zugleich als Inspiration, in diesen Zeiten des Wandels, die auch das Medium Fotografie einschließen, der Aufgabe gerecht zu werden, die Gesellschaft entsprechend neu auszurichten", sagt Ruediger Glatz, Vorsitzender des geschäftsführenden Vorstands der DGPh.

Vier Auszeichnungen an einem Tag

Kulturpreis der DGPh an den Fotografen, Künstler und Hochschulprofessor Timm Rautert

Mit dem Kulturpreis, ihrer höchsten Auszeichnung, würdigt die DGPh das Lebenswerk von Timm Rautert, das dokumentarische Genauigkeit mit konzeptueller Tiefe verbindet. Rautert hat die deutsche Fotografie über Jahrzehnte entscheidend geprägt – mit seinem fotografischen Werk, durch seine journalistische Arbeit und durch seine Lehrtätigkeit als Professor für Fotografie. WhiteWall ist Partner der Deutschen Gesellschaft für Photographie e. V. und unterstützt den Kulturpreis 2026 als Sponsor.

Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026 an die Fotografin Jane Evelyn Atwood

Mit dem Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026 ehrt die DGPh die französisch-amerikanische Fotografin Jane Evelyn Atwood. Sie hat die Möglichkeiten des dokumentarischen Bildes konsequent erweitert; ihr Werk richtet den Blick seit Jahrzehnten auf Menschen am Rand der Gesellschaft und steht exemplarisch für eine engagierte, ethisch reflektierte Fotografie. Partner der DGPh bei diesem Preis ist die Leica Camera AG, die die Auszeichnung mit der Überreichung einer Leica Kamera an die Preisträgerin unterstützt.

DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026 an die Kuratorin Sarah Greenough und die National Gallery of Art, Washington D. C.

Die Auszeichnung geht an die National Gallery of Art, die mit der Gründung einer eigenen Abteilung für Fotografie 1990 die Fotografie als gleichberechtigte Sammlungssparte neben Malerei, Skulptur und Grafik etabliert hat, sowie an deren Gründungskuratorin Sarah Greenough, die diese Entwicklung durch ihr Engagement und ihre herausragenden kuratorischen Leistungen maßgeblich geprägt hat. 

DGPh-Förderpreis für Fotografie an Samuel Solazzo

Der „Otto Steinert-Preis. DGPh Förderpreis für Fotografie“ bietet förderungswürdigen Projektideen eine Bühne. Auf den Photography Awards in Köln wird der diesjährige Preisträger Samuel Solazzo vorgestellt. Für sein Projekt A Collection of Valuable Copies erhält der in Leipzig lebende Fotograf, ein Stipendium in Höhe von 5.000,00 €. Eine Anerkennung erhielten Clarita Maria für das Fotoprojekt Xola n’abantu und Elliott Kreyenberg für seine Projektidee War FlowersMehr Infos hier

Pressebilder und ausführliche Pressemitteilungen zum Download

– Kulturpreis 2026 Download Link

– DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography 2026 Download Link

– Dr.-Erich-Salomon-Preis 2026 Download Link

– Otto-Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie 2026 Download Link

Weitere Informationen zum Programm: Symposium »Photobook 2026« 

Informationen zu den Auszeichnungen
Mit dem Kulturpreis zeichnet die DGPh seit 1959 lebende Persönlichkeiten für bedeutende Leistungen im Bereich der Fotografie aus. Der Preis besteht aus einer Urkunde sowie einer von Prof. Ewald Mataré (1887–1965) gestalteten, goldgefassten optischen Linse und wird als höchste Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Photographie jährlich vergeben. Träger des Kulturpreises sind unter anderem Ann und Jürgen Wilde (2025), Gerhard Steidl (2024), Ute Mahler und Werner Mahler (2023), Hans-Michael Koetzle, Ute Eskildsen, Helga Paris, Sarah Moon, Gottfried Jäger, Klaus Honnef, Stephen Shore, Wolfgang Tillmans, Wim Wenders, F. C. Gundlach, Daido Moriyama, Irving Penn, William Klein, Bernd und Hilla Becher, Henri Cartier-Bresson und Man Ray.

Die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography wurde von dem international renommierten Fotoexperten Manfred Heiting (DGPh) initiiert und wird von ihm gefördert. Sie wurde 2025 erstmals vergeben – an die niederländische Kuratorin Mattie Boom und das Rijksmuseum. Die Auszeichnung würdigt eine Institution sowie die außerordentlichen Leistungen einer Persönlichkeit von internationalem Rang, die dort eine qualitativ hochwertige Sammlung aufgebaut und sie durch zusätzliche Forschung, Ausstellungen und Publikationen einem interessierten Publikum zugänglich gemacht hat.

Der Dr. Erich Salomon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Photographie wird seit 1971 für eine „vorbildliche Anwendung der Fotografie in der Publizistik" verliehen. Er dient zugleich dem Andenken an den großen Fotografen der Weimarer Republik, Dr. Erich Salomon, dem der moderne Bildjournalismus starke Impulse verdankt. Der Preis besteht aus einer Urkunde sowie einer Leica-Kamera und wird jährlich vergeben. Unter den Ausgezeichneten befinden sich Printmedien, Organisationen und Fernsehschaffende sowie – seit 1985 – Persönlichkeiten, die sich um die Fotografie in der Publizistik verdient gemacht oder im Bildjournalismus Herausragendes geleistet haben, darunter der STERN (1971), Robert Frank (1985), Barbara Klemm (1989), Mary Ellen Mark (1994), Reporters sans Frontières (2002), Martin Parr (2006), Letizia Battaglia (2007), Paolo Pellegrin (2013), Josef Koudelka (2015), Stephanie Sinclair (2019), Chris Killip (2020), Hans-Jürgen Burkard (2021), Susan Meiselas (2022), Rafał Milach (2023), Andrea Diefenbach (2024) und Kathy Ryan (2025).

Der Otto Steinert-Preis. DGPh-Förderpreis für Fotografie wird von der Sektion Bild der DGPh vergeben und fördert herausragende Positionen des professionellen fotografischen Nachwuchses. Alle zwei Jahre ausgeschrieben, richtet er sich an noch zu realisierende fotografische Projekte; die Vergabe ist an keine stilistische Ausrichtung oder Thematik gebunden. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert: einem Stipendium in Höhe von 5.000 Euro und zwei Anerkennungen in Höhe von je 500 Euro. Erstmals 1979 verliehen, wurde er 2026 zum 23. Mal ausgeschrieben. Namensgeber ist Otto Steinert (1915–1978), Mediziner, Fotograf und Fotografieprofessor, der als einer der einflussreichsten Lehrer und Vermittler von Fotografie in Deutschland gilt. 1947 eröffnete Steinert in Saarbrücken sein erstes Atelier für künstlerische Fotografie, ein Jahr später übernahm er dort die Leitung der Fotoklasse an der Staatlichen Saarländischen Schule für Kunst und Handwerk, deren Direktor er 1952 wurde. 1959 nahm er eine Lehrtätigkeit an der Folkwang Schule für Gestaltung in Essen auf, nachdem er bereits 1954 in Saarbrücken zum Professor ernannt worden war.


75 Jahre DGPh – die Gesellschaft feiert die Fotografie
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie feiert 2026 ihr 75-jähriges Bestehen – ein Jubiläum, das eng mit der Geschichte der photokina verknüpft ist: Ihre Entstehung geht maßgeblich auf L. Fritz Gruber zurück, der als Kurator der ersten photokina 1950 in Köln der Messe von Beginn an eine kulturelle Dimension gab und sie mit der „Welt-Ausstellung der Photographie" zu einem internationalen Treffpunkt machte. In einer Zeit kultureller Isolation wurde Köln so zum Zentrum des fotografischen Austauschs; aus dieser Verbindung von Industrie, Ausstellungspraxis sowie künstlerischem und wissenschaftlichem Anspruch entstand 1951 die DGPh.

Bereits in der Gründungsversammlung am 15. Mai 1951 im Kölner Rathaus wurden unter anderem August Sander, Ernst Leitz, Herbert List, Otto Steinert, Adolf Lazi und Liselotte Strelow zu ordentlichen Mitgliedern berufen; Edward Steichen, damals Leiter der Fotoabteilung des Museum of Modern Art in New York, wurde korrespondierendes Mitglied. Das verlieh der jungen Gesellschaft von Anfang an internationales Gewicht. Bis heute versteht sich die DGPh als offenes Forum für alle, die Fotografie als Kunstform, Kulturgut und gesellschaftliches Medium begreifen.

Über die DGPh
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) ist ein eingetragener Verein mit rund 1.200 Mitgliedern in ganz Deutschland und Sitz in Köln. Die DGPh setzt sich für die Förderung der Fotografie als Kulturgut und damit für die Stärkung ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Bedeutung ein. Ihre Aktivitäten richten sich auf die Vermittlung fotografischer Themen an Fachöffentlichkeit und Gesellschaft sowie auf die Reflexion aktueller Entwicklungen wie Digitalisierung, KI und neue Bildmedien. Sie umfassen die vielfältigen Anwendungsgebiete des Fotografischen in Kunst, Wissenschaft, Bildung, Publizistik, Wirtschaft und Politik. Als zentrale Instanz für die Vermittlung wegweisender fotografischer Leistungen vergibt die DGPh jährlich mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter den Kulturpreis, den Dr.-Erich-Salomon-Preis und die DGPh Manfred Heiting Medal of Curatorial Excellence in Photography.

Pressekontakt
Deutsche Gesellschaft für Photographie e. V. (DGPh)
Regina Plaar, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
regina.plaar@dgph.de, Tel. +49 221 9232069
Rheingasse 8–12, 50676 Köln, www.dgph.de

 

Bildmaterial

Portrait Prof. Timm Rautert © Albrecht Fuchs
Portrait Prof. Timm Rautert © Albrecht Fuchs
Portrait Sarah Greenough © National Gallery of Art, Washington D.C.
Portrait Sarah Greenough © National Gallery of Art, Washington D.C.
Samuel Solazzo, Künstlerportrait
Samuel Solazzo, Künstlerportrait
Portrait Jane Evely Atwood, Foto privat
Portrait Jane Evely Atwood, Foto privat
Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden, Humboldt-Saal © Ruediger Glatz
Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden, Humboldt-Saal © Ruediger Glatz