Vor 200 Jahren, 1826, entstand mit dem Blick aus einem Arbeitszimmer die erste Fotografie der Geschichte. Ihr Schöpfer: der Franzose Joseph Nicéphore Niépce. Sein Verfahren, die Heliografie, ging der berühmteren Daguerreotypie von Louis Daguerre voraus – jenem Verfahren, das ab 1839 die Fotografie massentauglich machte. Niépce selbst hatte Daguerre bei dessen Arbeit unterstützt.
Mehr als ein guter Grund in der Fabrik der Fäden, mit der Sonderausstellung 115/200 einen Blick auf 200 Jahre Fotografiegeschichte zu werfen – und die Verbindung zu Plauen sichtbar zu machen. Wichtigster Schnittpunkt dazu ist Walter Ballhause, geboren 1911 – gestorben 1991 und damit 115 Jahre alt, ein bedeutender Vertreter deutscher Arbeiterfotografie.
Er dokumentierte soweit ihm möglich die Plauener Arbeits- und Industriewelt der VOMAG (Vogtländischen Maschinenfabrik AG) zum Übergang PLAMAG (Plauener Maschinenbau-Gesellschaft) während der frühen Nachkriegszeit bis in die frühen 1960er Jahre.
Als Laborleiter der VOMAG ist Ballhause zugleich Teil jener textilen Geschichte Plauens, die die Fabrik der Fäden erzählt.
Die Schau zeigt zudem, wie Fotografie im Vogtland privat gelebt wurde und wird: Der FotoClub Vogtland gibt Einblick in regionales Engagement abseits großer Namen. Historische Kameratechnik liefern neben Exponaten des Vogtlandmuseums auch Stücke aus der Sammlung von Chris Gonz – gebürtiger Plauener, international tätiger Berufsfotograf und Sammler seit Kindertagen.
Zwischen analogem Ursprung und gelebter Gegenwart erzählt „115/200" Fotografiegeschichte als Plauener Geschichte.