In der Serie Supermodels begeben sich Wetzel + Schuster auf eine Spurensuche in der Geschichte fotografischer Frauenbilder. Ausgangspunkt sind jene Ikonen, die ihre eigene visuelle Sozialisation geprägt haben. Die historischen Porträts werden dabei nicht nachgestellt, sondern befragt: Indem die Künstler selbst in die Rollen der einst bewunderten Modelle schlüpfen, verschieben sie die in der Fotografie eingeschriebenen Machtverhältnisse und Wahrnehmungsmuster.
Was geschieht mit einem berühmten Bild, wenn Geschlecht und Alter vertauscht werden? Wie behaupten sich ästhetische Ideale in einem veränderten Kontext? Supermodels verhandelt diese Fragen als Reflexion über Autorenschaft, Blick und Geschlecht sowie über das fragile Verhältnis von Fotograf und Modell, Subjekt und Projektion.
Die ausschließliche Verwendung von analogem SX-70-Polaroidfilm macht ein nostalgisch aufgeladenes Medium zu einem konzeptuellen Werkzeug. Seine unmittelbare, fehleranfällige Materialität ist dabei zugleich Hommage an die Ära des „entscheidenden Moments“ und Mittel zur Konstruktion einer kohärenten visuellen Fiktion. Die Arbeit versteht sich nicht zuletzt als Würdigung jener oft anonymen Frauen, die die Geschichte der Fotografie aus dem Inneren ihrer Bilder heraus mitgeschrieben haben.