Die Künstlerin Regina Schmeken (DGPh - Preisträgerin des Dr. Erich Salomon-Preises 1996) besuchte 2013 und 2015/2016 die Tatorte des NSU. Ihre großformatigen Schwarzweißaufnahmen zeigen die verstörende Normalität der Schauplätze von Hass und Gewalt inmitten deutscher Städte. Ihre Fotografien versuchen das Ungeheuerliche dieser Taten begreifbar zu machen und rufen in Erinnerung: Die Attentate waren Angriffe auf universelle Menschenrechte und damit auch auf unsere gesamte Gesellschaft. Der Ausstellungstitel verweist auf die Orte der Verbrechen, sowie auf die nationalsozialistische Propagandaformel „Blut und Boden“. Der NSU berief sich auf diese Ideologie und hielt sich durch sie für berechtigt, Menschen zu töten. Die Ausstellung reflektiert nicht nur die brutalen Taten, die vor 25 Jahren, am 9. September 2000 in Nürnberg mit der Ermordung von Enver Şimşek begannen, sie gedenkt vor allem auch der Menschen, die ihr Leben verloren haben.
Das Altonaer Museum erinnert an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter. Am 27. Juni 2026 jährt sich der Mord an dem 31jährigen Süleyman Taşköprü, der in der Schützenstraße in Bahrenfeld verübt wurde, zum 25. Mal.
Begleitend zur Ausstellung lädt ein zusätzlicher Raum mit Videointerviews von Zeitzeug*innen, Engagierten und Betroffenen und mit einer partizipativen Installation dazu ein, über das Erinnern nachzudenken: Wer waren die Getöteten? Wer erinnert, an wen wird erinnert – und wer wird übersehen? Der Raum thematisiert auch die rechte Gewalt in Hamburg seit 1945 und informiert darüber, wie sich jede und jeder gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung im Alltag engagieren kann.
Es sprechen:
Prof. Dr. Hans-Jörg Czech, Vorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien
Im Gespräch: Regina Schmeken (Künstlerin und Autorin der Ausstellung) mit Okan Taşköprü (Neffe von Süleyman Taşköprü) und Ibrahim Arslan (Bildungsreferent & Aktivist, Überlebender des rassistischen Brandanschlags in Mölln 1992). Moderation: Dan Thy Nguyen
Durch den Abend führt: Prof. Dr. Anja Dauschek, Direktorin des Altonaer Museums. Musikalische Beiträge von Narin Bozkurt
Anmeldung zur Teilnahme an der Eröffnung der Ausstellung bis zum 10. Oktober 2025 unter anmeldung@am.shmh.de .