Die Leica - Zeugin eines Jahrhunderts
Die Kameramarke Leica wurde vor nunmehr 100 Jahren erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, entwickelte sich schnell als erste für das Kleinbildformat 24x36 mm erfolgreiche Kamera und begleitete fortan viele Generationen internationaler Photographinnen und Photographen. Dem Titel des von der Leica Camera AG anlässlich des Jubiläums herausgegebenen Buchs „100 Leica Stories“ entsprechend enthält dieses 100 Geschichten, die sowohl die Entwicklung des Kamera-Systems schildern als auch in dieser Zeit entstandene herausragende Bildergebnisse zeigen.
Die Geschichte der Leica-Kamera begann bereits im Jahr 1914: Oskar Barnack (1879 - 1936) hatte bei Leitz in Wetzlar die heute sogenannte Ur-Leica fertiggestellt. Er photographierte gerne, hatte aber als Asthmatiker Probleme, seine schwere „13x18-Platten-Kiste mit sechs Doppelkassetten und großer Ledertasche“ zu schleppen und sann auf Entlastung. Dabei kam er auf den Rollfilm, verdoppelte einfach deren Bildformat von 18x24 mm auf 36x24 mm und baute sich dazu ein kleines Kameragehäuse – damit war das Kleinbildformat in der Photographie geboren. Für das erforderliche leistungsstarke Objektiv fand Barnack im Unternehmen in Prof. Max Berek (1886 - 1949), einem Mineralogen und Mathematiker, einen kongenialen Partner. Seinem Chef, dem Industriellen Ernst Leitz II (1871 - 1956), zeigte Barnack die Kamera. Dieser war interessiert, nahm sie noch im gleichen Jahr mit auf eine USA-Reise und brachte wunderbare Aufnahmen mit, die ihn überzeugten. Ernst Leitz, dessen Unternehmen als Hersteller von Mikroskopen weltweit bekannt war, war es denn auch, der 1924 trotz der wirtschaftlich schweren Zeiten bei einer Sitzung mit seinen maßgeblichen Mitarbeitern den legendär gewordenen Satz „Ich entscheide hiermit: Es wird riskiert - Barnacks Kamera wird gebaut!“ sprach. Im Jahr darauf wurde die Leica auf der Leipziger Frühjahrsmesse für Kino, Photo, Optik und Feinmechanik erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Zwischen Beiträgen über die technische Entwicklung des Kamerasystems sind in dem Buch immer wieder weltbekannte Aufnahmen internationaler Photographinnen und Photographen geschaltet, beginnend mit dem Selbstporträt der als „Königin der Leica“ berühmt gewordenen Ilse Bing (1899 – 1998), die Photographie „Pfützenspringer“ von Henri Cartier-Bresson (1908 – 2004) hinter dem Gare Saint-Lazare in Paris photographiert und „Junge Frau mit Leica“ von Alexander Rodtschenko (1891 – 1956). Weitere teilweise legendäre Aufnahmen, aber auch aktuelle Photographien internationaler Leica-Photographen sind, jeweils verbunden mit einer ausführlichen Beschreibung, immer wieder im Wechsel eingefügt, so von mittlerweile Verstorbenen, wie Alfred Eisenstaedt, David Douglas Duncan, Andreas Feininger, Jewgeni Chaldei, Inge Morath, Marc Riboud, Robert Lebeck, Kyoshi Sawada, Ara Güler, Thomas Höpker oder Sebastiao Salgado, Hochbetagten, wie Bruce Davidson, Constantine Manos, Josef Koudelka, Joel Meyerowitz, Barbara Klemm, Ralph Gibson oder Nobuyoshi Araki, sowie aktuellen Leica-Photographen und -Photographinnen, wie Jane Evelyn Atwood, David Turnley, Anthony Suau, Ragnar Axelsson, Luca Locatelli, Jacob Aue Sobol, Julia Baier oder Dominik Nahr.
Das Buch „100 Leica Stories“ beschreibt somit nicht nur die technischen Meilensteine des Kamerasystems, das weltweit Photographinnen und Photographen schon seit vielen Generationen begleitet, sondern würdigt mit den in dieser Zeit entstandenen legendären Photographien und überraschenden Fundstücken auch die Rolle der Leica als bedeutende Zeugin eines Jahrhunderts - informativ, überraschend, bewegend und authentisch. (vZ)
100 Leica Stories
320 Seiten
Format: 21x26,5 cm, Hardcover
Best.-Nr.: Deutsch 97099; Englisch 97100
70,00 €
Erhältlich in den Leica Stores, über Leica online und LFI online