Die Triennale 50JPG (50 Jours pour la photographie à Genève/50 Tage der Fotografie in Genf) wurde 2003 ursprünglich als eine Möglichkeit konzipiert, mehrere Fotoausstellungen in und um Genf zu präsentieren. Bei ihrer fünften Auflage im Jahr 2016 wurde die 50JPG Triennale um ein gemeinsames Thema herum organisiert und zeigte mehrheitlich Werke im Zusammenhang mit der Hauptausstellung caméra(auto)contrôle. Von den 34 Ausstellungen, die in Kunstzentren, Museen, öffentlichen Sammlungen, Kunstschulen, kommerziellen Galerien, selbstverwalteten Räumen und an anderen Orten gezeigt wurden, umfasste 50JPG 19 Ausstellungen, die mit dem übergreifenden Thema in Verbindung standen. Nie zuvor hatte die Triennale so viele Fotoausstellungen auf einem so großen Gebiet von Pully bis Annecy vereint.
 
Seither hat das Departement für Kultur und Sport der Stadt Genf eine Fotografie-Biennale mit dem Namen No'Photo ins Leben gerufen, die das gleiche Ziel verfolgt, nämlich die Anzahl der Fotografie-Ausstellungen in der Stadt Genf in einem begrenzten Zeitraum zu erhöhen.

Unter der gleichen Schirmherrschaft, aber mit dem Ziel, eine Duplizierung der anderen Initiative zu vermeiden, dachten wir, dass es an der Zeit wäre, 50JPG neu zu überdenken. Der eigentliche Kern der Veranstaltung, die thematische Hauptausstellung, die von der CPG im Bâtiment d'art contemporain und in ihren eigenen Galerien sowie in denen von Commun zusammengestellt wurde, ist mit ihrer Offenheit für bewegte Bilder wie bei den früheren Triennalen erhalten geblieben. Jetzt sucht das Festival jedoch nach Verbindungen mit neuen Partnern rund um das ausgewählte Thema. So entstanden im Rahmen der 6. Triennale gemeinsame Initiativen mit anderen Institutionen zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen, sei es Film, Gesang, wissenschaftliche Forschung, Musik oder sogar Kochen, die alle mit dem diesjährigen Thema OSMOSCOSMOS (Eros und Kosmos) verbunden sind. Es wäre eine Ketzerei gewesen, den Eros nur auf den Blick zu konzentrieren, denn der Eros mobilisiert alle unsere Sinne.

Bisher hatte sich 50JPG gemäß der Programmlinie von CPG mit gesellschaftlichen Fragen befasst, die Politik, Wirtschaft und Soziales betrafen. Auf den ersten Blick scheinen Eros und Kosmos von diesen Themen weit entfernt zu sein. Und doch ist der Ausgangspunkt der Sendung die letzte Avantgarde-Bewegung der 1970er Jahre, die Post-Avantgarde, die die Rolle der Geschlechter in den patriarchalischen und postkolonialen Gesellschaften unserer westlichen Welt tiefgreifend in Frage stellte. Ihre Forderungen nach einer selbstbestimmten Sexualität des Individuums befeuern auch heute noch die Debatten, erst recht nach #metoo. Und wenn die Vorgänge in den Tiefen des Universums (noch) keine politischen Auswirkungen haben, so ist der Kosmos, ja der nahe Nachbar der Erde, zu einem Politikum geworden, wie die Landung einer Sonde der Volksrepublik China auf dem Mond jüngst einmal mehr gezeigt hat. Der rechtliche Rahmen für Aktivitäten im Weltraum weist eine Reihe von Mängeln auf. Einige der Vorschriften sind nach wie vor vage und leicht zu umgehen und passen sich nur unzureichend an den raschen technologischen Wandel an. Eros und Kosmos sind politische Themen und OSMOSCOSMOS stellt diese Traumobjekte auch in dieser Hinsicht vor.



 

Ort

Centre de la photographie Genève Bâtiment d'Art Contemporain
28, Rue des Bains
1205 Genf
Schweiz