Langzeitbelichtung "Romeo und Julia", am Residenztheater, 2025. Camera Obscura © Karen Stuke
Langzeitbelichtung "Romeo und Julia", am Residenztheater, 2025. Camera Obscura © Karen Stuke
Mit der Lochkamera die Zeit einfangen. (Theater-)Fotografie von Karen Stuke

Die Fotografin Karen Stuke hat für die aktuelle Ausstellung des Deutschen Theatermuseums (DTMs) die Inszenierung „Romeo und Julia“ in eine einzige Camera-Obscura-Aufnahme gebannt. Im Gespräch mit Franziska Kunze, Sammlungsleiterin für Fotografie und Zeitbasierte Medien an der Pinakothek der Moderne, geht es um Fotografie zwischen Stillleben und bewegtem Bild. Moderiert wird das Gespräch Dorothea Volz (DTM), DGPh.

Karen Stuke experimentiert und arbeitet seit 1994 mit der speziellen Technik der Camera obscura, die sie vor allem in der Theaterfotographie einsetzt. Sie belichtet dabei ganze Theaterstücke mit einer Lochkamera. Dabei entspricht die Belichtungszeit exakt der Dauer der Aufführung. Auf diese Weise wird eine ganze Theateraufführung in einem Bild eingefangen. In diesen Langzeitaufnahmen sind keine Details erkennbar, durch Überlagerung und Verdichtung von Bewegungsspuren entstehen ganz eigenwillige, poetische Bilder, die versuchen, Geist und Seele einer Inszenierung aufzuspüren und festzuhalten.

Stuke lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Visuelle Kommunikation an der FH Bielefeld bei Prof. Dr. Gottfried Jäger und der Akademie Minerva Groningen. Seit 1999 arbeitet sie international als freie Fotographin und Fotokünstlerin für verschiedene Regisseur*innen, Bühnenbildner*innen und Theater. 2008 gründete sie den eigenen Projektraum Kronenboden, einen Ausstellungs- und Konzertraum in Berlin mit Schwerpunkt auf den visuellen und darstellenden Künsten, der 2017 vom Berliner Senat für Kultur und Europa ausgezeichnet wurde. 2010 wurde sie eingeladen, ihre Camera obscura-Fotographie im Rahmen des Napoli Teatro Festival Italia anzuwenden und 2011 im PAN Palazzo delle Arti Napoli zu präsentieren. 2012 wurde sie zum Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Fotographie berufen.

Dr. Franziska Kunze (*1984 Rostock, DDR) leitet die Sammlung Fotografie und Zeitbasierte Medien an der Pinakothek der Moderne. Zu den von ihr kuratierten Ausstellungen gehören u.a. „Glitch. Die Kunst der Störung“ (2023) und „On View. Begegnungen mit dem Fotografischen (co-kuratiert mit Simone Förster, 2025). 2019/20 verantwortete sie die Abteilung Gegenwartskunst am LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster und war von 2017 bis 2019 Stipendiatin im Programm „Museumskurator*innen für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung mit Stationen in Essen, München, Winterthur und London. Franziska Kunze übernimmt Lehraufträge, verfasst Texte und engagiert sich in verschiedenen Fachjurys zur Fotografie.

Mit der Lochkamera die Zeit einfangen. (Theater-)Fotografie von Karen Stuke
Deutsches Theatermuseum, Galeriestr. 4a, München
Dienstag, 5.5.2026, 19:00 Uhr
Eintritt frei