Aktuelle Bücher im Januar 2020

Mit vier Augen
Das Fotoatelier Michael und Luzzi Wolgensinger

Technische Perfektion, Lebendigkeit und eine lange Zusammenarbeit: Die erste Monografie über das Fotografenpaar Michael und Luzzi Wolgensinger
Herausgegeben von Lea Wolgensinger und Balz Strasser.
Mit Beiträgen von Katharina Lang, Guido Magnaguagno und Lea Wolgensinger
Gebunden
228 Seiten, 82 farbige und 132 sw Abbildungen
Deutsch
Format: 24 x 32 cm
ISBN 978-3-85881-479-1
CHF 65.00 / EUR 58.00

Michael Wolgensinger (1913–1990) gehört zu den wichtigsten Schweizer Fotografen der Nachkriegszeit. Mit Reportagen, Porträts, Reise-, Sach-, Industrie- und Architekturaufnahmen sowie mit Theaterfotografie schuf er bis um 1980 ein reiches Werk; ab 1940 entstanden auch preisgekrönte Filme.
 

Ohne die fruchtbare Zusammenarbeit mit seiner Frau Luzzi Wolgensinger-Herzog (1915–2000) wäre das vielseitige Œuvre jedoch nicht entstanden. Die beiden lernten sich während einer Hospitanz an der von Hans Finsler geleiteten Fotoklasse der Kunstgewerbeschule Zürich kennen und eröffneten 1936 ein Atelier, das zum Treffpunkt der Zürcher Künstler- und Theaterszene wurde.
Die von ihrer Tochter Lea Wolgensinger und ihrem Enkel Balz Strasser herausgegebene Monografie stellt Michael und Luzzi Wolgensingers Zusammenarbeit erstmals umfassend und mit vielen bislang unveröffentlichten Bildern vor. Neben einer Einführung von Guido Magnaguagno präsentiert die Kunsthistorikerin Katharina Lang das Werk in thematischen Kapiteln. Lea Wolgensinger gibt einen Einblick ins Atelier- und Familienleben.

 

 

Martine Fougeron
Nicolas & Adrien

A World with two Sons
264 Seiten mit 159 Abbildungen
Steidl
ISBN 978.3.95829.685.5
40,00 Euro

Nicolas & Adrien. Eine Welt mit zwei Söhnen ist eine Serie intimer Portraits der beiden Söhne von Martine Fougeron und ihrer Freunde, die in New York und Frankreich aufgewachsen sind. Das Buch ist sowohl zärtlich als auch distanziert und eine visuelle Bildungsreise, die sich mit der intensiven Gegenwart der jugendlichen Geisteszustände ihrer Söhne befasst, bevor sie selbständige Erwachsene werden.

Nicolas & Adrien besteht aus zwei miteinander verbundenen Werken, „Teen Tribe“ (2005-2010) und „The Twenties“ (2010-2018). „Teen Tribe“ besteht hauptsächlich aus Fotos, die in Fougerons Haus in New York und im Sommer in Südfrankreich aufgenommen wurden. Es handelt sich um einen Grenzzustand zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, der die innere Suche und Entwicklung des Charakters der Jugendlichen verfolgt.

In „The Twenties“ wird die Zeit zwischen der Pubertät und dem vollen Erwachsenenalter festgehalten. Dargestellt sind die College-Jahre ihrer Söhne, Prüfungen mit Beruf und Arbeit, neue Freunde und Liebhaber, Feiertage und Familienfeiern. Nicolas & Adrien ist eine sinnliche Biografie zweier Jugendlicher und eine Darstellung der universellen Prozesse des Heranwachsens, auf die sich alle beziehen können. (th)

 


Christian Brandstätter, Andreas J. Hirsch, Hans-Michael Koetzle (DGPh)
Wien. Porträt einer Stadt

Mehrsprachig: Deutsch, Englisch, Französisch
532 Seiten
Format: 26x35 cm, Hardcover
Köln, Taschen-Verlag
ISBN: 978-3-8365-6726-8
50,00 Euro

Der Bildband „Wien. Porträt einer Stadt“ bietet eine photographische Entdeckungsreise durch die Donaumetropole. Habsburger Kult und gediegene Kaffeehauskultur, Walzertakt und Schönberg, Opernball, Wiener Werkstätte und Wiener Schmäh, Jugendstil, MUMOK und Albertina, Qualtinger und Jelinek, Stephansdom, Prater, Naschmarkt und Strudlhofstiege, feinfühlige wie auch gewagte Kunst und Musik, von Johann Strauss bis Egon Schiele, von Gustav Mahler bis Josef Hoffmann.

Das im Taschen-Verlag, Köln, erschienene opulente, 26x35 cm große und über 500 Seiten dicke Werk ist eine Schatztruhe voller Photos aus den letzten 175 Jahren, die, zeitlich eingeteilt in die fünf Kapitel 1839 – 1918 „Hauptstadt eines Vielvölkerreichs – Labor der Moderne“, 1918 – 1938 „Zwischen den Kriegen – Rotes Wien und Austrofaschismus“, 1938 – 1955 „Nationalsozialistische Diktatur, Zweiter Weltkrieg und Besatzungszeit“, 1955 – 1989 „Aufbau und Modernisierung“ sowie 1989 bis heute „ Öffnung und Wandel“, die Entwicklung der österreichischen Hauptstadt von der Kaiserstadt zur modernen Metropole verfolgen. Wie ein virtueller Spaziergang durch Stadt und Zeit zeichnen Hunderte sorgfältig ausgewählter und kuratierter Bilder die bauliche Entwicklung Wiens nach. Sie zeigen eindrücklich die kulturellen und historischen Trends, sei es beispielsweise das städtebauliche Gesamtkunstwerk Ringstraße aus dem 19. Jahrhundert oder das Experiment des „Roten Wien“ in den 1920er-Jahren, als die Stadt erstmals sozialdemokratisch regiert wurde.

Durch diese bemerkenswerten Photographien, die von Christian Brandstätter, dem Autoren und Gestalter zahlreicher Bildbände,  Andreas J. Hirsch, dem Kurator und künstlerischen Photographen, sowie Hans-Michael Koetzle (DGPh), der als freier Autor und Journalist in München lebt, ausgewählt wurden,  sind nicht nur die großen Wahrzeichen und die weniger bekannten Ecken Wiens zu entdecken, sondern auch die Allgegenwart und der Tumult der Geschichte der Stadt. Zu erleben sind die kulturelle Blüte des Fin de Siècle, als radikale Neuerer wie Gustav Klimt, Egon Schiele, Adolf Loos und Sigmund Freud Wien in ein „Laboratorium der Moderne“ verwandelten, die Zusammenstöße von 1934, der Aufstieg der NS-Diktatur und die Schrecken, die die Schoah in einer der einst bevölkerungsreichsten und ethnisch vielfältigsten Städte auf Erden anrichtete. Faszinierende Fotografien aus der unmittelbaren Nachkriegszeit erkunden das Wien, als die Stadt in Schutt und Asche lag und zugleich ein Drehkreuz der internationalen Spionage war. Das Buch endet mit den jüngsten Bildern, die den Aufstieg des heutigen Wien feiern – einer der attraktivsten Städte Europas, in der eine ereignisreiche Geschichte erneut mit internationalem Flair und einer lebendigen Gegenwartskultur zusammentrifft.  Nach den Kurzbiographien der Photographen von William Albert Allard über Henri Cartier-Bresson, Jewgenij Chaldej, Ernst Haas, Franz Hubmann, Rudolf Koppitz, Erich Lessing, Martin Parr bis Lothar Rübelt gibt der Band zur Stadt Wien zudem ausgewählte Film-, Musik- und Literaturempfehlungen. (vZ)

 

Manfred Paul: Mauer | Fotografie
Fotografien von Manfred Paul
Herausgegeben von Annette Tietz
Text des Gesprächs von Manfred Paul mit Karla Sachse
Deutsch, Englisch
Buchgestaltung Festeinband, besondere Buchgestaltung
128 Seiten, zahlreiche Abbildungen in Schwarz-Weiß
Verlag, Spector Books, Leipzig
ISBN 978-3-95905-351-8
36.00 Euro

Die photographische Werkserie »Mauer« von Manfred Paul (geb. 1942) ist eine klassische Verortung in der das eigene Lebensumfeld und der jahrelange Alltag eine geschichtliche Dimension erhalten. Die Thematik ist stilistisch Bestandteil der `new topographics´ denn unbestreitbar ist der ehemalige „Todesstreifen“ eine von Menschen gestaltete Stadt-Landschaft.

Der Photograph hat die Verortung einer `Hochsicherheits-Staatsgrenze´ auf die Banalität verschiedener Alltagssituationen heruntergebrochen. Die mit einer Großformatkamera erstellten SW-Photographien wurden von November 1989 bis Dezember 1990 auf visuellen Rundgängen entlang der noch bestehenden Grenzmauer gestaltet. Das reale Ikon der politischen Teilung Deutschlands - die Metapher des `Eisernen Vorhangs´ durch Europa - wird im eigenen Lebensumfeld dokumentiert. Bei aller Genugtuung über die Banalität des „Bauwerks“ und seinen Verfall kommen in den Motiven auch Unsicherheit und Zweifel über die Veränderung zum Ausdruck. So zeigt Manfred Paul in seinen Photographien `die Mauer und ihr direktes Umfeld´ als Zäsur im Stadtbild von Berlin und in unserer Geschichte.

Die Werkserie war 1989 eine Selbstvergewisserung des Photographen und ist 30 Jahre danach eine Reflexion des Künstlers über seine persönlichen und die gesellschaftlichen Veränderungen in Berlin. Im Rückblick sind die Photographien eine Anregung für alle Betrachter sich Gedanken über die Zeichen der Zeit zu machen. Das Buch erscheint in einer Reihe weiterer Photographiebücher zum Thema `Mauer 30 Jahre danach,´ die in sehr eindrucksvoller Weise die künstlerischer Reflexion in ganz unterschiedlicher stilistischer und thematischer Form zeigen, und damit einen Beitrag zur aktuellen künstlerischen Photographie geben.

Das Buch ist eine wichtige Neuerscheinung, da es einen bedeutenden Photographen vorstellt und zu gleich dazu anregt, über die Frage nachzudenken, welche identitätsstiftende Wirkung kann künstlerische Photographie in Verbindung mit politischen/gesellschaftlichen Prozessen haben? Mit diesem Künstlerbuch wird der vielbeschworene Anspruch, dass Kunst neue Perspektiven schafft und einen interkulturellen Austausch ermöglicht, eindrucksvoll mit der zur Photographie kongruenten Buchgestaltung umgesetzt. Insgesamt eine besonders gelungene Publikation, die zum Nachdenken über die Photographie und ihre künstlerischen Möglichkeiten anregt und ein empfehlenswertes Buch für eine Reise durch Berlin.

 

William Eggleston
Polaroid SX

64 Seiten, 56 Abbildungen
Fester Einband / Ledereinband
22.8 x 26.4 cm
Englisch
Steidl
ISBN 978-3-95829-503-2
1. Auflage 12/2019
58.00 Euro


„Der neueste Photobuchtitel, ‚Polaroid-SX‘ ist der dritte Titel einer Reihe von Wiederveröffentlichungen von William EGGLESTONs Künstlerbüchern.
Während ‚Flowers‘ und ‚Morals of Vison‘ relativ zurückhaltend in Ihrer Gestaltung  - die Photos beider Bände wurden moniert und nicht gedruckt - Anzahl an Phtos geblieben sind und sich eng das Originaldesign von Katy HOMAN aus den 1970er Jahren gehalten haben, trumpft der an ‚William EGGLESTON's Guide‘ erinnernde Polaroid-Band besonders durch eine tolle Materialwahl auf.

Der Photoband ‚Polaroid-SX‘ besteht aus 56 Farbaufnahmen, die zwischen den Jahren 1972 bis 1981 entstanden sind. Damit beinhaltet er schon doppelt so viele Aufnahmen wie die erst genannten Bände zusammen. Wirklich beeindruckend ist jedoch die aufwändige Gestaltung: die Polaroid-Aufnahmen wurde in einem vermutlich aus mehreren Druckvorgängen und mit einem Lack abschliessenden Verfahren auf mattes, schwarzes Papier gedruckt; zum Ende hin wurden der Schnitt noch einmal schwarz eingefärbt.
Der erste Eindruck ist gewaltig und neben dem Fest für die Augen ist es auch ein olifaktorisches Erlebnis, wenn sich der Geruch von Farbe, Papier und Ledereinband (sic!) vermischen. Obacht sei jedoch beim Öffnen der Seiten geboten, sollten Sie ihr Exemplar erst nach einiger Zeit aus der Folie nehmen, um es zu betrachten. Mein erstes, frisch vom Verlag geliefertes Exemplar musste ich sehr vorsichtig öffnen, weil die Farbe noch so frisch war.

Ohnehin wird sich der Betrachter beim ‚Lesen‘ etwas Zeit lassen (müssen), zu EGGLESTON-typisch banal - ein Mississippi-Straßenschild, ein Telefonbuch, gestapelte Kisten mit leeren Limonadenflaschen - und eben darum geheimnisvoll sowie in ihrer Sequenz oft eine ironische Aussage bildend, sind die Bilder, von denen sich bislang keines im Worldwide Web finden lässt, wohl aus bildrechtlichen Gründen.

William EGGLESTONs Neuauflage seines damals von Und gefertigten Titels ‚Polaroid-SX‘ ist ein Highlight dieses Photobuch-Winters und auf jeden Fall eine Anschaffung wert!  (© Richard G. Sporleder, Cafe Lehmitz Photobooks, 7.01.2020)

 

 

Unter Strom - Berlin auf dem Weg zur Metropole
Herausgegeben von Dorothee Haffner und Christina Stehr
Text von Dorothee Haffner
Deutsch
Buchgestaltung Festeinband,
156 Seiten, ca. 150 Abbildungen in Schwarz-Weiß
Edition Braus, Berlin
ISBN 978-3-86228-187-9
24,95 Euro.


Der Bildband mit historischen Fotografien aus Berlin zeigt die Auswirkung eines bedeutenden Kapitel Berliner Technik- und Industriegeschichte. Emil Rathenau hatte auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung 1881 in Paris das Patent für die Nutzung von Edisons Erfindung der Glühlampe in Deutschland erworben. Nach seiner Rückkehr gründete er in Berlin die AEG (Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft) um dieses Patent umfassend zu nutzen u.a. zur Beleuchtung Berlins. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb die AEG mit dem Bau der Turbinenhalle von Peter Behrens auch Architekturgeschichte.

Mit dieser technischen Entwicklung wurde die deutsche Hauptstadt zur Metropole der Moderne. Denn alle neuen Stadtattraktionen `das Berliner Stadtschloss, öffentliche Gebäude, die Lichtspieltheater, Konzerthäuser, die Varietétheater und die bis dahin unbekannte Leuchtreklamen´ sind unmittelbar mit der Entwicklung des Stromnetzes und der öffentlichen Beleuchtung verbunden. Der Werbeslogan „Berlin im Licht“ ist das neue Sinnbild der pulsierenden Metropole.
Das Buch ist interessant als Zeitdokument mit seinen Nachtaufnahmen und als Beispiel eines bildjournalistischen Stils der 1920er Jahre in der Fotografie. - db

 

Bunt
Fotografien von Volker Döhne
Text von Catrin Lorch
Deutsch,
Buchgestaltung Festeinband,
96 Seiten, 97 Farbfotografien
Greven Verlag, Köln
Buchhandelspreis: 20,00 Euro
ISBN 978-3-7743-0921-0
 

Die beiden Werkserien von Volker Döhne im Buch sind stilistisch eine Besonderheit, da sie während des Studiums bei Bernd Becher (Düsseldorf) entstanden sind. In diesen beiden Serie grenzt sich Döhne von seinem Lehrer ab und reflektiert als erster BECHER Schüler und stilistisch am konsequentesten eine Antwort auf den US amerikanischen Stil der `new color photography´. In diesen Jahren konzentriert Stephen Shore sich auf die Wahrnehmungsprozesse beim seriellen Arbeiten im Sinne der `conceptual art´ die er in Ausstellungen und Fotografiebüchern dokumentiert. In den 1970er Jahren stehen Hilla Becher und Stephen Shore in einem freundschaftlichen Dialog und so kommen diese neuen Kriterien nach Düsseldorf.

Im Buch wird die Bildstrecke farbige Automobile und die Bildstrecke „Schrebergärten“ gezeigt.“ Während die erste Serie u.a. grüne Käfer, gelbe Opel, rote Golf in den unterschiedlichsten Platzierungen zeigt ist die Werkserie „Schrebergärten“ ein wirkliche Entdeckung. Sie ist eine Verortung im besten Sinne und nimmt Bezug auf die `new topographics´ denn unbestreitbar sind die „Kleingärten“ eine von Menschen gestaltete Stadt-Landschaft. Im Gegensatz zu anderen Becher-Schüler*innen kopiert er Shore nicht sondern interpretiert ihn bei den Schrebergärten in einem eigenen farbigen Ansatz.

Das Buch ist eine wichtige Neuerscheinung, da es einen bedeutenden Fotografen vorstellt und zu gleich dazu anregt, über die Entwicklung der zeitgenössischen `künstlerischen Photographie´ seit den 1970er Jahren nachzudenken. Mit diesem Künstlerbuch wird der vielzitierte Anspruch, dass Kunst neue Perspektiven schafft und einen interkulturellen Austausch ermöglicht, eindrucksvoll umgesetzt. Insgesamt eine gelungene Publikation, die zum Nachdenken über die Fotografie und ihre künstlerischen Möglichkeiten anregt. - db

 

Peter Dammann
Das weiße Pferd

Hrsg.: Gabriele Schärer und Bernhard Giger
Mit Texten von Peter Dammann und Brigitte Hürlimann
Texte: Deutsch, mit Begleitheft in Englisch
328 Seiten mit 250 Farb- und Duplexabbildungen
Format: 24 x 32 cm, Halbleinenband mit Fadenheftung und Prägung,
München/Hamburg, Dölling und Galitz Verlag
ISBN: 978-3-86218-122-3
58,00 Euro

Der an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) ausgebildete Photograph Peter Dammann (1950 – 2015) lebte und handelte nach der Maxime: „Wenn du Geschichten über Menschen photographierst, dann ist das Wichtigste, dass du die Menschen liebst.“ Schwerpunkt seiner photographischen Projekte waren sozial engagierte Reportagen, die er vornehmlich in Mittelosteuropa und Nahost erarbeitete.

Viele der herausragenden und preisgekrönten Bilder Dammanns zeigen Kinder oder junge Menschen. In einem Interview sagte er einmal: „Meine Protagonisten sind oft arm, sie werden bevormundet und ihre körperliche Existenz ist bedroht. Sie haben keine sichere Zukunft, sondern ein unsicheres Leben. Aber oft entwickeln sie in dieser Lage sehr viel mehr Empathie und Stärke als wir.“

Herausgeber des Bandes sind die Filmregisseurin Gabriele Schärer, die mit Peter Dammann verheiratet war und unter dem Titel „Von der Stärke der Schwachen“ auch das Vorwort schrieb, und Bernhard Giger, Leiter des Kornhausforums, Bern, der in seinem Text „Zum Kindsein reichte die Zeit nicht“ einen persönlichen Blick auf die Photographien wirft. Beide haben mit „Das weiße Pferd“ ein außergewöhnliches Buch zusammengestellt und würdigen damit in besonderer Weise die eindrucksvolle photographische Leistung von Peter Dammann. Denn dieser war keiner, der schnell mal irgendwohin reiste und dann wieder weg war: Ob Straßenjunge oder Primaballerina, Boxer oder Kadett – er wartete den Auftritt seiner Protagonisten geduldig ab: Er betrat in Gegenteil den „Raum hinter der Bühne“, um zunächst behutsam und respektvoll eine Beziehung zu seinem Gegenüber aufzubauen.

Seine einfühlsamen, größtenteils schwarzweißen Photographien zeigen oft schwierige, manchmal alptraumhafte Lebensumstände - in Russland, Rumänien, Palästina, der Westbank, Venezuela, praktisch überall auf der Welt. Immer aber erzählen sie von Hoffnung, Würde und dem unbedingten Willen der Menschen, das Leben selbst zu gestalten. Das belegen neben den ausführlichen Bildunterschriften auch seine Texte, wie beispielsweise „Wir sind keine Soldaten, wir sind Kinder“ über kasernierte Schüler in Albanien oder „Wir sind klüger, als ihr denkt“ über vagabundierende Kinder in der Sowjetunion. Zudem wird das Buch angereichert durch Essays der Journalistin Brigitte Hürlimann, so über „Die zwölf Frauen aus dem Zimmer fünf“ oder „Die Fischermädchen aus Coronel (Chile)“.

Wer die Bildreportagen von Peter Dammann betrachtet, findet sich auf Augenhöhe mit den Photographierten, wird Teil ihrer Geschichte. Der im Dölling und Galitz Verlag erschienene, großformatige Bildband „Das weiße Pferd“ ist daher auch ein empathischer Blick auf das Thema Adoleszenz. (vZ)

 

Marc Walter, Sabine Arqué
Frankreich um 1900 - Ein Porträt in Farbe

Mehrsprachig: Englisch, Französisch, Deutsch
636 Seiten  
Format: 30x40 cm, Hardcover mit Schutzumschlag, in Trageschuber
Köln, Taschen-Verlag
ISBN: 978-3-8365-7850-9
150,00 Euro
 

Der Beginn des 20. Jahrhunderts war für Frankreich eine goldene Ära. Nach einer Reihe von Unruhen und Aufständen in der Republik, die im Deutsch-Französischen Krieg von 1871 gipfelten, erlebte man eine Ära von Frieden, Wohlstand und Fortschritt. Auferstanden aus Ruinen erstrahlte die Belle Époque als eine Zeit, die zu einem Boom in Kunst und Design, Industrie, Technologie und Bildung, im Reiseverkehr, in der Gastronomie und nicht zuletzt im flirrenden Nachtleben führte.

Mit rund 800 Photochromen, historischen Photographien, Postkarten und Plakaten aus den umfangreichen Archiven des Grafikdesigners, Photographen und Sammlers Marc Walter (1949–2018)  sowie von photovintagefrance knüpft das Werk „Frankreich um 1900“ an die im Laufe der letzten Jahre im Taschen-Verlag, Köln, erschienenen Bände „Italien um 1900“, „The Grand Tour“, „Deutschland um 1900“ und „An American Odyssey“ an. Auch hier wurde bei den meisten Bildern die 1888 von der Züricher Druckerei Orell Füssli zum Patent angemeldete Photochrom-Technik verwendet, mit der es möglich wurde, ausgehend von einem Schwarzweiß-Negativ in einem Flachdruck-Verfahren Photographie und Lithographie zu verknüpfen und damit farbige Serienabzüge herzustellen. Auf diese Weise wird auch „Frankreich um 1900“ in lebendige Farben versetzt. Der 30x40 cm große Band zeigt in den sechs Kapiteln Paris und Umgebung, Der Norden und die Normandie, Atlantikküste und Pyrenäen, Loiretal, Auvergne und Pays D’Oc, Champagne, Vogesen und Alpen, Rhônetal und Côte D‘Azur das Land in seiner ganzen Jahrhundertwende-Pracht. Zu sehen sind historische Bilder der eleganten und geschäftigen Pariser Boulevards ebenso wie die kühne, steinerne Schönheit des Mont Saint-Michel und die eisbedeckten Gipfel von Chamonix bis hin zum goldenen Licht der Côte d’Azur – das Land und seine Einwohner erstrahlen in der Zeit um 1900  voller Lebensfreude und Optimismus.
Die Einleitung mit dem Titel „Die Farben der Belle Époque“ und die ausführlichen Zwischentexte der Bildredakteurin und Autorin Sabine Arqué befassen sich mit den Geschichten hinter den Bildern über eine häufig verklärte Auf- und Umbruchzeit. Bis heute geblieben ist der unerschütterliche Reiz von ‚La Belle France‘, seiner Schönheit, Kultur, Tradition und legendären Romantik. (vZ)

 

30 Jahre in focus Galerie Burkhard Arnold
Mit Texten von Hans-Michael Koetzle (DGPh) und Burkhard Arnold (DGPh)
160 Seiten, reich bebildert
Format: 21x15 cm
Hauptstraße 114, 50996  Köln-Rodenkirchen
www.infocusgalerie.com
13,00 Euro

 

Auf mittlerweile drei Jahrzehnte erfolgreicher Tätigkeit auf dem Feld der Kunstvermittlung kann Burkhard Arnold mit seiner „in focus Galerie“ zurückblicken. Anfang 1990 in der Hochstadenstraße in Köln als Autorengalerie gegründet entwickelte er, tatkräftig von seiner Frau Anja Maria unterstützt, rasch ein professionell geführtes Unternehmen. Mit ihrem internationalen Ausstellungsprogramm ist die „in focus Galerie“ heute eine der dienstältesten Photogalerien in Deutschland.

Konkret zählen Klassiker der ‚Photographie humaniste‘, wie Willy Ronis, Édouard Boubat oder Sabine Weiss ebenso zu den von „in focus“ vertretenen Künstlern wie Marc Riboud, Elliott Erwitt oder Thomas Hoepker. Früher Höhepunkt der Galeriearbeit war schon 1999 die große Hommage an Bruce Davidson. Neben weiteren Einzelausstellungen etwa mit Arbeiten des Hamburger Modephotographen F. C. Gundlach, des Tschechen Jan Saudek, des Franzosen Jeanloup Sieff, des Schweizers René Groebli oder Lucien Clergue, auch bekannt als Mitbegründer der Rencontres d’Arles, traten immer wieder Gruppenausstellungen, die zum einen ein Thema in zum Teil kontroversen Positionen diskutierten, zum anderen Künstlern der Galerie zu einem „gesammelten“ Auftritt verhalfen. Beispielhaft genannt sei die Ausstellung von 2016, eine Hommage an Marilyn Monroe mit Photographien von Elliott Erwitt, Edward Clark, André de Dienes, Arnold Newman, Eve Arnold und George Barris.

Mit den zeitgenössischen Positionen der „Konkreten Photographen“ um Gottfried Jäger, Karl Martin Holzhäuser, Roger Humbert, René Mächler und Floris M. Neusüss, den konzeptuellen Arbeiten von Thomas Kellner und den der Landart tangierenden temporären Installationen der Niederländerin Scarlett Hooft-Graafland oder den mit Swarovski-Kristallen und Fäden bestickten Photographien der österreichischen Künstlerin Sissi Farassat weitete sich das Galerieprogramm ins Experimentelle: Das Lichtbild selbst wird zum Gegenstand künstlerischer Reflexion.

Alle dort bisher gezeigten etwa 170 Ausstellungen sind in einem kleinen, aber feinen Katalog „30 Jahre in focus Galerie Burkhard Arnold“ in Wort und Bild zusammengefasst. Dieser beginnt mit einem Essay von Hans-Michael Koetzle (DGPh). Unter dem Titel „Photographie sammeln ist ein Akt von Liebe“ schildert er, wie das Sammeln häufig anfängt: Wie man „angesichts eines Bildes, einer Photographie, die auf Anhieb den Blick fesselt, die Sinne bannt, die berührt, fasziniert, die man umkreist, es immer wieder betrachtet und irgendwann besitzen möchte.“ Nach der ausführlich bebilderten Ausstellungsbiographie der letzten 30 Jahre äußert sich der Galerist Burkhard Arnold unter dem Titel „Die Photographie als Sammelobjekt und ihr Markt“ über die Dimension des Kunstmarktes allgemein und des Marktes für Photographie im Speziellen. (vZ)

 

Julia Watson
Lo—TEK  -  Design by Radical Indigenism

Text: Englisch
420 Seiten
Format: 17 x 24,4 cm, Hardcover
Köln, Taschen-Verlag
ISBN: 978-3-8365-7818-9
40,00 Euro

Vor rund dreihundert Jahren wurde ein Mythos in die Welt gesetzt: die Idee von Fortschritt durch Technologie. Im Zuge der Aufklärung und im einflussreichen Zusammenwirken von Humanismus, Kolonialismus und Rassismus etablierten europäische Denker ein Prinzip, das sich mehr und mehr über lokale Weisheiten und indigene Errungenschaften hinwegsetzte. Diese galten fortan als primitiv. Heute wird uns schmerzlich bewusst, welch dramatische Entwicklungen aus dieser Haltung folgten.

Und so sind Designer und Ingenieure derzeit vielerorts bemüht, den negativen Einfluss des Menschen auf die Umwelt zu reduzieren. Dabei wird jedoch häufig auf Technologie gesetzt, die gegen die Natur, anstatt mit ihr arbeitet. So reagiert man auf den Klimawandel mit dem Aufbau harter Infrastrukturen und favorisiert High-Tech-Lösungen. Hier sind ganzheitliche Systeme gefragt, die Biodiversität als elementaren Baustein nutzen.

„Lo—TEK“ ist eine Design-Bewegung, die traditionelles, ökologisches Wissen wiederbelebt und Know-how, Praktiken und Überzeugungen aus mehreren Generationen sowie unterschiedlichen Kulturen sammelt. TEK steht dabei für „Traditional Ecological Knowledge“, die auf komplexe Ökosysteme und deren nachhaltige Wirkung baut. Danach ist indigene Innovation weder primitiv, noch existiert sie abgeschottet von moderner Technologie.

Mit einem Vorwort des Anthropologen Wade Davis durchstreift das von der Wissenschaftlerin und Autorin Julia Watson im Taschen-Verlag, Köln, herausgegebene Buch „Lo-TEK – Design by Radical Indigenism“ in vier Kapiteln - Gebirge, Wälder, Wüsten und Wasser - 20 Länder und Jahrtausende menschlicher Weisheit und Kreativität: Lebende Brücken im nordindischen Hochland, Terrassenfelder auf den Philippinen, jahrtausendealte Wasserleitungen im Iran oder schwimmende Dörfer in Peru. Im Kontext der Moderne werden uralte Mythen in Texten sowie in beispielhaften schematischen Darstellungen und Photographien zu neuem Leben erweckt. Sie alle verbindet das Ziel, den menschlichen Geist für etwas radikal Neues zu öffnen und gleichzeitig der ewigen Menschheitsfrage nachzuspüren, wie man in Symbiose mit der Natur leben kann. (vZ)

 

 

 

Gera Ostmodern
von Christoph Liepach

mit Texten von Ben Kaden
128 S. / 100 S/W- und Farbabb.
Format 28 × 24 cm
Hardcover
1. Auflage von 500 Exemplaren
ISBN 978-3-9821327-0-9, 20,00 Euro
 

Was ist eine Postkarte? Zunächst ein vergängliches Medium, schnell, offen, vermeintlich oberflächlich. Ihr Zweck ist die Übermittlung kurzer Eindrücke, Informationen, Absprachen oder einfach nur Grüße in unkomplizierter Form. Durch die Zugabe einer Bildseite erhält sie jedoch auch eine übergeordnete Botschaft, die die Seite der meist formlosen zwischenmenschlichen Kommunikation ergänzt. Stadtansichten und Landschaftsbilder sollen den Empfangenden einen Eindruck eines Ortes geben.

Spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und unter dem Eindruck einer starken Entfaltung des Massentourismus dominiert das Phänomen der so genannten “Postkartenidylle”. Für die Ansichtskartenproduktion der DDR bedeutet dies konkret ab den 1950er, besonders aber in den 1960er und 1970er Jahren eine planvolle, fotografisch oft sehr durchdachte Inszenierung des Aufbaus der neuen sozialistischen Stadträume. Für die Hauptstadt Berlin, jede der Bezirksstädte und viele weitere Orte lässt sich ein Neu- und Umbauprogramm im Zeichen der Ostmoderne auch anhand der Ansichtskartenproduktion nachweisen und in der Zeit nachvollziehen. Damit war nicht zuletzt das Ziel einer visuellen Verankerung der Neugestaltung in der Wahrnehmung der Menschen und damit auch eine größere Akzeptanz und Identifikation verbunden. Ansichtskarten als das zentrale Alltagsmedium für den zwischenmenschlichen Austausch eigneten sich ideal für diese Verknüpfung. Soweit möglich bemühte man sich um ein entsprechend hohes fotografisches Niveau. Dies wird durch die teils außerordentlich hohe Herstellungsqualität als Echt-Foto-Abzüge gespiegelt.
Der vorliegende Band versammelt beispielhaft für die Stadt Gera eine Reihe solcher Echt-Foto-Ansichtskarten. Begleitet wird er von Texten, die in Besonderheiten der Ansichtskartenkultur der DDR einführen und zugleich verdeutlichen, warum sich auch heute noch ein zweiter, vertiefender Blick auf diese Spuren aus einer anderen Zeit lohnt. Er eröffnet damit eine neue Sichtweise auf ein oft übersehenes, jedoch sozial- und photographiegeschichtlich sehr betrachtenswertes Medium.

Christoph Liepach (*1990) ist Künstler und Photograph. Er beschäftigt sich in seinen Arbeiten mit den kulturellen Spuren der DDR. Mit dem Medium Photographie verhandelt Liepach individuelle Fragen nach der Bildung von Identitäts- und Gegenwartskonzepten. Aktuell studiert er an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Ben Kaden (*1976) beschäftigt sich als Bibliothekswissenschaftler mit Fragen von Medialität, kultureller Überlieferung und Überlieferbarkeit. Aktuell arbeitet er an der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

Macht und Herrlichkeit
Photographien von Florian Monheim
Texte von Jürgen Kaiser
Deutsch
Buchgestaltung Leinenband mit Schutzumschlag
344 Seiten mit 233 Farbabbildungen
Greven Verlag, Köln
ISBN 978-3-7743-0919-7
50,00 €

Das Buch „Macht und Herrlichkeit“ ist im wahrsten Sinne ein Bildband der Superlative. Ein Leinenband in Farbe und teils ganzseitigen Abbildungen der gotischen Kathedralen am Rhein zwischen Konstanz und Köln. Die Kirchen in Konstanz, Basel, Freiburg, Strassburg, Speyer, Worms, Oppenheim, Mainz und Köln werden in Gesamtansichten Fassadenansichten und Details vorgestellt. Besonders die mit charakteristischen Lichtimmungen profilierten Architekturansichten machen das Buch zu einem Augenschmaus. Der Fotograf Florian Monheim hat diese architektonischen Meisterwerke in ausdrucksvolle Fotografien umgesetzt. Es ist ihm gelungen die Besonderheiten der Architektur und die individuelle Handschrift der Baumeister und Steinmetze zu visualisieren.
Die informativen Texte von Jürgen Kaiser geben einen vertiefenden Eindruck in das jeweilige Bauwerk und sind in kongruenter Weise eine Ergänzung zu den Fotografien. Daraus ergibt sich ein eindrucksvolles Gesamtbild dieser bedeutenden mittelalterlichen Kirchen am Rhein.
Ein sehr empfehlenswertes Buch als Dokument der europäischen Kulturgeschichte am Rhein und Reiseführer für fotografische Architektur Impressionen. Der großformatige Bildband steht in einer Tradition besonders gestalteter Fotografiebücher, die den gezeigten Kathedralen künstlerisch gerecht wird und den Liebhaber des Fotografie-Buches erfreut. - db

 

NACHTFAHRT. Ein Taxi Blues
Fotografien von Josef Šnobl
Herausgeber Reinhard Matz
Vorwort und Texte Josef Šnobl
Mit einem Nachwort von Reinhard Matz
Deutsch, Buchgestaltung Broschur,
240 Seiten, mit zahlreichen Fotografien in Schwarz-Weiß
Emons Verlag, Köln
ISBN 978-3-7408-0684-2, 25,00 Euro

Der Fotograf Josef Šnobl hat eine eindrucksvolle fotografische Serie im bildjournalistischen Stil erarbeitet, die im wörtlichsten Sinne als `street photography´ bezeichnet werden kann. Die Fotografien entstanden während seiner Tätigkeit als Taxifahrer (1988-2013) scheinbar nebenbei und doch sehr pointiert und kenntnisreich. Er hat sich selbst aber zugleich auch die Kollegen bei der Arbeit porträtiert. Die Fotografien geben einen Einblick in das `Kölner Nachtleben inspirierend, irritierend von Betrunkenen, Promis und Geschäftsreisenden entsteht in emotionalen Bildern die Dokumentation von Ereignissen und subtilen Beobachtungen.

Beim Betrachten der Motive drängt sich der Vergleich zu Brassais `Paris bei Nacht´ auf einer narrativen Serie im Gegensatz zu dieser schlaglichtartigen Fotografie eines Großstadtphänomens. Die einfühlsamen und teilweise schockierenden Texte von Šnobl geben einen Blick in die andere Seite der Großstädte und ergänzen diesen mit den speziellen Eigenarten Kölns zu einem überzeugenden Gesamtbild. Damit ist der Fotograf Josef Šnobl der Devise „Für mich besteht das Wesen der Fotografie in der Fähigkeit, in Bruchteilen einer Sekunde Bedeutung und Gewicht eines Ereignisses zu erfassen und gleichzeitig in eine Form zu bannen, die das Wesen dieses Geschehens gültig ausdrückt“ von Cartier- Bresson bei seinen Nachtfahrten gefolgt. Ein empfehlenswertes Buch als Zeitdokument aber auch für die klassische `street photography´ in SW-Fotografien, es lässt den Betrachter die Stadt Köln beim nächsten Rundgang mit ganz andren Augen sehen. - db

 

WGH Forum Herrenhäuser Markt
Wolfgang Bartels

Herausgeber: WGH Herrenhäuser EG
Fotos und Konzept: Wolfgang Bartels
SW - Fotobildband
(Duplex plus partieller Drucklack, schwarzer Surbalin - Einband mit tiefgeprägtem Titelbild, 26 Bildtafeln)
1. Auflage: 650
Erhältlich nur über den Photographen (25,00 Euro)

Herrenhausen hat einen neuen Mittelpunkt. Wo über Jahrzehnte grau und unnahbar ein Bunker den Herrenhäuser Markt prägte, hat die WGH Herrenhausen ein modernes Gebäudeensemble mit Wohnungen, Geschäften, Büros und sozialen Einrichtungen erstellt, das dem wohl geschichtsträchtigsten Stadtteil Hannovers ein neues Gesicht verliehen hat. Der Photograph Wolfgang Bartels, der seine Kindheit an diesem Platz verbracht und den Wandel mehr als ein halbes Jahrhundert lang verfolgt hat, dokumentiert mit 26 einfühlsamen Bildern das Wachsen der städtebaulichen Qualität in der neuen Mitte von Herrenhausen. (Text aus dem Vorwort des Buches: Conrad von Meding)