75 Jahre DGPh | 75 Interviews | 75 Perspektiven

75 Interviews, geführt mit 75 DGPh-Mitgliedern, eröffnen Einblicke in den inhaltlichen Reichtum der DGPh. Ausgewählt vom Vorstand, stehen sie generationenübergreifend stellvertretend für die vielen Felder der Fotografie, für die Vielfalt der Themen und Blickwinkel innerhalb der DGPh. Gemeinsam zeichnen die Interviews ein facettenreiches Bild ihrer Mitglieder und verweisen gleichzeitig auf die verbindende Kraft der Fotografie. Die Interviews anlässlich des 75-jährigen Bestehens der DGPh führte Ute Noll, Redakteurin und Kuratorin mit Schwerpunkt Fotografie, von der auch das Konzept für die Gesprächsreihe stammt.

Sebastian Lux: Die Fotografie muss sinnlich sein

F.C. Gundlach, Op Art-Badeanzug, Brigitte Bauer, Sinz Bademoden, Vouliagmeni, 1966 © F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach
F.C. Gundlach, Op Art-Badeanzug, Brigitte Bauer, Sinz Bademoden, Vouliagmeni, 1966 © F.C. Gundlach / Stiftung F.C. Gundlach
Sebastian Lux ist seit 2003 in der Stiftung F.C. Gundlach in Hamburg tätig, die er seit 2012 als Geschäftsführender Vorstand leitet. In enger Zusammenarbeit mit Gundlach hat er die Stiftung zu einer international vernetzten Institution für die Bewahrung und Vermittlung fotografischer Archive ausgebaut. Die Stiftung betreut heute neben dem Werk F.C. Gundlachs bedeutende fotografische Vor- und Nachlässe, darunter die Nachlässe von Peter Keetman, Reinhart Wolf und Andreas Herzau sowie den Vorlass von Henrik Spohler.

Esther Haase: Der Zufall in der Inszenierung ist mein bester Freund

The red dress Elie Saab Haute Couture, Paris 2018 © Esther Haase
The red dress Elie Saab Haute Couture, Paris 2018 © Esther Haase
Esther Haase, geboren in Bremen, arbeitet seit 1993 international als Fotografin. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Modefotografie, die sie mit einer unverwechselbaren Bildsprache prägt. Daneben arbeitet sie in den Bereichen Porträt und Reportage. Nach einer klassischen Tanzausbildung studierte sie Grafikdesign mit Schwerpunkt Fotografie an der Hochschule für Künste Bremen.

Barbara Klemm: Sehen lernen von der Malerei

Demonstration gegen die Startbahn West, Frankfurt am Main, 1981 © Barbara Klemm
Demonstration gegen die Startbahn West, Frankfurt am Main, 1981 © Barbara Klemm
Barbara Klemm, geboren 1939 in Münster, zählt zu den prägenden Stimmen der deutschen Fotografie und hat die visuelle Erinnerung der Bundesrepublik über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgestaltet. Als Fotografin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat sie politische, gesellschaftliche und alltägliche Situationen beobachtet und in Bilder übertragen. Die Arbeiten sind geprägt von Zurückhaltung, Genauigkeit und Respekt vor dem Gezeigten sowie einer fotografischen Haltung, die sich weniger am einzelnen Bild als an Zeit, Wahrnehmung und Zusammenhang orientiert.

Juliane Rückriem: Abwesenheit ist keine Leere, sondern eine Spur

Passage Nantes © Juliane Rückriem
Passage Nantes © Juliane Rückriem
Juliane Rückriem, 1966 in Buir im Rheinland geboren, fotografiert seit ihrem sechzehnten Lebensjahr. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln war Fotografie in ihren verschiedenen beruflichen Stationen ein stetig wachsender Bestandteil, bis sie sich ihr schließlich ganz widmete. Seit rund zwanzig Jahren verfolgt sie freie fotografische Projekte, die sich mit Architektur auseinandersetzen: Parkhäuser und Tiefgaragen, Schwimmbäder, historische Passagen, Metrostationen, Gewächshäuser.

Roy Hessing: Licht als Werkzeug des Sehens

Fotoserie Pflanzensamen im Flug | Linde © Roy Hessing
Fotoserie Pflanzensamen im Flug | Linde © Roy Hessing
Roy Hessing, geboren 1966 in den Niederlanden, arbeitet seit 2007 als Fotograf am Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke und am Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München. Nach einem Studium der Biologie und einem Multimedia-Studium in Amsterdam verbindet er wissenschaftliche Neugier mit einem Interesse an den Grenzen des Sichtbaren.

Anja Schürmann: Bildung endet nicht beim Text

Anja Schürmann © Valerie Schmidt
Anja Schürmann © Valerie Schmidt
Anja Schürmann, geboren in Marburg, studierte Kunstgeschichte, Germanistik, Musikwissenschaft und Psychologie und promovierte über die Bildbeschreibung als kunsthistorisches Medium. Sie ist Permanent Researcher am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI), wo sie den Forschungsschwerpunkt Visual Literacy aufgebaut hat. Sie arbeitet zudem an einer Theorie des fotografischen Buchs und lehrte an der Universität Düsseldorf und an der Folkwang Universität Essen.