Aktuelle Bücher im Januar 2015

Manfred Hamm (DGPh)
Berliner Portraits

Text von Enno Kaufhold
216 Seiten, 152 Abb. in Novaton
Eigenverlag
600 Exemplare, 148 Euro; Subskriptionspreis bis 10. Januar 2015: 100 Euro

"Mit seinen Porträts resümiert Manfred Hamm in diesem Buch vier Jahrzehnte Berliner Kunst und Kultur.
Er hat Maler, Bildhauer, Aktionskünstler, Schriftsteller, Verleger und Regisseure vorzugsweise in den Räumen aufgenommen, in denen sie arbeiten und in denen sie sich auf ihre je eigene, unverkennbare Weise inszenieren. Damit gewähren Manfred Hamms Photographien tiefe Einblicke in die kreativen Ausdrucksformen und das Selbstverständnis der dargestellten Persönlichkeiten" (Dr. Enno Kaufhold)

 

Wilhelm Schürmann
Entropie zu Hause

208 Seiten mit 165 ganzseitigen Abbildungen
500 Exemplaren, nummeriert und signiert
only photography
ISBN: 978-3-9816885-0-4; 128 Euro

Das Buch zeigt zum allerersten Mal Wilhelm Schürmanns farbige Arbeiten der letzten Jahre, aber auch etwa 30 der wichtigen s/w Bilder aus den 70er und 80er Jahren. Es bietet außerdem ein ausführliches Interview mit dem Künstler in drei Sprachen. Zahlreiche erfolgreiche Ausstellungsprojekte in verschiedenen Museen in Deutschland und den Nachbarländern brachten Schürmanns große Anerkennung als Kurator und u.a. eine Nominierung für die Leitung der Documenta ein. Sein immer eigenständiger Blick, die Kombination verschiedenster Medien in der Zusammenstellung seiner Sammlung und der von Ihm kuratierten Ausstellungen spiegelt sich auch in seiner eigenen Photographie wieder, die er mit großem Vergnügen und Intensität seit seiner Emeritierung in Aachen wieder aufgenommen hat. Und das seit einigen Jahren digital und in Farbe. Während die frühen Prints noch analog und ausschließlich s/w waren, sind die neuesten Photographien auch bedingt durch die Möglichkeiten der digitalen Technik, sehr viel spontaner, schneller und bilden zum überwiegenden Teil die Lebenswirklichkeiten seiner beiden "zu Hause" ab: Einerseits Kohlscheid bei Aachen, einem Vorort mit sehr vielen ländlichen Motiven und den typisch deutschen Kleinstadt Szenerien und andererseits Berlin-Mitte, die Karl Marx Allee mit Blick auf den Alexanderplatz. Ohne diesen Dualismus wäre Wilhelm Schürmann's Bildwelt sicher nicht so entstanden und zu verstehen.

 

Robert Doisneau
Jean-Claude Gautrand (Hg.)
540 Seiten mit über 400 Abbildungen
Taschen-Verlag
ISBN: 978-3-8365-4714-7; 49,99 Euro

Robert Doisneau zählt fraglos zu den berühmtesten Vertretern der ‚Photographie humaniste‘, einer dem Menschen zugewandten Photographie, die ihre große Zeit in den 1950er-Jahren hatte.
Vor allem für seine beseelten Bilder von Paris geliebt besaß der Photograph die besondere Gabe, charismatische Charaktere, unterhaltsame Vorkommnisse und kurze Momente des Humors und der Zuneigung mit der Kamera einzufangen. In alltäglichen Begebenheiten machte er Emotionen sichtbar, die das menschliche Leben ausmachen.
Neben seinen berühmten Hauptwerken finden sich in dieser neuen, umfassenden Retrospektive seines spektakulären Œuvres auch viele weniger bekannte, teilweise bislang unveröffentlichte Aufnahmen. Sie zeigen „ganz normale Handlungen ganz normaler Menschen in ganz normalen Situationen“. Durch die zahlreichen, persönlichen Zitate Doisneaus, die den Bildteil begleiten, entsteht ein Dialog zwischen den Bildern, dem Leser und dem Photographen – ein Dialog, der von Doisneaus Sensibilität zeugt, von seinem Humor und der Empathie für die Welt, in der er sich bewegte. Die über 400 Abbildungen nehmen uns in den fünf Kapiteln „Jugendjahre“, „Der Krieg“, „Hunger nach Bildern“, „Schwierige Jahre“ und „Anerkennung“, die wiederum jeweils in verschiedene Themen unterteilt sind, mit auf eine Reise zu den tristen Vorstädten von Doisneaus Jugend: In die Welt der Arbeiter, die er liebte und die für ihn eine ganz eigene Würde hatten, und in die Ateliers vieler bahnbrechender Künstler seiner Zeit, die er in nachdenklichen und kreativen Momenten einfing. Hinzu kommen einige seiner weit weniger bekannten Farbaufnahmen, die uns etwa nach Palm Springs oder in die Banlieue von heute führen und in denen uns ein ganz anderer, kritischerer Robert Doisneau begegnet. Sein langjähriger Freund Jean Claude Gautrand, einer der herausragenden französischen Experten in Sachen Photographie, konnte als Herausgeber der großartigen Monographie auf das umfangreiche Bildarchiv Doisneaus zurückgreifen. Das Wirken des Herausgebers wiederum wird im Vorwort von Doisneaus Töchtern Francine Deroudille und Annette Doisneau gewürdigt. (vZ)

 

Otto Steinert und Timm Rautert (DGPh)
Weiss und Schwarz

Kunstgeschichtlicher Text von Steffen Siegel (DGPh)
112 Seiten mit ca. 89 SW-Abbildungen
Setareh Galerie
ISBN 978-3-945498-00-2; 28 Euro

Der Katalog „weiss und schwarz - fotografien von otto steinert und timm rautert“, herausgegeben von der in Düsseldorf zu der gleichnamigen Ausstellung, ist eine interessanter Beitrag zur Rezeption der „Subjektiven Photographie“ und zugleich gibt es einen interessanten Einblick in die künstlerischen Arbeitsweisen von Schüler und Lehrer. Mit der Definition der „Subjektive Photographie“ hat Otto Steinert die Photographie als eigenständige Kunst etabliert, und der Stilentwicklung und die Rezeption seit den 1960er Jahren entscheidend geprägt. Er fordert von der Photographie, „eine autonome künstlerische Ausdrucksform zu finden“ und die „Objektivität“ der künstlerischen Bildkomposition und der Bildidee unterzuordnen, auch unter Berücksichtigung der experimentellen Dunkelkammertechniken. Mit seinen Luminogrammen setzt er angeregt von der informellen Malerei diese These in abstrakte SW-Kompositionen um. Der Katalog zeigt eindrucksvoll, dass aus Steinerts Lehre seine Schüler ein ganz andere Position bezogen haben, wie z.B. Timm Rautert bei seiner Reportage „The Amish“ (1974). Diese künstlerische Serie stellt in ihrer bildnerischen Komposition den Bezug der Menschen untereinander und zu ihrem Alltagsleben her. Er zeigt die Bedeutung sozialer Rollen und das individuelle Ausbrechen aus der Uniformität, den Aspekt der Distanz in der Photographie und den Respekt vor der dargestellten Person, eine persönlich und subjektive Wahrnehmung, die durch die klare dokumentarische Bildgestaltung entsteht. Der Katalog ist nicht nur optisch reizvoll, sondern für alle photographisch Interessierten eine wichtige Information und Anregung für das eigene Arbeiten. (DB)

 

Siebrand Rehberg
Signale des Aufbruchs

136 Seiten mit ca. 120 SW-Abbildungen
Nicolai Verlag
ISBN 978-3-89479-878-9; 24,95 Euro

Das Buch zeigt eine „street photography“ von großer Qualität und ist mit dem Buch »um/around 1979« (DGPh nesletter September 2014) eine interessante Auseinandersetzung mit den photographischen Konzepten dokumentarischer Photographie der 1970er Jahre. Erik Steffen stellt in seinem Essay die allgemeine politische Situation der 70er Jahre und ihre spezielle Berliner Ausprägung vor, die Anregung für den Photographen war und heute die Bildmotive in einen historischen Kontext stellt. Siebrand Rehberg besondere Stärke sind seine Menschenbilder, die einfühlsamen Kinderporträts mit Lebensfreude und Selbstbehauptung in einer unwirtlichen Stadt mit ihren Ruinen. Eindrucksvoll und aus heutiger Sicht besonders wichtig ist, dass er das Alltagsleben gleichermaßen östlich und westlich der Mauer zeigt. Seine präzise Bestandsaufnahme des Alltaglebens in einfühlsamen Momentaufnahmen lassen manchem Betrachter in einem Erinnerungsraum die eigene Jugendzeit in Bildern wiederentstehen. Die Photographien sind ein Zeitdokument weit über die Stadt Berlin hinaus und ein wichtiger Beitrag zur „street photography“ in Deutschland. (DB)

 

Darren Almond
Fullmoon

360 Seiten mit 260 großformatigen Abbildungen
Taschen-Verlag
ISBN 978-3-8365-4714-7; 49,99 Euro

In dem neuen Bildband „Fullmoon“ trifft Konzeptkunst auf Poesie: Der britische Künstler Darren Almond photographiert nachts bei Vollmond archetypische Naturformationen und schlafende Landschaften – ausschließlich mit dem natürlichen Licht des Mondes und Belichtungszeiten von bis zu einer Viertelstunde. Er folgte damit den Fußstapfen von Landschaftsmalern, wie William Turner, John Constable, Paul Cézanne oder Caspar David Friedrich. Die lange Belichtung lässt die Szenerie fast so hell erscheinen wie im Morgengrauen, doch die Atmosphäre ist eine andere. Sogar die Schatten strahlen ein mildes Leuchten aus, Sternlinien überziehen den Himmel und Wasser bedeckt die Erde wie ein nebliger Schaum.
Almonds Thema ist die Zeit, die in der Unvergänglichkeit der Landschaft gleichsam aufgehoben scheint und im Medium der Photographie zugleich ihre Vergänglichkeit offenbart. Für die rund 260 in diesem Band jeweils ganzseitig präsentierten Arbeiten folgte Almond dem Vollmond auf historischen Routen rund um den Erdball: In die Antarktis und zum Polarkreis, aber beispielsweise auch in die Provence, ins Yosemite Valley, zum Ursprung des Nils in Uganda, nach Hawaii, nach Cap Verde, ins japanische Nikko oder in die deutsche Eifel. Almonds Zyklus sucht Antworten auf die Frage nach einer zeitgemäßen, mit Hilfe der Photographie möglichen Darstellbarkeit romantischer Motive und findet diese in den majestätischen amerikanischen Bergen, den kargen arktischen Eisfeldern, pittoresken Felsen am Meer in Japan oder den ihm besonders vertrauten Landschaften Großbritanniens. Die Einleitung von Sheena Wagstaff, Leiterin des Modern and Contemporary Art Department des Metropolitan Museum in New York, steht unter dem Titel „die Nacht wie der Tag“ und das Essay des Autors Brian Dillon befasst sich unter dem Titel „Die Form verliert sich im Licht“ mit Photographie und Landschaft in Darren Almonds „Fullmoon“. Vom Photographen zu jedem der 32 Kapitel persönlich ausgewählte Zitate von John Ruskin über William Fox Talbot bis James Joyce ergänzen das Meisterwerk.  (vZ)

 

Maximilian Meisse
Ready Places Berlin

Vorwort: Gerwin Zohlen
96 Seiten mit 74 farbigen Abbildungen
Wasmuth-Verlag
ISBN: 978-3-8030-0782-7; 29,80 Euro

Die Photographien aus der Serie „Ready Places Berlin“ von Maximilian Meisse, der in Zürich und Stuttgart Architektur studierte und sich seit 2000 der Architekturphotographie widmet, zeigen Berliner Orte, die größtenteils bekannt sind, aber im Alltag anders als in den von ihm sorgfältig komponierten Bildern wahrgenommen werden. Die Darstellungen bekannter und auch unbekannter Plätze und Bauten der deutschen Hauptstadt präsentieren diese fast ausschließlich überraschend menschenleer. Dabei stellen sich unwillkürlich Assoziationen mit fernen Orten ein: Die Gedächtniskirche wird zum Wolkenkratzer, das Bettenhochhaus der Charité scheint am Central Park zu stehen, Funkturm und BfA-Hochhaus wachsen aus grünen Baumkronen empor, die abgebrochene Deutschlandhalle erinnert an Länder, in denen Krieg herrscht. Die Villa von der Heydt und das Casino in Glienicke könnten in Italien aufgenommen worden sein und der Friedrichstadtpalast am Broadway. Die Innenausstattung von Charlottenburger Etagenpensionen oder des Hauses Cumberland evoziert Pariser Grandhotels. Meisses photographische Inszenierung der vorgefundenen Orte führt zu deren Verwandlung und Neuinterpretation, die den realen Zustand in Frage stellt. Ein trister Wohn-Plattenbau gegenüber der Russischen Botschaft fällt durch seinen begrünten Eingang auf. Im Hotel Bogota ragt ganz selbstverständlich ein Ölgemälde über die Wandvertäfelung hinaus. Die gealterten Brandwände eines Hinterhofs weisen schöne Pilaster auf. Der Schriftsteller und Architekturkritiker Gerwin Zohlen stellt dazu in seinem Vorwort fest: „Die Bilder strahlen Ruhe und Abgeklärtheit aus. Vor allem zeigen sie Präzision. Das Licht, der Blick, die gelegentlich wie aufgehoben wirkende Entfernung der Objekte zueinander, die Fernes so nah rückt, wie es noch nie gesehen wurde, und umgekehrt das Naheliegende und Vertraute so abrückt, als sei es gerade erst aus dem kühlen Weltall auf die Erde gefallen.“ (vZ)

 

Tor Seidel
The Dubai

160 Seiten, 75 Abb., Deutsch, Englisch, Arabisch
Hatje Cantz
ISBN 978-3-7757-3856-9; 58 Euro

Mit der Entdeckung von Ölvorkommen in den 1960er-Jahren verwandelte sich Dubai von einer kleinen Handelssiedlung in eine globalisierte Metropole. Das entstehende New Dubai hat keine historischen Spuren und gewachsenen Strukturen, dafür aber die größten Einkaufszentren, höchsten Wolkenkratzer und künstliche Inseln sowie die Vision, Konsum- und Freizeitbedürfnisse von Millionen Menschen weltweit zu befriedigen. Tor Seidel (*1964) nähert sich dem fragmentierten urbanen Raum aus einer distanzierten Perspektive, die dem Schein der Kulissen nicht verfällt, sondern auf die Abgründe dazwischen verweist. In seinen Photographien verflachen etwa gigantische Shoppingmalls vor dem Hintergrund der Tristesse stillgelegter Megaprojekte. Der Künstler dokumentiert die bauliche Entwicklung der vergangenen acht Jahre und zeigt überraschende Bilder einer Stadt im permanenten Wandel – voller Brüche und Absonderlichkeiten. So wird The Dubai zur Allegorie auf die zwischen Illusion, Versprechen und Realität schillernde Metropole am persisch-arabischen Golf.

 

Jörg Bielefeld, Alfred Büllesbach (DGPh)
Bismarcktürme

Architektur, Geschichte, Landschaftserlebnis
180 Seiten, 240 Abbildungen
morisel Verlag
ISBN: 978-3-943915-08-2; 28 Euro

Von der Ostsee bis zum Bodensee: In Deutschland stehen heute noch 146 Bismarcktürme. Viele von ihnen dienen heute wie damals als Aussichtstürme. Sie sind Zeugnis eines einzigartigen Personenkultes und baugeschichtliches Kuriosum zugleich. Doch wer veranlasste den Bau dieser Türme? Welche Funktionen hatten diese wuchtigen Bauwerke, die an bestimmten Tagen an der Turmspitze beflammt wurden? Mit vielen Details zeichnet dieser Bildband die Entstehungsgeschichte der Bismarcktürme nach und geht auch auf die architektonischen Besonderheiten der teils sehr kunstvollen Türme ein. Fast 150 historische Bilddokumente vermitteln den einzigartigen Bau-Boom der Bismarcktürme und den damaligen Zeitgeist. Zudem wird veranschaulicht, wie in der wechselvollen Geschichte Deutschlands nach dem Bismarckkult mit den Türmen umgegangen wurde.

 

Manifeste
Essay von Bernd Stiegler (DGPh)

420 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
Steidl Verlag
ISBN 978-3-86930-765-7; 38 Euro

Der Ausstellungkatalog ist als Publikation zu der gleichnamigen Photographie-Ausstellung erschienen. Das Buch ist ein interessanter Beitrag zur Stilentwicklung der künstlerischen Photographie der letzten 100 Jahre, der besonders aktive zeitgenössische PhotographenInnen zur Diskussion anregen wird. Da nach Otto Steinert Definition die Photographie eine „autonome künstlerische Ausdrucksform“ finden soll, ist es notwendig, dass die künstlerischen Bildgestalter und nicht die Kuratoren und Kunstgeschichtler die Deutungshoheit haben. Diesen Ansatz verfolgt die „andere Geschichte der Photographie“, in der bedeutende künstlerische Photographen ihre persönliche Ansichten zu dem Anspruch, die „die Welt durch das Medium neu wahrzunehmen und sie zu verändern“, die eigene Bildästhetik und die adäquate Präsentation der Werkserien zur Diskussion stellen. So wird die facettenreiche Debatte zu Wirkung und Selbstverständnis des photographischen Mediums in Bezug auf Technik und Ästhetik geführt. Bernd Stiegler vergleicht die Bedeutung des Wortes Manifest „aus Einstellungen Standpunkte zu machen“ mit dem Wesen künstlerischer Photographie, so wie A. Renger-Patzsch die „Ästhetik“ auf die griechische Wortbedeutung „Wahrnehmung“ zurückführt. Die Texte spannen einen Bogen von den Anfängen über die Positionen der klassischen Moderne, den Zielsetzungen und Abgrenzungen von Moholy-Nagy und Renger-Patzsch, den Gestaltungsmöglichkeiten von Bildern, bis zu den Kommentaren zeitgenössischer Künstler. Das Buch ist klar gegliedert, gibt jedem Aspekt eine eigene Bühne und zeigt in den Faksimiles gleichzeitig die typographische Stilentwicklung. Beim Benutzen wird der photographisch interessierte Leser angeregt, eigene Standpunkte und Kommentare hinzuzufügen und so die Diskussion über Auftrag und Bedeutung der Photographie fortzuführen. Ein wichtiges Buch zur Definition der Rollenverteilung von Photograph und Kurator im zeitgenössischen Kunstbetrieb. (DB)

 

Walter Dick
Köln: Menschen 1945-1960

175 Seiten, zahlreiche Abbildungen
Emons Verlag
ISBN 978-3-95451-050-4; 29,95 Euro

Walter Dicks »Köln – Menschen 1945 – 1960« zeigt unermessliche Zerstörungen, schon wieder vergessene Neubauten, alte Trümmer, neue Brücken und erste Blechschäden. Und in der Mitte stets die Menschen: Schulkinder, Kriegsheimkehrer, Spätaussiedler, die ersten Arbeiter aus dem Süden Europas – Kölner eben. Walter Dick war eine prägende Gestalt im deutschen Photojournalismus der Nachkriegszeit. Die lange und spannende Periode des allmählichen Wiedererstehens der Domstadt und des Lebens darin hat er auf einzigartige Weise mit seiner Kamera begleitet. 2014 hätte Walter Dick seinen einhundertsten Geburtstag gefeiert. Dieses Buch erinnert an den großen Photographen und Kölner.

 

Ken Schluchtmann
Architektur und Landschaft in Norwegen

160 Seiten, 107 Abb.
Hatje Cantz
ISBN 978-3-7757-3837-8; 58 Euro

Dem Berliner Photographen Ken Schluchtmann (*1970) ist es gelungen, für seine Aufnahmen eine unverwechselbare Bildsprache zu schaffen: Klar und kühl wirken seine Arbeiten, dabei präsentiert er seine Objekte sinnlich, ohne zusätzliches künstliches Licht, in der Dämmerung oder bei bedecktem Himmel. Auf dem World Architecture Festival in Singapur wurde er 2012 und 2013 jeweils als Architekturphotograph des Jahres ausgezeichnet. Für das freie Photoprojekt in diesem Band legte Schluchtmann mehr als 20 000 Kilometer zurück: Er inszenierte vor dramatischer Landschaftskulisse die imposanten Bauten, die in den letzten Jahren im Auftrag der Regierung entlang der Nationalstraßen Norwegens entstanden sind: von der Wildbeobachtungsstation im Dovre-Nationalpark des Architektenteams Snøhetta über Reiulf Ramstads schwindelerregende Aussichtsterrassen an den Trollstigen bis hin zum Steilneset Memorial von Peter Zumthor und Louise Bourgeois, das der Hexenverbrennungen von Vardø gedenkt.

 

Stefan Hunstein
Im Eis

120 Seiten mit ca. 60 Farbabbildungen
Hirmer Verlag
ISBN 978-3-7774-2297-8; 39,80 Euro

Schon in der Frühzeit der Photographie im 19. Jahrhundert waren exotische Orte wie der wilde Westen, die alpine Bergwelt oder Ägypten Themen der Photographie. Die ersten arktischen Bildmotive stammen von der Salomon August Andrée Expedition (1897), künstlerisch eindrucksvolle Photographien von der Endurance Expedition 1914 mit Sir Ernest Henry Shackleton. Im 21. Jahrhundert haben auch die photographierenden Künstler Olafur Eliasson oder Darren Almond die Polarregionen als Thema entdeckt. 2012 hat der Photograph Stefan Hunstein die Westküste der Eisinsel Grönland unter künstlerischen Aspekten erkundet. Entstanden ist eine faszinierende Serie die von grandiosen Natur und ihrer immensen Farben- und Formenvielfalt zeugt, zu deren Ausstellung der vorliegende Katalog erstellt wurde. Wie in seinen bisherigen Werkserien werden die Grenzen und Möglichkeiten photographischer Ausdrucks- und Wiedergabeformen ausgelotet. Dabei hat er sich ganz auf die Textur und Materialität der Eisformationen, die einer ständigen Metamorphose unterliegen, und die typische leicht bläuliche diffuse Lichtstimmungen konzentriert. Die Werkserie zeigt eindrucksvoll, dass man auch ohne Manipulationen und Überhöhungen faszinierende Landschaftsphotographien erstellen kann. Wie vor 100 Jahren wird der Betrachter durch die Wahrnehmung dieser geheimnisvollen und in ihren Dimensionen nicht erfassbaren Naturlandschaften beeindruckt. (DB)

 

Neues Licht
Hg. Steffen Siegel (DGPh)

Daguerre, Talbot und die Veröffentlichung der Photographie im Jahr 1839
518 Seiten, 59 s/w Abb.
Wilhelm Fink Verlag
ISBN: 978-3-7705-5736-3; 59 Euro

"Es ist«, schrieb Alexander von Humboldt Ende Februar 1839 an Carl Gustav Carus, »eine der erstaunenswürdigsten Entdeckungen neuerer Zeit." Sieben Wochen zuvor war in Paris die Daguerreotypie öffentlich vorgestellt geworden – und mit ihr zum ersten Mal die Möglichkeit, photographische Bilder herzustellen. Die Nachricht von dieser Erfindung verbreitete sich in Windeseile in aller Welt und forderte weitere Erfinder dazu heraus, ihre eigenen photographischen Forschungen öffentlich zu machen. 1839 ist das Jahr, in dem sich das Nachdenken und Sprechen über die Photographie formieren. Die in diesem Band versammelten Texte geben die Bahnen vor, auf denen sich fortan die Diskurse zur Photographie bewegen. Für sie galt es, Metaphern und Begriffe zu prägen, Vergleiche und Argumentationen auszubilden – kurz: Standards des Sprechens zu etablieren. Formuliert werden dabei weit ausgreifende Fantasien, aber auch ernsthafte Befürchtungen. Und stets ging es hierbei um nichts weniger als die Zukunft der Bildenden Kunst. Erschienen in der Reihe: photogramme
 

Alexander Dacos
Digitale Schwarz-Weiß-Fotografie

216 Seiten
mitp Verlag
ISBN: 978-3826697340; 19,99 Euro

Schöne Bilder zu ausschließlich in Graustufen zu gestalten ist gar nicht so leicht die Welt ist schließlich bunt und erst die Technik raubt ihr die Farben. Wie der Leser eigene monochrome Bildideen entwickeln und erfolgreich umsetzen kann, zeigt Alexander Dacos in dieser Neuerscheinung der mitp Edition FotoHits. Er geht auf die Wirkung von Licht und Schatten ein und zeigt anhand beeindruckender Beispiele, worauf bei Schwarz-Weiß-Bildern geachtet werden muss, um in die Fußstapfen der berühmten Photographen aus analogen Zeiten zu treten. Porträt, Landschaften oder Stillleben reduzierte Bilder in Schwarzweiß haben ihren ganz eigenen Reiz. Ein Taschenbuch aus der mitp Editon FotoHits.

 

Dagmar Sippel (DGPh)
111 Geschäfte in Paris

240 Seiten, zahlreiche Abb.
Emons Verlag
ISBN 978-3-95451-458-8; 14,95 Euro

Paris ist die Stadt der Liebe und der Leidenschaft, la vie en rose! Kann es einen schöneren Ort zum Einkaufen geben? Dagmar Sippel hat sich auf eine Entdeckungsreise durch die romantischste Stadt Europas gemacht. Unwiderstehlich ist diese romantische Traumkulisse mit ihren 20 verschiedenen Stadtvierteln und ihren 2,3 Millionen Einwohnern. Vergangenheit und Gegenwart, gepaart mit Eleganz und Tradition. Noblesse oblige. Dieses Buch lädt Sie ein, 111 faszinierende Geschäfte zu entdecken: mit elegantem Chic, erotischem Charme und den feinsten Delikatessen, von Trödel und Vintage bis hin zu modernen Konzeptstores für Kinder, Kunst und Handwerk. Treffen Sie außergewöhnliche Inhaber, die stolz auf ihr Wissen über Generationen sind.