
Ein Quell von Lebensfreude
Tanz und gemeinsames Tanzen verbindet Menschen und prägt gleichzeitig Kulturen. Nicht zuletzt aus dieser Erkenntnis hatte Henry R. Luce, der 1936 das Magazin „Life“ gründete, schon deren sechste Ausgabe der Welt des Tanzes gewidmet – nicht nur als Darstellung sondern vor allem als Möglichkeit, ganz einfach gemeinsam Spaß zu haben, als Quell von Lebensfreude. Der Reigen reicht von Las Vegas bis zu den Filmstudios in Hollywood, von den Pariser Nachtclubs bis Woodstock, von den westlichen Provinzen Chinas bis zu den Tanzsälen Harlems.
Der im Taschen-Verlag, Köln, erschienene Bildband „Let’s Dance“ beschreibt in Wort und Bild die Entwicklung des Tanzes von den späten 1930er bis in die frühen 1970er Jahre und verdeutlicht dessen gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung. Dazu wurden über 200 größtenteils bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus dem umfangreichen Archiv von „Life“ ausgewählt und von den Originalnegativen gescannt. Die Bilder lassen die den Tanz prägende Ära, einen Tanzstil, eine herausragende Tänzerin oder herausragenden Tänzer, einen legendären Choreographen oder glamourösen Star, lebendig werden – manchmal sogar alles in einem einzigen Bild. In dem Bildband sind beispielsweise Martha Graham, eine Pionierin des ‚Modern Dance‘, die Ballettlegenden Rudolf Nurejew und Margot Fonteyn sowie Fred Astaire, Sammy Davis jr., Elvis Presley, der auf der Bühne die Hüften schwingt, und Brigitte Bardot, die bei Dreharbeiten in Spanien die barfuß tanzt, zu sehen.
Doch der Bildband zeigt nicht nur Profis und Stars, sondern auch ganz normale Menschen, die beim Tanzen ganz einfach Freude haben: Paare, die in einem ‚Supper Club‘ in South Carolina das Tanzbein schwingen, Schülerinnen und Schüler in einem Ballettkurs in Suriname, indigene Tänzerinnen und Tänzer bei Auftritten in Indien, Griechenland, Senegal und Mexico-Stadt, coole Disco-Kids der 1960er Jahre, Square-Dancer in Oklahoma oder Debütantinnen und Princeton-Studierende, die bei der Homecoming-Feier ausgelassen feiern. In dem Band, in den Lyndsey Winship einführt, sind zudem immer wieder auch originale Cover sowie Magazinseiten der Zeitschrift ‚Life‘ zwischengeschaltet. Die Tanzkritikerin hat auch das „Dance-Glossar“ zum Abschluss verfasst.
Die teilweise historischen Aufnahmen zur Geschichte des Tanzes und des Tanzens stammen teilweise von weltbekannten Photographen, wie Cecil Beaton, Margaret Bourke-White, Cornell Capa, Alfred
Eisenstaedt, Gordon Parks, Co Rentmeester, W. Eugene Smith oder Peter Stackkpole.
Der Bildband „Let’s Dance“ präsentiert nicht nur die Geschichte des Tanzes, sondern ist vor allem eine Hommage an die unbeschwerte Freude und befreiende Kraft des gemeinsamen Tanzens, des Teilnehmens auf der Bühne oder auf dem Parkett. Er lädt gleichzeitig dazu ein, aufzustehen, zu tanzen und das Leben in vollen Zügen zu genießen. (vZ)
LIFE. Let’s Dance
Hrsg.: Reuel Golden
Text: Lyndsey Winship
248 Seiten, Hardcover
Sprache: Englisch
Köln, Taschen-Verlag
ISBN: 978-3-7544-0656-4; € 40,--
Erhältlich über www.taschen.com