Gerhard Richter, 1986 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Gerhard Richter, 1986 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
The Amish, 1974 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
The Amish, 1974 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Gebrauchsanweisung aus einer Brotpackung mit Zeichnung / Aufnahme ausgeführt nach der Gebrauchsanweisung, 1972, aus der Serie Bildanalytische Photographie, 1968-1974 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Gebrauchsanweisung aus einer Brotpackung mit Zeichnung / Aufnahme ausgeführt nach der Gebrauchsanweisung, 1972, aus der Serie Bildanalytische Photographie, 1968-1974 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Siemens AG, München 1989, aus der Serie Gehäuse des Unsichtbaren © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Siemens AG, München 1989, aus der Serie Gehäuse des Unsichtbaren © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Tokyo, Osaka 1970 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Tokyo, Osaka 1970 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Expo 70, Osaka, 1970 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Expo 70, Osaka, 1970 © Archiv Timm Rautert, Museum Folkwang, Essen
Porträt Timm Rautert, Essen 2025 © Albrecht Fuchs
Porträt Timm Rautert, Essen 2025 © Albrecht Fuchs
Auszeichnung: KulturpreisJahr: 2026Ausgezeichnet wurde: Timm Rautert

Höchste Auszeichnung der DGPh für ein Lebenswerk zwischen dokumentarischer Genauigkeit und konzeptueller Tiefe

Der Fotograf, Künstler und Hochschulprofessor Timm Rautert wird mit dem Kulturpreis 2026 der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung der DGPh würdigt damit ein Lebenswerk, das dokumentarische Genauigkeit mit konzeptueller Tiefe verbindet und eine Persönlichkeit, die die deutsche Fotografie über Jahrzehnte entscheidend geprägt hat – mit seinem fotografischen Werk, durch seine journalistische Arbeit und durch seine Lehrtätigkeit als Professor für Fotografie.

Die Verleihung des Kulturpreises fand im Rahmen der DGPh Photography Awards am 24. Oktober im Museum für Angewandte Kunst Köln statt.

Von Fotojournalismus und konzeptueller Fotografie

Timm Rautert, geboren 1941, studierte von 1966 bis 1971 bei Otto Steinert – dem Begründer der „Subjektiven Fotografie“ – an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen. Seine Laufbahn hat ihn im Anschluss durch nahezu alle Bereiche der Fotografie geführt. Bereits während des Studiums begann Rautert mit Experimenten zu den Bedingungen des Mediums Fotografie, deren Ergebnisse unter dem Begriff Bildanalytische Photographie (1968–1974) zusammengefasst wurden. Reisen nach New York (1969) und Japan (1970) leiteten eine intensive Auseinandersetzung mit der dokumentarisch-journalistischen Fotografie ein. Überzeugt von der Idee, mit der Fotografie die Welt verbessern zu können, nahm er sich im Auftrag großer Magazine und Zeitungen sozialer Themen an – vor allem für das ZEITmagazin, für das er zwischen 1974 und 1983 eng mit dem Journalisten Michael Holzach zusammenarbeitete, sowie für Geo und Merian. Die Fotografie wurde für Rautert zum Instrument der Gesellschaftsanalyse, was seine fotografischen Arbeiten etwa über Contergan-Betroffene (1969) oder Obdachlosenasyle (1975) eindrucksvoll belegen.