Massimo Listri. Italian Palaces, 2026
Italiens majestätische Paläste 

Denkt man an italienische Städte, wird das Bild mit Sicherheit von einem prächtigen Palazzo dominiert. Das ist nicht verwunderlich, denn seit jeher sind diese majestätischen Bauwerke ein wichtiger Bestandteil der Architektur des südeuropäischen Landes, vor allem aber der Kultur und den Palastbau vom 13. bis zum 18. Jahrhundert. 

Der 1953 in Florenz geborene Photograph Massimo Listri hat bereits über 70 Bildbände veröffentlicht und stellt seine Werke weltweit aus. In dem im Taschen-Verlag, Köln, erschienenen großartigen Bildband „Italian Palaces“ entführt er die Kultur- und Photobegeisterten der Welt auf 640 Seiten im Großformat 30x40 cm in den drei Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch in die schönsten Paläste der Welt. Deren Anfänge begannen bereits im Mittelalter mit Kommunalpalästen in Florenz und Siena, wo sie als kommunale Identifikationsorte Sinnbilder der Staatsmacht verkörperten. 

Zu einer Definition von „Palast” in Abgrenzung zu Haus, Villa oder Burg erklärt der renommierte Architekturhistoriker Robert Stalla in seiner lehrreichen Einführung, dass das Wort eigentlich auf den Palatin, den Hügel der Regierung im alten Rom, zurückgeht. „Palatin, Palladium, Palazzo bezeichnete in prominenten Lagen stehende, monumentale, die Umgebung dominierende Baukomplexe.” Häufig waren diese Vierflügelanlagen freistehend, mit großen prachtvollen Innenhöfen, aufwändiger Gliederung sowie erlesenem Interieur. Dabei erzählt jeder dieser wunderschön konzipierten und handwerklich meisterhaft gestalteten Privatpaläste eine eigene Geschichte von Macht, Reichtum, Kunst und Kultur. 

Die in dem in dem großen Bildband vorgestellten mittelalterlichen Festungsmauern bis hin zu den üppigen Barock- und Rokoko-Designs des späten 18. Jahrhunderts zeigen Paläste in einer Vielzahl von Architekturstilen - von Mailand im Norden über Venedig und Rom in der Mitte bis Palermo im Süden. Er ermöglicht es zudem, die Palazzi nicht nur von außen zu bewundern, sondern sie auch zu betreten und dank der großformatigen Wiedergabe vor allem ihr Inneres zu bestaunen. Denn der Photograph hat nicht nur die architektonischen Merkmale eines jeden Palasts eingefangen, sondern auch die einzigartige Atmosphäre, die im Wandel der Zeit durch neue Funktionen, wechselnde Moden und die Vorlieben seiner Bewohner entstanden ist. Seine Photographien sind zumeist doppelseitig in der Größe 40x60 cm gedruckt und geben einen überwältigenden Eindruck des Palastbaus als Identifikationsorte des Adels und des Bürgertums Italiens. 

Massimo Listri ist den Palästen durch das ganze Land bis ans Ende des Stiefels gefolgt und zeigt in bisher nie veröffentlichten Photographien das ganze Spektrum der Prachtentfaltung des frühen italienischen Bürgertums und Adels. (vZ) 

Massimo Listri
Italian Palaces 
Text: Robert Stalla 
640 Seiten 
Format: 29 x 39.5 cm, 
Hardcover 
Sprache: Englisch, Deutsch, Französisch 
Köln, Taschen-Verlag 
ISBN: 978-3-8365-9693-0; 
175,- Euro

- Erhältlich über www.taschen.com