Nach dem Sezessionskrieg 1865 in den USA bot das Einfangen wilder Rinder vielen frei gelassenen Sklaven, Mexikanern und Native Americans eine neue Einkommensquelle. So wurden sie zu Cowboys. Doch die Erfindung und der Einsatz von Stacheldraht in den 1880er-Jahren schränkte ihre Lebensweise erheblich ein. Erst durch die Shows von Buffalo Bill, alias Bill Cody, wurde die Figur des Cowboys als reine Erfindung populär. Seitdem wird der Cowboy in allen medialen Sparten immer wieder neu interpretiert, idealisiert und heroisiert.
Ute Behrends (DGPh) Fotografien reflektieren den Cowboy-Mythos an den Schnittstellen zwischen Mythos und Realität und hinterfragen dessen Verbindungen zu Geschlecht und kulturellen Identitäten. Mit einer markanten Ästhetik, Humor und erzählerischer Dichte stellt sie Klischees infrage und zeigt, wie die Sehnsucht nach männlichen heroischen Figuren das kollektive Bewusstsein prägt. Die Fotografien von Behrend bieten eine poetische, kritische Annäherung an diese Figur und stellen die mediale Vermittlung von Kulturbildern und deren Einfluss auf unser Denken in Frage.
Zur Arbeit ist das Buch Cowboys / After Barbed Wire bei BummBumm Books erschienen (ISBN: 978-3-948059-13-2). Es wurde mit dem BuchCoverAward ausgezeichnet und ist auf der Shortlist des Deutschen Fotobuchpreises.
Die Ausstellung wird von Ingo Taubhorn kuratiert.
SAVE THE DATE
17.10. Artist Talk | 16:00 Uhr Ingo Taubhorn im Gespräch mit Ute Behrend