Sektion Geschichte und Archive

Gegenstand der Sektion Geschichte und Archive sind alle Anwendungsbereiche und Einsatzmöglichkeiten der Photographie seit ihren Anfängen. Dazu zählt die historische Auseinandersetzung mit den medienspezifischen Gegebenheiten photographischer Bilder gleichermaßen wie die Beschäftigung mit den institutionellen, technologischen und kommunikativen Voraussetzungen und Veränderungen, welche die Photographie im Laufe ihrer 170jährigen Geschichte erfahren hat. Neben kultur-, kunst- und technikgeschichtlichen Fragen widmen sich die Sektionsmitglieder der Bewahrung des photographischen Erbes, d.h. der Sammlung, Verwahrung, Konservierung, Restaurierung von Photographien und von photographischen Optiken und Apparaten.

Von der „Sektion Photomuseen“ zur „Sektion Geschichte und Archive“. Die Geschichte der Sektion

Auf Initiative von Konrad Mommsen ist die Sektion Photomuseen der DGPh am 26. Juli 1965 im Deutschen Museum in München gegründet worden. Nicht sosehr auf die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Photographie zielte die neue Sektion ab, als auf „die Förderung und Weiterentwicklung aller in Deutschland bestehenden und eventuell noch entstehenden photographischen Museen und Sammlungen sowie [auf] die Pflege des Kontaktes zu ähnlichen Einrichtungen im Ausland.“ Somit begriff sie die Förderung der Kommunikation „zwischen den Museen und den in der Fotografie [...] Tätigen“ als eine ihrer Hauptaufgaben. Als einen weiteren Arbeitsschwerpunkt betrachteten die Sektionsmitglieder „die Belebung des öffentlichen Interesses an den Fotomuseen.“

Wie der von 1977 bis 1996 als Sektionsvorsitzender fungierende Dr. Rolf H. Krauss 1981 in der Zeitschrift „DGPh Intern“ die Entwicklung der Sektion zusammenfasste, „konnte damals [niemand] vorausahnen, welchen rasanten [Gang] das Interesse an der Geschichte der Photographie nehmen würde. Nach dem Krieg war der Blick allgemein nach vorne und nicht in die Vergangenheit gerichtet [...]. Erst um die Wende der siebziger Jahre [wandte] sich die allgemeine Aufmerksamkeit – auch einer breiteren Öffentlichkeit – der Geschichte wieder zu.“ Daraus folgerte, dass sich die Sektion Photomuseen schon 1971 umbenannte und die Auseinandersetzung mit allen Aspekten der Geschichte der Fotografie fortan ins Zentrum ihrer Tätigkeiten stellte. Doch erst in der 1978 verabschiedeten neuen Geschäftsordnung wurde „die Förderung des Interesses an der Geschichte der Photographie sowie die Erweiterung der Kenntnisse auf diesem Gebiet“ als Wirkungsbereich der Sektion Geschichte beschrieben.

Als der Vorstand der DGPh auf einer Klausurtagung in Herten am 29. April 2000 die Sektion abermals umbenannte, trug er einer weiteren Ausdifferenzierung des photohistorischen Tätigkeitsfeldes Rechnung. Zum Aufgabengebiet der Sektion Geschichte und Archive sollten nunmehr nicht allein photohistorische und phototheoretische Untersuchungen zählen, sondern auch die Bewahrung des photographischen Erbes, d.h. die Sammlung, Verwahrung, Konservierung, Restaurierung von Photographien und von photographischen Optiken und Apparaten. Seit 2000 sind technologische Neuerungen wie Digitalisierung und elektronische Datenbanken, die die Arbeit photographischer Archive im zunehmenden Maße bestimmen bzw. die das Tätigkeitsfeld von diesen maßgeblich verändern, ebenfalls Gegenstand der Sektionsarbeit (vgl. die Tagung „Depot und Plattform. Photoarchive im post-photographischen Zeitalter).

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