Das Rheinsberger Gartenreich
Das Rheinsberger Gartenreich

Rheinsberg liegt inmitten des Ruppiner Seenlands im Landkreis Ostprignitz etwa in der Mitte zwischen Hamburg und Berlin und gilt als kultureller „Leuchtturm“ im Norden Brandenburgs. Die Geschichte des romantischen Städtchens wird vor allem geprägt durch das Schloss, aber auch die großen und kleinen Seen im Norden. Im Süden schließt sich die hügelige Ruppiner Schweiz an, westlich von Rheinsberg erstreckt sich die weitläufige Kyritz-Ruppiner Heide.  

Das ursprüngliche 1566 von den Hohenzollern erbaute Renaissance-Schloss Rheinsberg brannte 1740 ab, wurde als Musterbau friderizianischen Rokokos wieder aufgebaut und galt danach sogar als Vorlage für das Schloss Sanssouci in Potsdam. Das Schloss wurde zunächst von Friedrich II (1712 – 1786) bewohnt bis dieser 1740 als „König Friedrich der Große“ nach Berlin ging. Daraufhin zog dessen Bruder Heinrich (1726 – 1802) in das Schloss Rheinsberg ein, ließ dieses umbauen und erweitern. 

Das Schloss ist Mittelpunkt des im Hirmer Verlag, München, erschienenen Buchs „Das Rheinsberger Gartenreich“, in das Dr. Detlev Fuchs als Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins Rheinsberg unter dem Titel „Rheinsberger Ansichten als Lebensbegleiter“ einführt. Claudia Sommer, die Leiterin der Graphischen Sammlung, befasst sich unter dem Titel „Ein Gartenreich in Bildern“ mit dem „Morino-Projekt“, mit dem der Berliner Verleger Johann Morino 1785 die historische Rheinsberger Ansichtenserie sicherte, die das heutige Wissen über das ehemalige Gartenreich des Prinzen Heinrich von Preußen prägen. Mit deren Entstehung beschäftigt sich auch die Katrin Schöder, die Kustodin für Gartendenkmalspflege, in ihrem Beitrag. 

Von „Das Schloss des Prinzen Heinrich von Preußen zu Rheinsberg“ bis „Mühlen Parthie bey Rheinsberg“ treffen in insgesamt 38 jeweils vierseitigen Kapiteln Ansichten aus der Zeit um 1795 auf neue, stimmungsvolle Photographien und fangen so das malerische Gartenensemble aus zwei Perspektiven ein. Auf deren erster Doppelseite wird durch Kommentartexte vor allem aus der ‚Stiftung Preußischer Schlösser und Garten Berlin-Brandenburg‘ (SPSG) ausführlich die jeweils auf der rechten Seite abgebildete historische Szenerie aus der Zeit um 1795 beschrieben. Die zweite Doppelseite eines jeden Kapitels präsentiert stimmungsvolle Farbphotographien, die jeweils die aktuelle Situation zeigen. Diese stammen von dem 1977 in Berlin geborenen Leo Seidel, der seit 2002 als freischaffender Photograph arbeitet und dessen rein photokünstlerische Arbeiten in den letzten Jahren in vielen Museen und Galerien gezeigt werden.

Der Band begibt sich auf Spurensuche und dokumentiert erhaltene, aber auch verschwundene Orte dieses einzigartigen Gartendenkmals als harmonisches Zusammenspiel aus Natur, gestalteter Landschaft und Architektur. Im Rheinsberger Gartenreich, das durch den Prinzen Heinrich von Preußen nachhaltig geprägt wurde, ist Geschichte noch heute sichtbar und lebendig. Anlässlich seines 300. Geburtstages wird die Kraft eines historischen Gartenerbes bis in die Gegenwart präsentiert. (vZ)

 

Das Rheinsberger Gartenreich
Hrsg.: Kunst- und Kulturverein, Rheinsberg
Text: Detlev Fuchs, Katrin Schröder, Claudia Sommer
Fotografie: Leo Seidel
192 Seiten mit 146 Abbildungen, Hardcover
Format: 31 x 25 cm
München, Hirmer Verlag
ISBN: 978-3-7774-4603-5
40,00 Euro