Aktuelle Bücher im März 2019

Guy Tillim
Museum of the Revolution

Vorwort aus dem Text "Out of the dark Night" von Achille Mbembe
Texte von Guy Tillim in Englisch
Festeinband, in Leinen gebunden & bedruckt
136 Seiten mit 65 Photographien in Farbe
Mack Books
Katalogband zur gleichnamigen Ausstellung in der Fondation Henri Cartier-Bresson, Paris (26. Februar bis 2. Juni 2019).
ISBN 978-1-912339-27-3; 35,- Euro

"Guy Tillim betrachtet den urbanen Raum als Ort der Inschrift und zeigt die Spuren der Kolonialgeschichte, in der neue politische Orientierungen Wurzeln schlagen. Tillim ist Teil der Nach-David-Goldblatt-Generation, die die südafrikanische Photoszene in den 1990er und 2000er Jahren maßgeblich beeinflusst hat." (Clément Chéroux).
Guy Tillim wurde für sein Projekt "Museum of the Revolution" mit dem HCB Award 2017 ausgezeichnet.  Die aus Straßenszenen bestehende Serie zeigt das Auf und Ab der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Machtverschiebungen der zwei großen Revolutionen, die in den letzten 65 Jahren in afrikanischen Ländern stattgefunden haben: aus der Kolonialzeit auf postkoloniale Regime, die in vielen Fällen sozialistische Politik einnahmen, und dann von afrikanischen Nationalisten zu globalen kapitalistischen Staaten. Wie der südafrikanische Photograph dabei die Street Photography in Szene setzt, ist bemerkenswert. Der leicht quer-formatige Hardcoverband (28 x 26 cm.) wurde nach dem "Museum der Revolution" in Maputo, der Hauptstadt Mosambiks, benannt. Mosambik steht stellvertretend für die Entwicklung vieler afrikanischer Staaten: Abtretung von Gebieten des Britischen Empire an Länder wie Portugal. Unabhängigkeitsbestrebungen, die in den 1970er Jahren zur Loslösung von den Kolonialmächten sowie der Hinwendung zum Sozialismus führten und oft in Bürgerkriege mündeten, bevor in sich den 90er Jahren zu jungen Demokratien westlicher Prägung entwickelten.
Der bedruckte Einband zeigt eine Szene aus einem Panorama-Gemälde, das die Befreiung der Hauptstadt von der portugiesischen Kolonialherrschaft zeigt. Der hier dargestellten Rhetorik - Führer und die Anhänger ziehen durch Straßen & Alleen, die von den Kolonialmächten mit Pracht angelegt wurden - stellt Tillim den heutigen Alltag verschiedener Länder des Kontinents gegenüber. Auf eine Abbildung des Panoramas folgen Tillims Strassenbilder. Interessant ist, wie der südafrikanische Photograph die sich oft über zwei Seiten erstreckenden Panoramabilder in Einzelteile zerlegt. Dadurch wechselt das einzelne Bild in ein Hochformat und es entstehen neue Perspektiven und Betonungen.
Im Photoband ‚“Museum of the Revolution“ findet Tillims langjährige Beschäftigung mit der Straßenphotographie im ambivalenten Miteinander von Alltag und Architektur gewordener Machtpolitik seine Fortsetzung. Wer das schrittweise verfolgen möchte, dem seien die Bände ‚“Leopold and Mobutu“ (2004) „Congo Democratic“, „Avenue Patrice Lumumba“ (beide 2008) oder auch „Roma, Città di mezzo“ (2009) sowie „Edit Beijing“ (2017) empfohlen. (© Richard G. Sporleder, Cafe Lehmitz Photobooks)

 

UMBO. FOTOGRAF
Photographien von Otto Umbehr (UMBO)

Herausgegeben von Inka Schube (DGPh)
Texte von Umbo, Inka Kristina Blaschke-Walther, Ute El Nahawi und Maria Bortfeldt, Michael Glasmeier, Stella Jaeger, Anthea Kennedy und Ian Wiblin, Angela Lammert, Annelie Lütgens, Sabrina Madanici, Patrick Rössler, Bernd Stiegler (DGPh), Christoph Wagner, Georg Wiesing-Brandes, Inka Schube in Deutsch
Leineneinband mit Schutzumschlag, 336 Seiten, ca. 230 Abbildungen Schwarz-Weiß-Photographien in Duoton
Snoeck Verlag
ISBN 978-3-86442-280-5; Buchhandelspreis: 58,00 € Euro, Museumspreis: 48,-Euro

Mit dem Begleitbuch UMBO. FOTOGRAF richtet das Sprengel Museum dem Photographen Otto Maximilian Umbehr (1902 –1980) eine umfangreiche Retrospektive aus, mit der 200 Photographien unterschiedlicher Werkgruppen der 1920er bis 1970er Jahre erschlossen werden. Das Buch ist eine wirkliche photographische Entdeckung und eine wichtige Neuerscheinung zum BAUHAUS Gedenkjahr, denn es zeigt prägnant welche stilistische Bedeutung die „klassische Moderne“ bis heute hat.
UMBO prägte mit seinen kreativen Perspektiven und innovativen Themen die Photographie des „Neuen Sehens“ und war als deren Repräsentant am BAUHAUS und in den Avantgarde-Ausstellungen der 1920er Jahre vertreten. Er verlor wie Renger-Patzsch im Krieg sein Atelier und Archiv und gelangte wie dieser in den 1950er Jahren zu neuer Meisterschaft. Er ist mit seinen Portraits der „Neuen Frau“ und dem Alltagsbild der Städte (street photography) Mitbegründer der modernen Photographie vor allem durch die Entwicklung der modernen Photoreportage (Clown Grock). Mit seinen Bildserien zur Musik-, Theater - und Kleinkunstszene und dem kritischen Blick in die Wohnküchen und Hinterhöfe der übervölkerten Mietskasernen ist er ein bedeutender Vertreter der Medienmetropole Berlin (u.a. Ullstein, Mosse). Er wird zu einem der „Protagonisten“ der europäischen Porträt- und Stadtphotographie, von denen ein Teil nach 1933 in die USA geht und zu Mitbegründern der TIME – LIFE Magazine werden.
In den 1950er Jahren ist ein Anknüpfen an das expressive Frühwerk als Photograph der Avantgarde nicht möglich. So geht UMBO 1945 nach Hannover beginnt seine „neusachliches Werkgruppen.“ Die Reportagen aus den Jahren 1945-1952 sind von großer Ausdruckskraft und sozialer Empathie. Zwei photographische Höhepunkte aus dieser Zeit sind „Bergen-Belsen 1945-47“ in der er Bildmetaphern für das Grauen des Ortes und seine Umwandlung findet und „Helgoland.“ Mit der photographischen Serie (1951) über das „halbzerstörte Naturdenkmal“, gelangt seine Bildsprache thematisch und stilistisch zur Meisterschaft. Im Jahre 1979 hatte UMBO in der von Heinrich Riebesehl initiierten „Spectrum Photogalerie“ eine retrospektivische Einzelausstellung. Im Rückblick ist es immer noch beeindruckend, als junger Student UMBO im Gespräch und seine Anmerkungen zu den eigenen Photographien, kennenlernen zu dürfen. Nach der von Herbert Molderings 1995 kuratierten Ausstellung, ist diese Retrospektive im Bauhausjahr 2019, die zweite für den stilbildenden Photographen des 20. Jahrhunderts. Sie wird gekrönt durch die bedeutende Tatsache, dass der UMBO Nachlass im BAUHAUS Jahr erschlossen ist, und in der Stiftung Bauhaus-Archiv Dessau, der Berlinische Galerie – Landesmuseum für Photographie und Architektur und dem Sprengel Museum (Hannover) bewahrt wird.
Das Buch UMBO. FOTOGRAF ist ein wichtiger Bestandteil des BAUHAUS-Jahres 2019 in Deutschland, da es stilistisch einen bedeutenden Photographen vorstellt und zu gleich anregt, die zeitgenössische Photographie als eine Reflexion und Fortsetzung der „Klassischen Moderne“ zu erkennen, als Standardwerk gehört es in jede gute Photographie-Bibliothek. Zu der Ausstellung wird das Ringelnatz Portrait (1928) als Handabzug im Kollodiumverfahren aufgelegt. (Ausstellung 9. Februar 12. Mai 2019 im Sprengel Museum, Hannover) db

 

Bernd Langmack (DGPh)
Was von der Zeche bleibt
Bilder nach der Kohle

Festeinband, 216 Seiten
Illustration: zahlr. farb. Abb.
Klartext Verlag
ISBN: 978-3-8375-1952-5; 29,95 Euro

Der Essener Photograph Bernd Langmack zeigt in diesem Bildband in beeindruckenden großformatigen Schwarzweiß- und Farbbildern aus den vergangenen drei Jahrzehnten, die hier zum größten Teil erstmals veröffentlicht werden, die Situation zahlreicher Zechen im Ruhrgebiet nach ihrer Schließung, sei es im ruinösen Zustand, im Abriss, in der kulturellen oder wirtschaftlichen Umnutzung.
Als 1986 die Zeche Zollverein schließt, bekommt Bernd Langmack langsam Panik. So langsam müsste er mal mit dem Photographieren anfangen, um das festzuhalten, was bleibt, wenn die Zechentore schließen. Der 1951 geborene Langmack photographiert seit den 1980er Jahren die Veränderungen, den "Strukturwandel" und seine Auswirkungen im Ruhrgebiet. Anders als Josef Stoffels, der als Auftragsarbeit alle 150 Zechen im Revier in den 1950er Jahren akribisch photographisch erfasste (Zechenbilder von Josef Stoffels - Fotografien aus dem Ruhrgebiet im Ruhr Museum), hegt Bernd Langmack keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sein Anliegen ist dennoch sehr wohl dokumentarisch. Er bezeichnet sich selbst als Flaneur, allerdings nicht zu Fuß sondern mit dem Auto, das ist schon seiner Großbildkamera geschuldet.  Vor einem Jahr hatte der Klartext Verlag die Idee, das Verschwinden, die Neu-oder Umnutzung der Zechenareale zu dokumentieren und bat daraufhin Bernd Langmack, seine Zechenbilder neu zusammenzustellen. Das Resultat: ein höchst informativer Bildband mit 150 Farb-und Schwarzweiß-Photographien aus den letzten drei Jahrzehnten. Die Photographien sind ein Kaleidoskop der Landschaft des Nachbergbaus in all seinen Facetten, das die Leerstelle, die der Steinkohlenbergbau hinterlassen hat, offen lässt und trotzdem in der Darstellung des Bruches, der Ruine, des Restes und der Verwandlung die Erhabenheit seiner Geschichte und seines Erbes deutlich werden lässt. Denn die photographierten Relikte sind wie die Ruinen und Hinterlassenschaften anderer großer Epochen Zeugnisse einer untergegangenen Welt und einer vergangenen Zeit.

 

Louisa Clement
Remote Control

Hrsg. Stefan Gronert (DGPh), Andreas Beitin
Text(e) von Stefan Gronert, Andreas Beitin, Daniel Birnbaum, Jana Baumann, Gestaltung von Saskia Höfler-Hohengarten, Nora Cristea in Deutsch u. Englisch
Broschur, 160 Seiten, 64 Abb.
Hatje Cantz Verlag, 2019
ISBN 978-3-7757-4531-4; 38,- Euro

Die Photographien, Videos, Installationen, Skulpturen und neuen VR-Arbeiten von Louisa Clement (*1987) beschäftigen sich mit den Phänomenen der Körperlichkeit in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Unsicherheit. Die künstlerischen Untersuchungen von Clement, ehemals Meisterschülerin von Andreas Gursky, erweisen sich dabei als ebenso verführerisch wie abgründig: Was ist der Mensch im digitalen Zeitalter, in der die Integrität des Körpers durch vehemente Eingriffe der Medizin und Technik zunehmend in Frage gestellt wird? In beinahe surrealer Manier beschwört Clement in ihren ausschnitthaften Photographien ein neues Bild des Körpers, der zugleich für die ambivalente Vision eines ≫neuen Menschen≪ steht. Mit Hilfe ihrer Photographien, die durch Smartphonekameras entstehen, wird nicht nur die Abbildfunktion des Bild-Mediums, sondern auch die Realität des technisch modifizierten Menschen in Frage gestellt. Die vorliegende Publikation begleitet Louisa Clements erste museale Einzelausstellung. (Ausstellungen: Sprengel Museum Hannover, 30.1.–2.6.2019/  Ludwig Forum Aachen 27.9.2019–26.1.2020).

 

Peter Bialobrzeski
No Buddha in Suburbia

Text von Rahul Mehrotra in Englisch und Deutsch
Hardcover mit Schriftprägung und eingeklebtem Bild auf dem rückseitigen Umschlag
168 Seiten mit ca. 70 Abbildungen
Hartmann Books, 2019
ISBN 978-3-96070-031-9; 34,- Euro

Für "No Buddha in Suburbia", kehrt Peter Bialobrzeski nach Indien zurück, dem Subkontinent auf dem er in den 90’er Jahren die Bilder für sein erstes Buch (XXXHoly) aufnahm. Diese neue photographische Studie über Gesellschaft und Städtebau ist Ergebnis einer Einladung des Goethe Institutes nach Mumbai. Mumbais Vorstädte zählen zu den flächenmäßig größten und dichtest besiedelten urbanen Räumen unserer Erde. Im Gegensatz zum westlichen eher beschaulichen Verständnis von Suburbia, findet man hier dystopisch anmutende, für uns kaum vorstellbare Lebensbedingungen vor, die von Müll, Luftverschmutzung und Lärm dominiert sind. Eine unkontrolliert anmutende Mischung halbverfallenener Gebäude, brandneuer Hochhäuser, Slums, Plakatwänden und Hochstraßen prägen das Stadtbild. Die Bevölkerungsdichte beträgt unvorstellbare 22.000 Menschen pro Quadratkilometer! In seinen neuen Bildern verdichtet Peter Bialobrzeski die intensiven und komplexen Eindrücke einer Stadt zwischen lokalen Traditionen und Kulturen und den ungehemmten Kräften der Globalisierung in eindrucksvollen Tableaus. (Ausstellung bei Hartmann Projects, Stuttgart: September 2019)

 

Ann-Christine Jansson
Umbrüche / Turns
Jene Jahre / Those Years 1980

Texte von Dr. Heike Kanter, Pascal Thibeaut, Peter Wensierski in Englisch
Gebundene Ausgabe, 208 Seiten
seltmann+söhne, 2018
Texte in Englisch und Deutsch
ISBN-13: 978-3946688488; 39,- Euro

Eine ganz eigene Schilderung der Deutsch-Deutschen Geschichte gelingt Ann-Christine Jansson mit ihrem offenen Blick von außen. Die in Berlin lebende schwedische Photographin bringt uns die Umbrüche der jüngeren Geschichte in besonderer Weise nahe – in Ost wie in West. Die Ereignisse der 80er Jahre, der Fall der Mauer und die darauf folgenden Umwälzungen im Leben der Menschen werden nun in einem umfangreichen Bildband gezeigt. Einfühlsam wird das Leben der geteilten Stadt Berlin mit ihren Protest- und Widerstandsbewegungen nahe gebracht. Im Mittelpunkt stehen stets die Menschen, die diese historischen Ereignisse mitprägen. Der Fokus liegt auf den Gefühlen aller Beteiligten. In ihren Gesichtern lesen wir, was in ihnen vor sich geht: Angst, Wut, Verzweiflung, Freude. „Janssons Blick legt die Gefühle der Menschen frei. Die Photographin erzählt uns ein Stück Geschichte aus ihrer ganz persönlichen Perspektive.” (Rilo Chmielorz, freie Autorin für den WDR).
Im Jahr 2019 jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal und vor 70 Jahren wurde die Bundesrepublik gegründet. Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Debatten um Europa und die zunehmenden rechtspopulistischen Bewegungen ist es wichtig, den Blick noch einmal auf die Zeit vor und nach der Wende zu richten.
Mit Texten von Dr. Heike Kanter, Pascal Thibeaut, Peter Wensierski und einem Gespräch über Photographie mit Harald Hauswald  und Ann-Christine Jansson geführt von Peter Wensierski.

 

Tomasz Lewandowski
Auschwitz – Fall of the Modern Age

Mit Texten von Riccardo Bavaj und Matthias Noell in Deutsch u. Englisch
Gebunden, 112 Seiten mi S/wW-Abb.
Mitteldeutscher Verlag, 2019
ISBN 978-3-96311-131-0; 30,- Euro

Das Projekt "Auschwitz – Ultima Ratio of the Modern Age" ist eine photographische Untersuchung der Zusammenhänge zwischen der Moderne und dem Holocaust. Die visuelle Analyse erfolgt dabei anhand der Architektur und Infrastruktur des größten Vernichtungslagers im Dritten Reich: Auschwitz-Birkenau. Lewandowskis Photographien zeigen Gebäudetypen sowie Vorrichtungen, deren Funktion in der massenhaften Tötung von Menschen bestand. Um diesem Zweck gerecht zu werden, bedienten sich die Planer und Exekutoren des nationalsozialistischen Verbrechens rationalistischer Mittel, denen die Grundprinzipien der Moderne zugrunde lagen. Diese Prinzipien sollten ursprünglich der Mehrwertschöpfung dienen, die auch als Verbesserung der Lebenszustände des Menschen verstanden wurde. Der Holocaust hat die Ambivalenz der Methoden der Moderne offenbart.

 

Fotografinnen an der Front
Von Lee Miller bis Anja Niedringhaus

Anne-Marie Beckmann (Hrsg.), Felicity Korn (Hrsg.)
Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
Prestel Verlag, 2019
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3791358635; 35,-

Das Begleitbuch zur Ausstellung im Kunstpalast Düsseldorf (8. März bis 10. Juni 2019) hat den maßgeblichen Beitrag von Frauen zur Kriegsphotographie zum Thema. Frauen sind seit mehr als einem Jahrhundert an vorderster Front der Kriegsphotographie. Mit dem Zugang zu Orten, die Männer nicht besuchen können, und mit erschreckendem Einfühlungsvermögen angesichts der Gefahr, geben die Frauen, die den Krieg photographieren, eine einzigartige Perspektive auf die Folgen eines Konflikts. Von intimen Einblicken in das tägliche Leben bis zu den Grausamkeiten von Konflikten zeigt dieses starke Buch, welche Bandbreite und Tiefe die Beiträge von acht weiblichen Photographen zum Photojournalismus in Kriegszeiten haben.
Jede Photographin wird mit einem kurzen informativen Essay vorgestellt, dem eine Auswahl ihrer Werke folgt. Dazu gehören Bilder von Lee MILLER, die die Befreiung von Dachau und Buchenwald dokumentierte. Catherine LEROY war die erste Frau, die in Vietnam Fallschirmspringen machte. Sie war während der Tet-Offensive am Boden und wurde im Alter von 22 Jahren von der nordvietnamesischen Armee gefangen genommen. Susan MEISELAS hat das internationale Bewusstsein für die katastrophalen Auswirkungen des Somoza-Regimes in Nicaragua geschärft. Die deutsche Reporterin Anja NIEDRINGHAUS war in fast allen großen Konflikten der 90er Jahre im Einsatz, vom Balkan über Libyen, dem Irak bis nach Afghanistan. Die Arbeit von Carolyn COLE, Françoise DEMULDER, Christine SPENGLER und Gerda TARO runden dieses kollektive Profil von Mut unter Druck und von Menschlichkeit im Angesicht des Krieges ab. In seinem Vorwort zum Ausstellungskatalog schreibt Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast: "Die Ausstellung schafft den Rahmen, um sich mit Aufnahmen von Krieg, Leid und Tod sich mit Aufnahmen von Krieg, Leid und Tod auseinanderzusetzen. In den Mittelpunkt der Schau rücken Pgotos, die ursprünglich für Zeitungen oder Magazine entstanden sind. Die Museale Präsentation ist das ideale Umfeld für eine konzentrierte Rezeption dieser für den schnelllebigen Konsum der Massenmedien produzierten Bilder."

 

Sven Willms
In Your America

Paperback, 112 Seiten mit 109 Farbabbildungen
Eigenverlag; 10,- Euro
Bestellbar über https://spraycity.at/shop/books/pre-order-sven-willms-in-your-america/

Graffiti ist fester Bestandteil des urbanen Raums auf der ganzen Welt. Ungefragt reiht es sich in das Stadtbild und steht in seiner Authentizität in einem starken Kontrast zu geschönten Werbetafeln. Diese Kunst zu greifen, gar festzuhalten ist äußerst schwierig. Sie ist, aufgrund des meist illegalen Entstehungskontextes, von ihrem Wesen her flüchtig, immer in Bewegung in einem Kreislauf aus Werden und Vergehen. Um sie auszustellen und zu präsentieren, muss man sie auf Film bannen. Der Künstler Sven Willms dokumentiert in seinen Fotoarbeiten solche Werke und porträtiert deren Autoren als Verweis auf den Ort, der mit dieser Kunst unwiderruflich in Verbindung steht – die Straße.

 

Olivier G. Fatton
Coco

Mit Texten von Dunia Miralles in Englisch und Französisch
Broschiert, 264 Seiten, 134 Farbabbildungen
Edition Patrick Frey, 2019
ISBN: 978-3-906803-81-4; 52,- Euro

Performance-Künstlerin, selbstbekennende transsexuelle Anarchistin, Macho-Frau, seelisch Heimatlose, Fashion Model für Marianne Alvoni, Lieblings-Zielscheibe der Schweizer Boulevardpresse – Coco, Dana whatshername, Patricia, Éve-Claudine Lorétan war so vieles in ihrem zu kurzen Leben.

Olivier Fatton begegnete Coco an einem Sonntag im November 1989. Dieser ‚lichte und doch so schwermütige Engel“ faszinierte den Fotografen vom ersten Moment an. Bei einem Kaffee in einem Berner Schwulenlokal schliessen sie einen fotografischen Vertrag: Coco posiert für ihn und dafür dokumentiert Fatton ihre Geschlechtsanpassung. Aus dem Pakt wurde eine Liebesbeziehung, in deren Verlauf Fatton zahlreiche Aufnahmen von Coco machte. Intime Porträts, inszenierte Modefotografie, zuhause, unterwegs, in Clubs und in den Bergen zeigen die zahlreichen Facetten der schillernden Coco. Und immer wieder diese grossen, melancholischen Augen. Ihre Augen seien ihr zweiter Mund geworden, sagte sie einmal. Und weil Cocos tausendseitige Autobiographie von Dieben gestohlen wurde, erzählen uns diese Augen vom Leben einer Kameliendame des 20. Jahrhunderts. Dunia Miralles sieht Coco genau als so eine literarische Figur der Demi-Monde. In ihrem biographisch informierten Kurzroman, der die Fotografien begleitet, gibt sie Cocos Leben neue Gestalt.

 

25 Jahre! Fotomuseum Winterthur
Gemeinsam Geschichte(n) schreiben/ Fast Forward

Herausgeber: Doris Gassert, Thomas Seelig, Nadine Wietlisbach, Franziska Kunze
Texte von: Thomas Seelig, Urs Stahel, Nadine Wietlisbach, Florian Ebner (DGPh), Annette Vowinckel in Deutsch
382 Seiten mit 38 Schwarzweiß- 171 Farbabbildungen
fadengeheftete Broschur
Spector Books, 2018
ISBN: 9783959052658; 32,- Euro

Das Fotomuseum Winterthur zählt zu den wichtigsten Orten, an denen seit 25 Jahren Photographie gesammelt wird und spielt dabei eine wegweisende Rolle. Zum Jubiläum haben 25 Personen ein Werk aus der Sammlung ausgewählt, zu dem sie ein persönliches Verhältnis haben und über das sie etwas erzählen wollten. Der Band beleuchtet die Gründungszeit des Museums sowie die von Abenteuerlust und Risikobereitschaft gezeichnete Institutionsgeschichte. Er gewährt überdies einen photographischen Blick hinter die Kulissen: 25 Museumsmitarbeiter vom Techniker bis zur Direktion wurden von Anne Morgenstern für die Jubiläumsausgabe porträtiert. Nicht zuletzt bietet die Publikation einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Fotomuseum Winterthur, das sich mit der drängenden Frage befasst, wie man Photographfe im digitalen Zeitalter noch sammeln kann, welcher Zukunft die Institution entgegengeht.

 


Images in Conflict – Bilder im Konflikt
Herausgeberinnen: Karen Fromm (DGPh), Sophia Greiff (DGPh), Anna Stemmler
Texte in Deutsch und Englisch
Freirückenbroschur, 560 Seiten mit 262 Abbildungen, davon 219 in Farbe
ISBN-13: 978-3894455620; 28,- Euro

Photographische und filmische Bilder von Krisen- und Konfliktsituationen verändern sich in Ästhetik und Gebrauchsweisen – und geraten damit selbst ins Visier. Zum einen haben sich im Zuge der digitalen Entwicklungen die Möglichkeiten der Bildproduzent*innen und die Distributionskanäle von Bildern vervielfältigt. Das erweitert Perspektiven und ermöglicht neue Erzählformen. Zum anderen geht damit eine Erschütterung des klassischen bildjournalistischen Selbstverständnisses einher. Es wird hinterfragt, inwieweit Photographien noch als Zeugnisse wirken können. Sie bewegen sich im Spannungsfeld von Wahrheitsansprüchen zwischen Authentizität, Dokumentation und Propaganda. Ihre Kontextualisierungen und Rahmungen stellen Bedeutungen her – und erfordern Reflexion.
‚Images in Conflict – Bilder im Konflikt‘ widmet sich dem Verhältnis von Konflikten und ihrer Medialisierung und richtet dabei den Fokus auf aktuelle Visualisierungsstrategien und ‚Bilderkriege‘. In vier Kapiteln „Akteure und Perspektiven“, „Nichts als die Wahrheit“, „Sichtbar unsichtbar“, „How to Make Images Matter?“ werden verschiedene Aspekte der Bilder in Konflikten beleuchtet. Die Publikation richtet sich an Photograph*innen, Medienschaffende und Theoretiker*innen, um einen Dialog zwischen photographischer Bildpraxis und Diskursen der Bildwissenschaften anzuregen, der für beide Seiten wesentliche neue Perspektiven eröffnet.

 

Revolutionsfotografie im 20. Jahrhundert
Zwischen Dokumentation, Agitation und Memoration

Nicole Wiedenmann
Herbert von Halem Verlag
Broschur, 556 S., 131 Abb., Text in Deutsch
ISBN 978-3-7445-1204-6; 42,00 Euro

Als wirkungsmächtige Form politischen Handelns im öffentlichen Raum sind Revolutionen stets von gesteigertem Kommunikationsaufkommen und vom Einsatz kollektiv wirkender Bild- und Symbolarsenale begleitet. Das Erkenntnisinteresse der Untersuchung ist ein theoretisch-systematisches, kein historiographisches. Entsprechend geht es darum, Theorien und Bildanalysen in einen Dialog eintreten zu lassen, der wechselseitige Einblicke in die Funktionen von Photographien in revolutionären Kontexten und in die sie vorbereitenden, flankierenden und reflektierenden Diskurse ermöglicht. Somit sind Bildartefakte von Revolutionen stets mehr als eine plane Repräsentation des Ereignisses selbst – vielmehr sind sie an dem Geschehen als weitere Produktivkräfte beteiligt, interagieren mit den Handlungen der Akteure, dem Reden über die Revolution, den kollektiven und mythischen Imaginationen von der Revolution, die sich immer wieder wechselseitig vorantreiben, durchdringen und überlagern. Genau diese Verflechtungen zwischen dem Gesagten (Diskurs), dem Gezeigten (Bild bzw. Photographie) und dem Getanen (Performanz) werden anhand exemplarischer Bildtopoi herausgearbeitet, um über die je einzelne Revolution hinausgehende Einsichten in die allgemeine Sinn- und Symbolproduktion von und in Revolutionen gewinnen zu können.

 

Welt im Umbruch
Kunst der 20er Jahre

Ausstellungskatalog
Herausgeber: Kathrin Baumstark, Andreas Hoffmann, Franz Wilhelm Kaiser und Ulrich Pohlmann
Texte von Kathrin Baumstark, Simone Förster, Miriam Halwani (DGPh), Ulrich Pohlmann, Esther Ruelfs (DGPh), Bernd Stiegler (DGPh) und Katharina Sykora
Beschreibung     264 Seiten mit Abbildungen
Hirmer Verlag, München
ISBN-13: 978-3777432274; Preis in der Ausstellung 29,- Euro, Buchhandelsausgabe ca. 39,90 Euro   

Werke der Stilrichtungen Neue Sachlichkeit und Neues Sehen und somit der bildenden Kunst und der Photographie aus der Zeit zwischen den Weltkriegen werden erstmals in unmittelbare Beziehung zueinander gesetzt. Lebendig wird dabei eine kurze Epoche voller Innovationen, die zugleich Vorbote des kulturellen Niedergangs im Nationalsozialismus ist.
Nach 1918 etablierte sich in der Malerei mit der Neuen Sachlichkeit und in der Photografphie mit dem Neuen Sehen eine moderne Stilrichtung, die eine realistisch-­veristische Wiedergabe anstrebte. Anhand zentraler Genres wie Porträt, Stadtansicht und Stillleben treten die Wechselbeziehungen zwischen den beiden Medien zutage. Dabei spannt sich der Bogen bis zur Architektur und Bedeutung des Neuen Bauens. Künstlerische Darstellungen von Industrie und Technik sowie die politische Photomontage veranschaulichen gesellschaftliche Entwicklungen. In hochkarätigen Bildern und Texten ausgewiesener Experten ersteht eine turbulente Epoche wieder, in der sich die Spannungen verdichteten.
Mit Werken von Aenne Biermann, Erwin Blumenfeld, Otto Dix, Hugo Erfurth, Carl Grossberg, Florence Henri, Hannah Höch, Karl Hubbuch, Germaine Krull, El Lissitzky, László Moholy-Nagy, Albert Renger-Patzsch, Walter Peterhans, Max Radler, August Sander, Christian Schad, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Sasha Stone, Umbo u. a.

 

Die im Licht steh'n
Fotografische Porträts Dresdner Bürger des 19. Jahrhunderts

Herausgeber: Wolfgang Hesse (DGPh) und Holger Starke
Gebundenes Buch mit 428 Seiten
Jonas Verag 2019
Texte in Deutsch
ISBN-13: 978-3894455637; 38,- Euro

Das Stadtmuseum Dresden bewahrt eine Sammlung von etwa 2700 Porträtphotographien auf 2100 gleichartigen Trägerkartons. Ihr Initiator war der Historiker, Stadtarchivar und Stadtbibliotheksleiter Otto Richter (1852-1922), seit Gründung des Museums 1891 bis 1912 dessen Direktor. Während seiner Amtszeit beschriftete er selbst 608 Tafeln mit den Bildnissen „bedeutenderer Bürger“ (und einiger Bürgerinnen). Anspruchsvoll zu einer Ehrengalerie gestaltet, dienten sie der Selbstvergewisserung: In einer Zeit gewaltiger gesellschaftlicher Umbrüche entwirft die Sammlung ein Bild der städtischen Eliten als tätiger Gemeinschaft von Gleichen – und Dresdens als Kulturstadt.
Als Resultat intensiver interdisziplinärer Forschungsarbeit an diesem faszinierenden Bestand ist nun die Ausstellung "Die im Licht steh’n" im Stadtmuseum Dresden zu sehen. Kuratiert wurde sie von dem Historiker Holger Starke und dem Photohistoriker Wolfgang Hesse (DGPh). Beide sind auch Herausgeber des umfangreichen und reich illustrierten Begleitbuchs aus dem Jonas Verlag (Inhaltsverzeichnis und Leseprobe: https://asw-verlage.de/getmedia.php/_media/201901/13616v0-orig.pdf). Außerdem stehen die Vorder- und Rückseiten aller Tafeln digitalisiert unter www.stadtmuseum-dresden.de/portraits zur Betrachtung bereit. Das Begleitbuch erschließt in zehn Aufsätzen die Sozial- und Bildgeschichte der Porträts unter den Aspekten „Atelier“, „Museum“ und „Stadt“, 16 Essays über ergänzende Objekte facettieren deren Zeitzeugenschaft. (Ausstellung im Stadtmuseum Dresden, 16. Februar bis 12. Mai 2019).

 

Wildnis
Norbert Rosing (DGPh)

Gebundene Ausgabe, 156 Seiten mit 95 s/w Abbildungen ,
Sprache: Deutsch
Tecklenborg, 2018
ISBN-13: 978-3944327624; 38,50

Der für seine außergewöhnlichen Landschafts- und Tieraufnahmen bekannte  Photograph Norbert Rosing hat eine große Jugendliebe wiederentdeckt: die Schwarzweiß-Photographie. Mit dem Blick und dem Gefühl für besondere Stimmungen sowie der Leica M Monochrom im Gepäck, hat er Augenblicke in der Natur gesucht, gesehen und großartig in Szene gesetzt. Der Kontrast von Licht und Schatten ebenso wie der gekonnte Einsatz gestaltender Elemente fesseln die Aufmerksamkeit des Betrachters. Von den Regenwäldern Kubas bis zu den Schluchten, Wäldern und Küsten unserer heimischen Wildnis­regionen reicht der Bogen, den Norbert Rosing in seinen meisterhaften monochromen Aufnahmen präsentiert. Seine Bilder zeigen die mystische Schönheit von Felsen und Wald, Wasser und Eis. Es sind Bilder geheimnisvoller Orte, die Sehnsüchte wecken und in denen Sagen und Märchen lebendig werden.

 

Eckard Schrader (DGPh)
Elbe maritim

Edition Eckard Schrader, Hannover
es-foto@htp-tel.de
Format: 21X27,4 cm
 53 Photos und Texte, Digitaldruck auf mattem Papier
 Eigenverlag; 80,- Euro

Mit dem Titel: "Elbe maritim", zeigen die Bilder Flusslandschaften und Leuchtfeuer für die Seeschifffahrt auf der Unterelbe zwischen Hamburg und Cuxhaven. Ein spezifisch norddeutsches Thema, für das ich eine eigene Ausdrucksweise entwickelt habe. Bildsequenzen und Bildpaare zeigen sowohl modernste als auch über hundertjährige Richtfeuer:"Oberfeuer - Unterfeuer".
 "Nach einer langen Schaffenszeit vornehmlich der klassischen SW - Photographie gewidmet, konnte ich mich ab 2006 als 61 - Jähriger noch einmal erneuern. Diese Farbphotoarbeiten sehe ich als "Alterswerk von jugendlicher Frische". Das Buch, ohne ISBN - NR., nur lieferbar gegen Vorkasse, signiert 80,- Euro.

 

Groeger-Meier
Lockruf des Südens

Texte von Margret Hucko, Jörn Thomas, Michael Godde, Markus Schönfeld, Katharina Meyer, Josef Clahsen und Wolfgang Abel.
in Deutsch
Gebunden mit Schutzumschlag, 192 Seiten, ca. 180 Abbildungen Farb- und SW Photographien
Corso Verlag München
ISBN 978-3-7374-0751-9; 24,90 Euro

Mit dem Buch »Lockruf des Südens - Unterwegs auf der Bundesstraße 3« legt Wolfgang Groeger-Meier eine klassische Phtoreportage vor. Wie bei den stilprägenden Reportagen aus den 1920-1930er Jahren (z.B. UMBO) erstellt der Photograph eine Motivstrecke, in der eine Bildergeschichte erzählt wird, zu der in diesem Fall unterschiedliche Textautoren ihre Eindrücke formulieren.
Das Buchthema ist der Verlauf der B 3 (Bundesstraße 3) von Buxtehude nach Weil am Rhein (800 km) und gibt eine ganz andere Perspektive auf die landschaftliche Schönheit und die historischen Orte in Deutschland. Wie in vergleichbaren Projekten z.B. der „Panamericana“ werden Landschaftseindrücke und Städtebilder den Menschen gegenübergestellt, denen die Autoren auf ihrer Reise begegnen. Aber es werden auch historische Ereignisse beleuchtet wie Elvis’ Spuren in Bad Nauheim, die Gedenkstätte Bergen Belsen, das Faguswerk und die Mathildenhöhe (Darmstadt).
Die Photographien von Wolfgang Groeger-Meier alternieren zwischen bildjournalistischen Impressionen und sorgfältig komponierten Ortssituationen. Die Begegnungen mit den vor Ort lebenden Bewohnern sind das eine, der Wandel von der herben Landschaft Norddeutschland in die südlichen und lieblichen Weinbaugebiete am Oberrhein ist das andere Thema, das unserer Sehnsucht nach dem Süden entgegenkommt. Das Buch ist nicht nur ein gelungener Reiseband zu deutschen Landschaften sondern für den ambitionierten Amateurphotographen auch eine schöne Anregung zu einer eigenen Photorundreise in Europa. Eine übersichtliche Typografie, Themengliederung und eine gute Buchgestaltung machen den Text-Bildband für Reise- wie Photographie interessierte empfehlenswert.

 

 

Die vergessene Grenze
Herausgegeben von Dagmara Jajeśniak-Quast, Uwe Rada
Texte von Werner Benencke, Alina Bothe, Dariusz Brozek, Matthias Diefenbach, Veronika Dyminska u.a. in Deutsch
Klappenbroschur, 256 Seiten, 74 farbige Abildungen. und Karten,
Bebra Verlag Berlin
ISBN 978-3-86124-718-0; 22,- Euro

Mit dem Buch »Die vergessene Grenze« legt der Bebra Verlag eine deutsch-polnische Spurensuche von Oberschlesien bis zur Ostsee vor. Ein historisches Thema wird in einer Text-Bildreportage behandelt und die 2000km lange Grenze (1918-1939) auf historische Ereignisse und das menschliche Miteinander hin untersucht. Die Autoren regen mit erstaunlichen Erkenntnissen zur deutsch-polnischen Geschichte, den Leser auch zu eigenen Entdeckungsreisen ein.
Die Abbildungen sind aus 22 Archiven zusammengestellt. Es wäre sicher interessant wie das interessante Thema dargestellt würde, wenn eine klassische Photoreportage dazu erarbeitet würde. Mit einer klaren Bildsprache und thematischen Konzeption würden Bilder von Landschaften, historischen Orten und Begegnungen mit Menschen entstehen, die das kollektiven Gedächtnis in beiden Ländern hinterfragen und ergänzen würden. Dagmara Jajeśniak-Quast, könnte als Professorin für Interdisziplinäre Polenstudien (Europa-Universität Viadrina in Frankfurt-Oder) hier sicher als Inspiratorin fungieren um den Photographen*in für ungewöhnlich Blickpunkte und Orte anzuregen.
Das Buch ist nicht nur ein gelungener Reiseband zu einer europäischen Nachbarschaft sondern für den historisch Interessierten und dem ambitionierten Amateurphotographen auch eine schöne Anregung zu einer eigenen Entdeckungsreise.

 

 

Europäischer Naturfotograf des Jahres 2018
GDT
und Fritz Pölking Preis 2018

Softcover gebunden,, 156 Seiten, ca. 110 Abbildungen
Tecklenborg Verlag, 2019
ISBN 13: 978-3-944327-65-5; 22,- Euro

Mehr als 1.100 Photographen und über 18.000 Bilder – Zahlen, die eindrucksvoll belegen, welche Wertschätzung die Wettbewerbe „GDT Europäischer Natur­fotograf des Jahres“ und „Fritz-Pölking-Preis“ in den vergangenen Jahren bei den besten Naturphotographen des Kontinents erworben haben. Mit Stolz präsentiert die GDT in jedem Jahr anlässlich der Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung beim Internationalen Naturfoto-Festival in Lünen einen hochwertigen Katalog. In diesem Jahr zeigt er auf 156 Seiten die prämierten Aufnahmen von 72 Photographen aus über 35 europäischen Ländern. Die fantastischen Bilder sollen nicht nur Beispiel sein für die außergewöhnliche Qualität europäischer Naturphotographie; sie sollen darüber hinaus für den Erhalt von Arten und Lebensräumen werben und dazu anregen, Natur neu zu entdecken und sich respektvoll mit allen Sinnen auf sie einzulassen.

 

Deutschlands Natur
Photographien von Willi Rolfes

Texte von Tobias Böckermann
Halbleinen, Gebunden, 64 Seiten, 346 lackierte Abbildungen
Tecklenborg Verlag, 2019
ISBN 13: 978-3-944327-67-9; 34,50 Euro

Deutschlands Natur ist so vielfältig wie das Land selbst. Zwischen Alpen und Wattenmeer finden Tausende Tier- und Pflanzenarten ihren Platz. Und seien wir ehrlich: Die meisten Menschen kennen allzu wenig von ihnen, haben weder den Fuchs auf der Pirsch betrachtet, noch dem stolzen Rothirsch beim an­strengenden Brunftgeschäft zugesehen oder – beein-druckt von der gestaltenden Kraft des Mondes – dem „Wattknistern“ gelauscht. Dieser mit erstklassigen Photos des renommierten Naturfotografen Willi Rolfes und anschaulich-überraschenden Texten des Naturjournalisten Tobias Böckermann ausgestattete prächtige Bildband möchte Leser und Betrachter mitnehmen in die zwölf wichtigsten Lebensräume Deutschlands. Denn Heide, Buchenwald oder Tümpel, Teiche und Seen beherbergen wahre Wunderwerke des Lebens. Und das nicht selten direkt vor unserer Haustür.

 

Faszination Libellen
Photographien von Ferry Böhme

Texte von Thomas Brockhaus
Gebunden, 160 Seiten, 157 lack. Abbildungen
Tecklenborg Verlag, 2019
ISBN 13: 978-3-944327-63-1; 28,50 Euro

Libellen zählen zu den größten und für viele auch zu den schönsten Insekten Deutschlands. Und nicht nur das: Die heimlichen „Könige der Lüfte“ sind wahre Wundertiere mit außergewöhnlichen Talenten. So können sie beispielsweise als einzige Insekten sogar rückwärts fliegen. Und vorwärts sind sie schneller als der aktuelle Rekordhalter im 100-Meter-Sprint. Bei ihrer rasanten Jagd nach kleinen Insekten über die glitzernde Wasseroberfläche bieten sie mit 50 Kilometern pro Stunde Bestleistungen auf. An stehenden Gewässern wie Seen, Teichen, Tümpeln und in Moorlandschaften, zuweilen aber auch an Fließgewässern, tummeln sich hierzulande rund 80 verschiedene Libellen­arten. Oft dauert es Jahre, bis aus der unscheinbaren Larve für nur wenige Monate die filigranen, bunt schillernden Flugkünstler werden. Ferry Böhme hat die urtüm­lichen Insekten, die in ähnlicher Form schon zu Zeiten der Dinosaurier flogen, zu seinen Lieblingsmotiven erkoren und bietet mit stimmungsvollen, brillanten Bildern sowie den spannend-wissenswerten Texten des Libellenexperten  Thomas Brockhaus einen tiefen Einblick in ihr Leben.

 

 

Winfried Seimert
Gimp 2.10

Paperback, 328 Seiten in Farbe
Mitp Verlag 2018
ISBN: 9783958458819; 21,99 Euro

Das kostenlose und frei verfügbare GIMP ist mit der neuen Version 2.10 weiter auf dem besten Wege, mit den professionellen und oft teuren Software-Produkten gleichzuziehen. In diesem Buch zeigt Ihnen der Autor ausführlich, wie Sie GIMP anwenden und eigene Photos bearbeiten können. Dabei geht er Schritt für Schritt vor und erklärt alles anhand von leicht nachvollziehbaren Beispielen und kleinen Projekten.
Nachdem Sie die wesentlichen Grundlagen der Benutzeroberfläche kennengelernt haben, erfahren Sie, wie Sie Photos aus Ihrer Kamera, Ihrem Smartphone oder von Ihrer Festplatte einlesen und mit ein paar schnellen Klicks optimieren können. Danach zeigt Ihnen Winfried Seimert, wie Sie Ihre Bilder freistellen, um nur bestimmte Bereiche zu bearbeiten und wie Sie Ebenen sinnvoll nutzen. Sie lernen, Gradationskurven zu lesen und die Belichtung, den Kontrast und den Weißabgleich Ihrer Photos zu verbessern. Außerdem demonstriert der Autor Ihnen, wie Sie z.B. trübe Himmel aufhübschen, rote Augen und unerwünschte Bildteile wie Hautunreinheiten entfernen oder mithilfe der verschiedenen Filter regelrechte Kunstwerke erstellen.

 

Winfried Seimert
Affinity Photo

Taschenbuch, 336 Seiten, in Farbe
mitp Verlag
ISBN: 9783958457393; 21,99 Euro

Winfried Seimert zeigt Ihnen ausführlich, wie Sie Affinity Photo bestmöglich nutzen und eigene Photos bearbeiten können. Der Schwerpunkt liegt dabei auf elementaren Arbeitsweisen, die im Alltag am häufigsten eingesetzt werden. Dabei geht der Autor Schritt für Schritt vor und erklärt alles anhand von leicht verständlichen Beispielen.
Zuerst zeigt er, wie Sie Photos aus Ihrer Kamera oder von Ihrer Festplatte einlesen und mit ein paar schnellen Klicks optimieren können. Danach lernen Sie u.a., wie Sie Ihre Bilder freistellen, um nur bestimmte Bereiche zu bearbeiten und wie Sie sinnvoll mit Ebenen arbeiten. Sie lernen Gradationskurven zu lesen und die Belichtung, den Kontrast und den Weißabgleich Ihrer Photos zu verbessern. Außerdem demonstriert Winfried Seimert Ihnen, wie Sie trübe Himmel aufhübschen oder rote Augen sowie unerwünschte Bildteile wie Pickel & Co entfernen.

 

mfm Bildhonorare 2019
Bildhonorare 2019 Print: 24,80 € zzgl. 3 € Versandkosten
Bildhonorare App 2019: 17,80 €
Digitalpaket App+Browser-Variante: 28,80 €

Zu bestellen über https://bvpa.org/shop/?v=df404b8bca6a