Mary Ellen Mark in New York verstorben

Die renommierte Dokumentarphotographin Mary Ellen Mark, Trägerin des Dr.-Erich-Salomon-Preises 1994, starb am 25. Mai im Alter von 75 Jahren in New York.

Mary Ellen Mark ist seit den 60er Jahren eine Fürsprecherin für Menschen im Abseits. Ohne Pathos aber mit großer Einfühlsamkeit, ohne Partei zu ergreifen aber mit deutlichem Hinweis auf die Defizite industrieller Gesellschaften zeigt sie das Leben der Verlierer und Abgehängten. Ob Straßenkinder in Seattle, geistig Behinderte in Oregon oder Prostituierte in Mumbai, sie ging den Problemen dieser Welt nicht aus dem Wege sondern entwickelte eine eigene Bildsprache, das Leben und die Schwierigkeiten dieser Menschen zu zeigen und die besondere Lebenslage zu dokumentieren.

Sie ging dahin, wo andere nicht hingehen oder hinsehen wollten, sie stellte sich den Problemen und der besonderen Situation sozialer Randgruppen, nüchtern und ohne Voyeurismus. Dabei werden aber die Vertrautheit und die gegenseitige Annäherung spürbar und ein hohes Maß an Menschlichkeit ist den Bilder zu entnehmen.

Mary Ellen Mark portraitierte aber auch viele Politiker und Prominente, publiziert wurden ihre Aufnahmen in Magazinen wie "Life", "Time", "Vogue", "Rolling Stone" und "Vanity Fair" und in einer Reihe eigener Bücher. Von 1977 bis 1981 war sie Mitglied bei Magnum.

1984 begleitete sie photographisch die Arbeiten an dem sehr eindrücklichen Film „Streetwise“, den ihr Mann Martin Bell gemeinsam mit Cheryll McCall realisierte. Das Thema Obdachlosigkeit und Probleme Heranwachsender in Seattle begleitete sie viele Jahre, immer wieder dokumentierte sie die Entwicklung des Mädchens Tiny.
Auch das Leben einer von Obdachlosigkeit betroffenen Familie in Kalifornien dokumentierte sie 1987 für das Magazin „Life“, dadurch konnten viele Spenden für Hilfsprogramme eingeworben werden. Erneut besuchte sie die Familie Mitte der 90er Jahre um festzustellen, dass die Hilfe in dem konkreten Fall nichts genutzt hatte. In den vergangenen Jahren arbeitete sie an einem Projekt zu den Folgen des Hurrikans Katrina.

1994 erhielt sie für ihre Arbeit den Dr.-Erich-Salomon-Preis der DGPh, 2014 wurde sie für "Außergewöhnliche Leistungen für die Fotografie" im Rahmen der Sony World Photography Awards 2014 ausgezeichnet. Im Rahmen des World Press Awards wurde sie mehrfach ausgezeichnet.