Aktuelle Bücher im Dezember 2019

Cotton rose
Fotografien von Jitka Hanzlovà (
Otto-Steinert-Preisträgerin 1993)
Text von Ulf Erdmann Ziegler

Deutsch, Englisch
Buchgestaltung Festeinband, hochwertige Buchgestaltung
88 Seiten, ca. 46 Abbildungen in Farbe
Steidl Verlag, Göttingen

ISBN 978-3-86930-127-3

35,- Euro

Mit der Monografie »cotton rose« dokumentiert die Photographin Jitka Hanzlová ihre fotografischen Eindrücke von Japan 2004 und 2006. Die Motive in dieser Werkserie aus der Präfektur Gifu greifen tradierte Motive der komplexen japanischer Kultur auf, denn die Photographin aus dem böhmischen Rokytnik stammend, dem sie eine Werkserie widmete, hat selbst eine Existenz in rasch wechselnden Lebensverhältnissen kennengelernt. Die ist auch die Erfahrung vieler Europäer, wenn sie der fremden aber bewunderten Kultur Japans begegnen.

Es sind Fotografien mit einem gewissen Abstand zum Objekt aber dennoch mit intensiver Aussagekraft. Im Gegensatz zu August Sander (Menschen des 20. Jht.) will sie nicht etwas belegen, sondern erforschen und dem Betrachter das Urteil überlassen. Das japanische Unbewusste und das Gemeinsame (Sozialstruktur) wird aus unserer Perspektive thematisiert. Der Photographin geht es um das „ich“ das Individuelle, das in Japan wohl weniger sichtbar aber doch - und in europäische Komplexität - vorhanden ist.
Diese Visualisierung dieser „konzeptuellen Gedanken“ erfolgt in floralen Stillleben, in der Fauna, in kulturellen Objekten aber besonders in ihren Porträts ganz unterschiedlicher Generationen und sozialer Schichten. Inhalt und Thema des Buches ist, dass sie die fremde Kultur nicht verstehen will, sie sieht sie nur mit den eigenen Augen. Sie erkennt in den Passanten deren Lebenswelt. Die Serie steht in Bezug zu Hanzlovas Interesse an Lebenszyklen und die Pflanzenstudien verweisen zugleich auf den kreativen Prozess in der Fotografie. Die Monografie »cotton rose« erscheint als Sondereditionen bei Steidl. Das Buch ist besonders schön und stimmig gestaltet mit getöntem Paper und Leineneinband.

 

Pieter Hugo -  La Cucaracha

Texte: (Englisch) Mario Bellatin, Ashraf Jamal
Buchdesign: Joseph Burrin
Hardcover
Format: 31 x 35 x 2 cm
130 pp.
RM 2019.
ISBN 978-8-41797-515-9
69,50 Euro

„Dem südafrikanischen Photographen Pieter HUGO ist mit dem Fotoband 'La Cucaracha' ein weiteres Mal ein beeindruckendes Gesellschaftsportrait gelungen, in dem ihn die Menschen mehr interessiert haben, als Mexikos Architektur oder Wirtschaft. Ohnehin liegt Pieter HUGOs große Stärke in den Porträts, die ihn zu einem der besten Photographen der Zeit haben werden lassen. Der bei Prestel 2007 erschienen Fotoband ‚The Hyena & other Men‘ erlebte mehrere Auflagen.
Auch in ‚La Cucaracha‘  Menschen sind dermaßen präsent, die Szenen teilweise so ungewöhnlich wie natürlich, dass seine Bilder auch lange nach der Betrachtung des Buches in Erinnerung bleiben. Das erlebte man schon so bei ‚The Hyena and other Men', 'Nollywood' und 'Permanent Error'. Seine letzte Veröffentlichung, der stille und gleichwohl  eindrucksvolle Fotoband '1994' erscheint im Nachhinein wie eine Ruhepause vor diesem neuen großen Wurf.
 
Großartig ist auch die Produktion des großformatigen Photobandes, der hochkant in kein Standardregal passt: sein weinroter Einband ohne Schutzumschlag ist strukturiert, der Titel senkrecht mittig in goldenen Großbuchstaben gesetzt. Ein Goldschnitt rundet das Bild eines klassisch gestalteten Fototitels ab. Im Innenteil sind zwei englisch-sprachige Texte in ungewöhnlich großer Schrift wieder gegeben.

Der erste Text beschreibt die mexikanische Seele, der zweite Text widmet sich HUGOs Vorgehensweise. Beide Texte sind überaus lesenswert und bilden eine gelungene Einleitung in den von Pieter HUGO selbst editierten Bildteil. Dort sind alle Farbphotographien rechtsseitig wiedergegeben, links findet man - mittig und in gewohnter Schriftgröße - Zusatzinformationen zum Bild: Titel, Ort, Jahresangabe.

Die Porträts, teils auch Ganzkörperporträts, benötigen den ihnen großzügig gewährten Platz, um den vielfältigen Charakter der Menschen darzustellen. HUGO erfindet spannende Szenerien, die zudem durch ihre Farbigkeit eine besondere Kraft entwickeln. Auf diese Weise überrascht der Photograph auch den versierten Betrachter. Dass ‚La Cucaracha‘ in Gänze wie eine mexikanische Publikation anmutet, liegt auch am erfahrenen Creative Director, Ramón Reverté, der Inhalt und äußere Form zu einer in sich geschlossenen Einheit gemacht hat. Daher gebe ich eine klare Kaufempfehlung für ‚La Cucaracha‘." (rs)

 

Wolfgang Volz (DGPh)
Christo and Jeanne-Claude

Hrsg.: Paul Goldberger
Texte: Englisch, Deutsch, Französisch
Hardcover mit Schutzumschlag, in Tragetasche, 616 Seiten
Taschen Verlag, 2019
ISBN: 978-3-8365-6699-5
150,- Euro

Die aktualisierte XXL-Ausgabe „Christo and Jeanne-Claude“ ist teils Biographie, teils kritische Analyse, teils Katalog. In über 600 Seiten, 30x40 cm groß und fast sieben Kilogramm schwer, wird das künstlerische Gesamtwerk von Christo und Jeanne-Claude ausgebreitet, von ersten Zeichnungen und Familienphotos über früh realisierte und aktuelle Werke bis hin zu Plänen für künftige Projekte. Christo und Jeanne-Claude, beide am 13. Juni 1935 geboren, er als Christo Vladimiroff Javacheff in Gabrowo (Bulgarien), sie als Jeanne-Claude Marie Denat in Casablanca (Marokko), haben ein außergewöhnliches künstlerisches Werk geschaffen. Beide arbeiteten seit 1961 zusammen und lebten seit 1964 in New York. Ihre Kunstwerke überschreiten Grenzen, vereinen Monumentalität und Vergänglichkeit und stellen ein ureigenes Genre zwischen Konzeptkunst, Land Art, Stadtplanung und Politik dar. Die Projekte beeindrucken nicht nur aufgrund ihrer künstlerischen Vision und schieren Dimension, sondern auch durch die behördlichen und finanziellen Anstrengungen, die sie erst möglich machten. Der großformatige, im Taschen-Verlag, Köln, erschienene Band enthält, eingerahmt von Zeichnungen und Plänen, Hunderte von bisher unveröffentlichten Photographien, die größtenteils von Wolfgang Volz, seit 1971 der Exklusiv-Photograph der Werke von Christo und Jeanne-Claude, realisiert wurden. Sämtliche Projekte des Paares, beginnend 1961 mit einem Entwurf für ein verhülltes Gebäude und dem ersten gemeinsamen Werk  „Wrapped Coast, Australia, 1968/69“, sowie alle folgenden, wie beispielsweise „Running Fence“ in Kalifornien 1972/76, „Surrounded Islands“ in Florida 1980/83, die Schirme in den USA und in Japan 1984 bis 1991, der verhüllte Reichstag in Berlin 1971/95, die 13.000 Ölfässer im Gasometer in Oberhausen 1998/99 oder die London Mastaba 2016/18, werden  ausführlich in Wort und Bild vorgestellt. Gezeigt wird schließlich der Stand der aktuell noch unvollendeten Werke „The Mastaba of Abu Dhabi“ und „L’Arc de Triomphe Wrapped“ in Paris. Christo sagt zu seinen Schöpfungen: „Jedes Projekt ist wie ein Stück unseres Lebens, ein Bestandteil von etwas, das ich niemals vergessen werde.“ Neben der umfassenden photographischen Dokumentation und einer Einleitung durch den Architekturkritiker und Autoren Paul Goldberger enthält der Band ein ausführliches Gespräch zwischen den Künstlern und dem Autor, in dem sich Jeanne-Claude kurz vor ihrem Tod Ende 2009 noch einmal öffentlich über die gemeinsame Arbeit äußert. So ist dieser Band eine letztgültige Hommage an Jeanne-Claude und gleichzeitig eine Würdigung des Werks zweier Künstler, deren Ideen den Blick auf Landschaften und Gebäude weltweit für immer verändert haben. (vZ)

 

Peter Lindbergh
Dior

in Zusammenarbeit mit Martin Harrison
520 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
2 Bände im Schuber
Texte in Deutsch, Englisch, Französisch
Taschen, 2019
ISBN: 978.3.8365.7990.2
150,- €


Selten war die Anteilnahme Anfang September dieses Jahres weltweit so groß wie bei der Bekanntgabe des zu frühen Todes von Peter Lindbergh. Seine Photos, viele von ihnen seit Veröffentlichung zu Ikonen geworden, standen für einen neuen Stil der Modephotographie. Wenn man die Chance hatte, Peter Lindbergh persönlich zu treffen (und ich hatte zweimal die Chance) dann glaubte man zu spüren, was den Großteil seines Erfolges ausmacht. Offen auf Menschen zugehen und zuhören. Das nun erschienene Buch ist wie das Vermächtnis einer der größten Modephotographen und Menschen der letzten 50 Jahre.

Während seiner gesamten Karriere stand Peter Lindbergh dem Haus DIOR auf ganz besondere Weise nahe. Er photographierte die schillernden Musen des Hauses, darunter Marion Cotillard und Charlize Theron, und realisierte mit seinem unverwechselbaren Stil Kampagnen für die Parfums Lady Dior und J’Adore. Dieses letzte Buch des Photographen ist das Originaldokument einer außergewöhnlichen Ko-Kreation – und eine Herzensangelegenheit des Künstlers.

Siebzig Jahre DIOR-Geschichte und das Brodeln des Times Square in New York: Das war das Konzept hinter Lindberghs in Umfang und Dimension außergewöhnlichem Projekt, für das DIOR in einer ebenso ungewöhnlichen Aktion eine beispiellose Anzahl von kostbaren Couture-Kreationen aus den Tresoren in Paris über den Atlantik schiffte.

Das Ergebnis ist elektrisierend. Inmitten des Trubels am Times Square glänzt Alek Wek im makellosen Bar-Kostüm von 1947, jenem berühmten Ensemble, das den frühen Stil des Hauses definierte. Klassische „Lindbergh-Schönheiten“ wie Saskia de Brauw, Karen Elson und Amber Valletta bewegen sich durch Menschenmassen und unter Gerüsten hindurch, spiegeln sich in Gebäudefassaden – gekleidet in Haute Couture, die Christian Dior noch von Hand fertigte, bis hin zu neueren Entwürfen von Maria Grazia Chiuri. Ein Spiel der Kontraste, das den Ambitionen dieser Stilübung jederzeit gerecht wird: Peter Lindberghs typisch monochrome, aber auch farbige Photos heben auf meisterhafte Weise die Silhouetten, Feinheiten und Texturen jedes Kleidungsstücks hervor.

Lindbergh selbst ist in dieser zweibändigen Publikation in jeder Hinsicht präsent. Auf allen Produktionsstufen hat er eng mit TASCHEN zusammengearbeitet. Band eins enthält 165 bislang unveröffentlichte Bilder, dazu eine Einführung von Martin Harrison. Band zwei würdigt Lindberghs langjährige Verbundenheit mit dem Pariser Modehaus DIOR. Dafür stellte er mehr als 100 Photographien zusammen, von Haute Couture bis zu Herren- und Damenkonfektionen, die ursprünglich in renommierten Zeitschriften wie Vogue oder Harper’s Bazaar veröffentlicht wurden. Für die Gestaltung der Bände zeichnete Lindberghs langjähriger Artdirector und enger Freund Juan Gatti verantwortlich. Eine atemberaubende Hommage an das zeitlose Zusammenwirken von Haute Couture und Photographie. Auch an dem Konzept der im Februar startenden Ausstellung im Kunstpalast in Düsseldorf, hat Peter Lindbergh bis zuletzt mitgearbeitet. (© st)
(Ausstellung. 05. Februar - 01. Juni 2020, „Peter Lindbergh: Untold Stories aus 40 Jahren Modefotografie“, Kunstpalast, Düsseldorf)

 

Fotografien von Götz Lemberg
Vorwort von Volker Hassemer
Texte von Götz Lemberg,
Dariusz Kacprzak, Kurt Winkler
Deutsch
Buchgestaltung Broschur
156 Seiten, ca. 160 Abbildungen in Farbe
Edition Braus, Berlin
ISBN 978-3-86228-192-3
Preis: 24,95 Euro
Auf den Spuren Theodor Fontanes hat der Photograph Götz Lemberg das Land Brandenburg bereist und in eindrucksvollen Photographien festgehalten. Es ist eine konzeptuelle Photographie, die sich hier von Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ inspirieren lässt. Fontane hat nicht nur den Reiz einer außergewöhnlichen Landschaft beschrieben, sondern ihm ist es auch gelungen, diese mit der kulturellen und politischen Entwicklung unter Berücksichtigung seiner Bewohner zu skizzieren. Diese literarischen Landschaftsbilder haben unsere Vorstellung von der Mark Brandenburg bis heute stark geprägt.
 
In kongenialer Weise findet Götz Lemberg aktuelle Orte, die auf Fontanes Landschaftsdarstellung Bezug nehmen, die er aber unter Berücksichtigung späterer historischer Ereignisse neu interpretiert. Die Bildmotive werden im Buch in Serien auf Doppelseiten gezeigt, so dass eine Verortung aus verschiedenen Perspektiven dargestellt wird. Vergleichbar dem literarischen Text Fontanes wird die Vielfalt der möglichen Interpretationen der „scheinbaren“ Wirklichkeit gezeigt. Götz Lemberg erarbeitet ein idealisiertes und doch reales Bild Brandenburgs, die neue konstruierte Wirklichkeit des Photographen. Die photographischen Stilmittel sind Reihung, Ausschnitt, Detailansichten und Mosaiken aus Strukturen, die in einem klassischen dokumentarischen Stil in Farbe erstellt sind.

Diese Gegenüberstellung von literarischen Texten und photographischen Serien stellt die Frage nach der heutigen Identität des Bundeslandes „Brandenburg“ und bietet dem Betrachter zugleich Interpretationsmöglichkeiten an. Dieses Angebot wird verstärkt durch das Buch „Fontanes Brandenburg - Konstruierte Wirklichkeit“ ein `Lesebuch´ mit der Projektbeschreibung von Götz Lemberg eine Literaturwissenschaftliche Einordnung durch Roland Berbig ausgewählten Fontane Texten und dem Essay „Fontane - Landschaft - Kunst“ von Hubertus Fischer.
 
 Das Buch ist eine wichtige Neuerscheinung, da es stilistisch einen bedeutenden Photographfen vorstellt und zu gleich dazu anregt, über die aktuelle Frage nachzudenken, welche identitätsstiftende Wirkung kann künstlerische Photographie in Verbindung mit Literatur haben? Es steht in einer Tradition besonders gestalteter Photographiebücher, das Format: 30,5 x 23,5 cm kommt dem konzeptuellen Gedanken der gezeigten Werkgruppen künstlerisch sehr entgegen. Insgesamt eine besonders gelungene Publikation, die zum Nachdenken über die Photographie und ihre künstlerischen Möglichkeiten anregt und ein empfehlenswerter Erinnerungsband an eine Reise durch Brandenburg. (db)

 

Quartier Riedenburg  - Eine Chronologie 2019 - 2014
Fotografien von Hanns Otte

Herausgeber Fotohof Salzburg
Vorwort gswb und UBM Development AG
Texte von Roman Höllbacher
Deutsch,
Buchgestaltung Leineneinband
123 Seiten, ca. 118 Farbabbildungen
Edition Fotohof, Salzburg, Österreich
ISBN 978-3-902993-82-3
33,- Euro

Der österreichische Fotograf widmet sich in seinen Werkgruppen den Formen und Spuren von Alltagsarchitektur in einer dokumentarischen konzeptuellen Bildsprache. Die Motive werden in detailreichen SW- und zurückhaltenden Farbfotografien umgesetzt, und teilweise zu grafischen Mustern und Strukturen verdichtet.
Das jetzt vorgelegte Buch präsentiert ein ehemaliges Salzburger Kasernengelände, das jetzt zu einer der größten Wohnsiedlungen in zentraler Lage umgewandelt wurde. Das Buch stellt den Verwandlungsprozess in zeitlich umgekehrter Reihenfolge dar. Es beginnt mit dem Ortsbild und der Architektur des heute fertiggestellten neuen ‚Stadtteils Riedenburg‘ und endet an der noch in Funktion befindlichen Kasernen Wache. Dazwischen werden die verschiedenen Bauphasen und der stetige Rückbau der Kaserne mit dem Verfall der Bausubstanz durch vergleichende Ortssituationen dargestellt. Es ist kein ungeschminkter Bildbericht, sondern die Visualisierung eines heiteren farbenfrohen Ortes urbanen Lebens.

Das Buch regt dazu an über die aktuelle Frage nachzudenken, welche identitätsstiftende Wirkung kann künstlerische Photographie in Bezug zu urbanen Veränderungen haben? Es steht in ein besonders gestaltetes Fotografiebuch, das Querformat kommt dem konzeptuellen Gedanken der gezeigten Werkgruppen künstlerisch sehr entgegen. Insgesamt eine besonders gelungene Publikation, die zum Nachdenken über die Fotografie und ihre künstlerischen Möglichkeiten anregt und mit dem Essay des Salzburger Kunsthistoriker Roman Höllbacher eine detailreiche und historisch genaue Bewertung des Standortes „Riedenburg“ gibt.

 

Michael Ebert / Sandra Abend
Fotografieren für Kids

Kinder entdecken die Welt der Fotografie und wie man die Welt fotografiert
3., aktualisierte und erweiterte Auflage
Oktober 2019, 216 Seiten, komplett in Farbe, Festeinband
dpunkt.verlag
ISBN Print: 978-3-86490-678-7 – 24,90 Euro
ISBN PDF: 978-3-96088-799-7 – 19,90 Euro

Fotografieren für Kids!
Das Buch für fotografierende Kinder und fotobegeisterte Eltern.

Fotografieren ist nicht schwer! Die Autoren Sandra Abend und Michael Ebert geben in ihrem Buch die richtigen Tipps und Tricks für das Gelingen toller Bilder. Sie zeigen in »Fotografieren für Kids« genau, wie es geht. Da werden Freunde, Familie, Tiere und Events fotografiert – egal ob zu Hause oder unterwegs.

Die Autoren haben das nötige Wissen über Kameras, Handys und viele Ideen für schöne Motive zusammengestellt. Im Vordergrund aber steht die Freude am Fotografieren und an schönen Fotos, denn Kreativität ist wichtiger als Technik. Die Grundlagen zu Technik und Bildgestaltung lernst du nebenbei. Lass dich von den Fotos im Buch inspirieren!

 

Ann-Christine Woehrl, Cornelia von Schelling
Der Frieden trägt den Namen einer Frau

Texte: Deutsch, Englisch
172 Seiten mit 84 farbigen Abbildungen
Format: 23x28 cm, Hardcover mit „French Fold“-Schutzumschlag
Baden (A), Edition Lammerhuber
ISBN: 978-3-903101-68-5
€ 49,90

Das in der Edition Lammerhuber, Baden (A), erschienene Buch „Der Frieden trägt den Namen einer Frau“, Untertitel „Kolumbien im Wandel“,  dokumentiert in Wort und Bild die Lebensgeschichten von sechs Ex-Rebellinnen der sozialrevolutionären kolumbianischen  Guerillabewegung  Fuerzas Armadas Revolutionarias de Colombia, die unter dem Kürzel FARC weltweit bekannt wurde. Das Besondere an diesem Buchprojekt ist, dass es den erbitterten Bürgerkrieg und den jahrelangen Friedensprozess in Kolumbien aus der Perspektive von Ex-Kämpferinnen sichtbar macht.
Die größte Guerilla-Organisation rekrutierte etwa 7000 Kämpferinnen und Kämpfer. Sie bestand zu 60 Prozent aus Frauen. Bei der FARC herrschte Gleichberechtigung – die Rebellinnen ließen die klassische Rollenverteilung hinter sich. Denn nun fühlten sie sich dazu berufen, für die Interessen der Frauen in der traditionellen kolumbianischen Gesellschaft zu kämpfen. Im November 2016 wurde nach 53 Jahren blutigen Bürgerkriegs und langwierigen Verhandlungen der Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und den FARC-Rebellen unterzeichnet. Die Guerilleros wurden auf Übergangscamps verteilt und übergaben ihre Waffen der UNO. Präsident Manuel Santos, der maßgeblich am Zustandekommen des Vertrags beteiligt war, erhielt 2016 den Friedens-Nobelpreis. Der Bildband beginnt mit seiner aus diesem Anlass gehaltenen Dankesrede, die dieser unter die Überschrift „Frieden in Kolumbien: Vom Unmöglichen zum Möglichen“ gestellt hatte.
Prof. Dr. Stefan Peters, der Direktor des Deutsch-Kolumbianischen Friedensinstituts, führt in seinem Text unter dem Titel „Die Kraft einer friedensorientierten Politik“ in das Thema ein. Die jungen Rekrutinnen, die beim Eintritt in die FARC einen „Kriegsnamen“ und damit eine neue Identität erhielten, werden danach einzeln vorgestellt. Die sechs ehemaligen Kämpferinnen heißen jetzt Milena, Viviana, Nasly, Camila, Sandra und Juliana.
Die freischaffende Photographin Anne-Christine Woehrl und die in Kolumbien aufgewachsene Autorin Cornelia von Schelling haben von 2017 bis 2019 – die letzten Photos des Buchs entstanden im Mai 2019 – zahlreiche Interviews mit den sechs ehemaligen FARC-Kämpferinnen geführt und deren erschütternde Lebensgeschichten dokumentiert. In dem Bildband werden ihr früheres und ihr derzeitiges Leben jeweils detailliert beschrieben und in teilweise aufwühlenden Farbaufnahmen dargestellt - als Beispiele für den Weg von über 3000 Rebellinnen, die trotz größter Widerstände alles tun, um sich in die kolumbianische Gesellschaft zu integrieren.  (vZ)

 

Karl Lagerfeld
Choupette by Karl Lagerfeld

Steidl Verlag
1. Auflage, November 2019
112 Seiten, 53 Abbildungen
Fester Einband / Leineneinband
15.2 x 23.5 cm
Englisch
ISBN 978-3-86930-897-5,
24,- Euro

Choupette ist ein Star mit eigenem Instagram Account. Sie ist die berühmteste Katze der Welt – und die verwöhnteste: Sie hat eigene Angestellte, wird manikürt und bekommt ihr Futter nur auf Tellern der Nobelmarken Goyard und Vuitton serviert. Und auch nach dem Tod ihres »Daddys« wird sie ihren luxuriösen Lebensstil weiter pflegen können.


Choupette by Karl Lagerfeld umfasst eine von Karl Lagerfeld noch selbst getroffene Auswahl von iPhone-Fotos, die der Modeschöpfer täglich von seiner geliebten Katze und Muse machte. Choupette genießt ihr Luxusleben in vollen Zügen – und das zeigt sie auch: Wir sehen sie auf einem Bücherstapel sitzend, zusammengerollt im Spülbecken des Badezimmers, und natürlich vor dem Spiegel. Dieses Buch ist ein liebevoller und verspielter Blick in die prachtvolle Welt von Choupette.

 

Dokumentierte Landschaft
Die Fotoarchive von Carl Schröter und des Geobotanischen Instituts Rübel

Ruedi Weidmann. Herausgegeben von Michael Gasser und Nicole Graf
Text in Deutsch und Englisch
Gebunden, 196 Seiten, 107 farbige und 14 sw Abbildungen
Scheidegger & Spiess, 2019
ISBN 978-3-85881-637-5
58,- Euro

Dokumentierte Landschaft ist der siebte Band der Buchreihe Bilderwelten. Er präsentiert die schönsten Aufnahmen aus den Bildbeständen des Geobotanischen Instituts Rübel und aus dem Nachlass von Carl Schröter im Bildarchiv der ETH-Bibliothek in Zürich. Das von Eduard Rübel (1876–1960) 1918 in Zürich gegründete und später der ETH gestiftete Institut erforschte pionierhaft die botanische Artenvielfalt. Rübels Lehrer, der Botaniker und ETH-Professor Carl Schröter (1855–1939), war ein Pionier des Arten- und Landschaftsschutzes.
Rübel und Schröter setzten die Photographie zur wissenschaftlichen Dokumentation wie auch zur Verbreitung ihrer Forschung und zur Popularisierung des Umweltschutzes ein. Die Bilder zeugen von einer untergegangenen Welt und haben dennoch einen überaus starken Aktualitätsbezug. Sie entführen in eine entrückt wirkende und zugleich höchst reale, da naturwissenschaftlich exakt dokumentierte Landschaft, begleitet von einem ausführlicher Einführungsessay.

 

MALLORCA -
MAR i MUNTANYA

Herausgeber: Antonia & Alexander Feig, Jürgen Frischmann
Format: 24,0 x 30,0 cm
Umfang: 264 Seiten, Hardcover
Leineneinband mit Siebdruck
Erscheinung: 2018
ISBN: 978-3-943242-90-4
98,- Euro

Türkisblau wie das Meer und weiß wie die Meeresgischt: Der Bildband MALLORCA – MAR i MUNTANYA von Antonia und Alexander Feig bringt mediterranes Lebensgefühl ins Zuhause.

Das Fotografenehepaar hat bei seinen Reisen zu der beliebten Baleareninsel Einheimische besucht, die für das selbstbewusste Mallorca stehen: Maria Solivellas ist eine Pionierin des „Null Kilometer Konzepts“ der Neu-Mallorquinischen Küche. Sie verarbeitet in ihrem Restaurant CA NA TONETA nur Lebensmittel, die auf der Insel und vor Mallorcas Küste erhältlich sind. Albert Pinya, Künstler aus der Inselhauptstadt Palma, bespricht in seinen Werken die politische und kulturelle Entwicklung Mallorcas. Der Weinrebell Tomeo Llabres hat in seinem Heimatort Binissalem ein eigenes Weingut neu gegründet. Unter dem Label CAN VERDURA baut er autochthone Rebsorten an. Mit seinen Weinen bringt er die Essenz der Landschaft in die Flasche. Die Olivenöle von SOLIVELLAS zählen zu den Besten, die im Mittelmeerraum erzeugt werden. Fast alle Spitzenköche Mallorcas verwenden das flüssige Gold von Pep Solivellas in ihren Küchen.

Alle Begegnungen und Gespräche mit den Protagonisten prägen den Blick der beiden Food- und Reisefotografen. Das Ergebnis zeigen sie in MALLORCA - MAR i MUNTANYA. Der Bildband zeigt auf 264 Seiten puristische Foodstills, episch anmutende Landschaftsaufnahmen in subtilen Farben, zeitgemäße Streetfotografie und auch charaktervolle Personenporträts. Der Untertitel „Bilder | Gedanken | Rezepte“ verweist auf informative Textpassagen zu Esskultur und Lebensart sowie Rezepte zum Nachkochen von inseltypischen Gerichten. Reduzierte Wort-Bild-Spiele laden zum Weiterdenken ein. Für die internationale Leserschaft gibt es ein Kapitel mit englischer Übersetzung.

 

Florian Schwarz
A Handful of Dust

Herausgeber: Christoph Bauer, Kunstmuseum Singen
Texte Helena Vayhinger, Boris von Brauchitsch, Martin Dominik, Arnold Stadler
in Deutsch, Englisch
Festeinband
ISBN 978-3-7356-0591-7
48,- Euro

»Ich sah nun gerade hier […]: dass zuallererst der Himmel die Frage nach dem Menschen war. Ja, der Mensch ist ein Weltraum nach innen.« Arnold Stadler über Florian Schwarz. Das Wissen um das Universum wächst, doch das Mensch-Sein wird immer fragwürdiger. Dieses Paradox ist das Leitmotiv von „A Handful of Dust“, einer photographischen Recherche von Florian Schwarz. Vier Jahre lang reiste er zu Observatorien an den entlegensten Orten der Erde.

Einfühlsam verbindet er den Fernblick in die Weiten des Alls mit der Nahsicht auf die Menschen, die im Umfeld jener Institute leben. Er spannt den Bogen von den staubig kargen Enden dieser Welt bis ins Zentrum des Universums, wo auch unsere Mitte liegt – da wir, wie neuste Forschungen zeigen, selbst zu 97% aus Sternenstaub bestehen.

 

Janina Wick
Schöneweide


Text: Jens Asthoff / Gestaltung: Anna Bertermann, Hamburg. Ausstellung 10
Festeinband, 88 Seiten, 40 farbige und 1 s/w Abbildungen Deutsch, Englisch.
ISBN 978-3-7356-0619-8
32,- Euro

ABHÄNGEN AN DER SPREE
Zwischen verlassenen Backsteingebäuden und Brachflächen treffen sich junge Menschen in Berlin-Schöneweide – ungestört von Erwachsenen. Die Fotografin Janina Wick zeigt mit „Schöneweide“, wie viel dieser Ort den Teenies bedeutet.
Im Frühling 2014 fährt Fotografin Janina Wick (*1976) mit ihrem Fahrrad von Berlin-Kreuzberg in die Wuhlheide. Hinterm Treptower Park entdeckt sie eine ihr bislang unbekannte Gegend: Schöneweide. Der einstige Industriestandort ist von Arbeitslosigkeit und Armut geprägt. Überall verfallene Industriebauten und verwilderte Brachflächen – aber auch junge Menschen. Viel von ihnen stammen aus sozial schwachen Familien. Die verlassenen Areale in Schöneweide sind Rückzugs- und Zufluchtsort. Es herrscht ein starker Zusammenhalt: Bei Schwierigkeiten und Problemen mit Eltern oder der Schule sind die Jugendlichen füreinander da. Fast alle lebten schon immer in Schöneweide. Jeder kennt jeden. Wick beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit fotografisch mit der Frage, wie sich Jugendliche im städtischen Raum bewegen, welche Orte sie wählen, um sich zu treffen und wie sie diese einnehmen. Über drei Jahre baut die Fotografin Kontakt zu den Jugendlichen auf und besucht sie immer wieder mit der Kamera. Gemeinsam erkunden sie die leerstehenden Flächen. Vertrauen entsteht. Wick fotografiert die jungen Menschen, gibt keine Anweisungen, wartet ab. Ihre Bilder zeigen kein Grinsen, kein Duckface, keine Posen –stattdessen wirken die Teenies echt, in sich gekehrt, nachdenklich und verletzlich. »Ich suche nach einem Moment, in dem sie ganz bei sich sind und mir als Fotografin mit Offenheit begegnen. Die Spannung, die in einem solchen Moment entstehen kann, ist dann auch im Bild spürbar«, sagt Wick. Seit 2017 verändert sich Schöneweide: Immer mehr Leerflächen verschwinden, Neubauten entstehen, Menschen ziehen hinzu. Die Brachfläche wird abgesperrt, Gebäude abgerissen, Neubauten entstehen. Die Jugendlichen suchen sich andere Orte –vor Einkaufszentren oder S-Bahn-Stationen. Die im nun erscheinenden Bildband »Schöneweide« versammelten Portraits sind einerseits vielschichtige Metaphern für die Phase vom Kindsein zur erwachsenen, sozial selbstständigen Individualität, andererseits sind sie einfühlsame Sozialporträts, die auch die geografische Veränderung eines vormals »vergessenen Ortes« fotografisch dokumentieren.

 

Udo Hesse
Tagesvisum Ost-Berlin


23 × 29 cm, 104 Seiten, 84 Duplex Abbildungen, Deutsch / Englisch
Texte: Adolf Endler, Udo Hesse, Andreas Krase
Hardcover geprägt
November 2019
ISBN 978-3-96070-042-5
29,- Euro

„Anfang der achtziger Jahre ging der in West- Berlin lebende Fotograf Udo Hesse mit seiner Kamera durch Ost-Berlin wie durch ein Land, das ihn an manchen Stellen an Vertrautes erinnerte und gleichzeitig immer wieder befremdete … Der Nachkrieg dauerte lange in beiden Teilen der Stadt und im Ostteil wesentlich länger… . Entstanden ist ein fotografisches Dokument, das lakonisch, still und doch eindrücklich von einer vergangenen Zeit in einem vergangenen Land erzählt“ (aus dem Vorwort von Andreas Krase). Im Anhang erzählt Udo Hesse auch von seiner Begegnung mit der Volkspolizei und Stasi. Einen kleinen Teil seiner damals beschlagnahmten Negative fand er in Form von Fotoabzügen 2007 in seiner Stasi- Akte wieder. Mehr als dreißig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer kann man Hesses Fotografien heute noch einmal neu und anders sehen. Das innere Auge des Betrachters vergleicht die Bilder der Vergangenheit unwillkürlich mit der Gegenwart der neuen Mitte Berlins.

 

Nelly Rau-Häring
Ost/West Berlin

Gestaltung von Julia Wagner, grafikanstalt, Hrsg. Nadine Barth, Text(e) von Katharina Mouratidi, Nadine Barth, Nelly Rau-Häring
Deutsch, Englisch
Gebunden, 2019. 192 Seiten, 150 Abb.
Hatje Cantz, 2019
ISBN 978-3-7757-4686-1 / 38,00 Euro

Über 40 Jahre zog die Schweizerin Nelly Rau-Häring mit ihrer Kamera durch die Straßen Berlins. Dabei folgte sie ihren zwei großen Leidenschaften: ihrer Begeisterung für Fotografie und ihrer Neugierde auf die Bewohner Berlins. Zusammen mit ihrem virtuosen Blick für das ausdrucksstarke Detail macht das aus ihr eine Chronistin der besonderen Art. Das Historische wird von ihr stets durch die kleinen Augenblicke des Alltags, die Atmosphäre der Straßen und das energetische Treiben der Menschen erzählt. Hierfür war sie sowohl in West- als auch in Ostberlin unterwegs, um in Gesichtern, Schaufensterfassaden und Gebäudepanoramen das zeitgenössische Leben auf Film zu bannen. Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls erscheint der kompakte Bildband, der einen umfassenden Einblick in diesen fotografischen Kosmos gewährt, dessen Bilder sowohl Ausdruck persönlicher Hingebung als auch historischer Bedeutung sind.
(AUSSTELLUNG: f3 Freiraum für Fotografie Berlin, 7.11.2019–19.1.2020)

 

Robert Zahornicky
POLAROID POEMS

Herausgeber: Uwe Schögl
Autorinnen und Autoren: Elisabeth Voggeneder,
Uwe Schögl
Design: Christoph Fuchs
2019, Hardcover, geprägter Leineneinband, 22 x 16 cm,
160 Seiten, ca. 80 farbige Abbildungen
Fotohof edition, Bd. 285
ISBN 978-3-902993-85-4 / 29,00 Euro

Robert Zahornicky greift das Fotogramm in Kenntnis seiner Geschichte auf und führt es in der Konzeption eines neuen experimentellen Verfahrens der Sofortbildfotografie zu neuen künstlerischen Ausdrucksmitteln. „Sofortbild Fotogramme“ nennt sich seine vierteilige Werkserie, entstanden in den Jahren 1988, 1996, 2008 und aktuell 2019. Zahlreiche Bildtitel tragen die botanisch korrekten Bezeichnungen der abgebildeten Flora in lateinischer Sprache. Ausgangspunkt sind jeweils Blüten, Blütenblätter, Wiesenblumen und Gräser, die einzeln oder im Arrangement für eine kurze Belichtungsdauer auf den Sofortbildfilm gelegt werden. Die motivische Anordnung der Blütenteile erfolgt komplett in finsterer Umgebung. Zahornicky agiert beim Arrangieren der Objekte wie ein blinder Akteur, der die Gegenstände nur haptisch erspürt, und die Aleatorik bewusst im Gestaltungsprozess zulässt. Die kurzzeitige Lichtquelle „malt“ das Motiv, das anschließend im mehrminütigen Entwicklungsprozess allmählich das farbige Bild freigibt.

 

Philippe Dudouit
The Dynamics Of Dust


Texte: Philippe Dudouit, Emilio E. Manfredi
Broschiert, 210 Seiten, 100 Farbabbildungen
Lars MüllerPublishers, 2019
ISBN Nummer: 978-3-906803-92-0
58,- Euro

Das photographische Langzeitprojekt The Dynamics of Dust gründet in der Auseinandersetzung des Schweizer Photographen Philippe Dudouit mit der Sahel-Sahara-Region, dem südlichen Rand der Sahara. Dudouit zeichnet in seinen Arbeiten die neu entstehenden sozio-politischen und wirtschaftlichen Banden der einst nomadischen Bevölkerung dieses transnationalen Gebiets nach. Das frühere Touristenparadies ächzt. Der Aufstieg des islamistischen Terrorismus in der Region wird dafür verantwortlich gemacht, genauer betrachtet unterliegt dem aber ein gefährlicher Cocktail aus wirtschaftlicher Unterentwicklung, Armut und Staatsversagen. In das Vakuum nistete sich eine komplexe Struktur militarisierter Islamisten, Menschenhändler, Drogen- und Waffenschmuggler ein. An der fragilen Infrastruktur nagt zudem die Korruption, befeuert durch die Interessen grosser Konzerne an Öl, Gold und Uran. Hier wächst eine verlorene Generation junger Menschen heran, der oftmals nichts anderes übrig bleibt, als zu flüchten – ins Ausland oder in die Kriminalität. Dudouits photographsche Sensibilität spiegelt sich in einer bewusst gewählten Hybridität analoger und digitaler Aufnahmeverfahren – tableauhafte Grossformatphotographie wechselt sich mit flüchtigeren digitalen Aufnahmen ab, die sich teilweise auch nur aus an den Fahrzeugen befestigten Prosumer-Kameras speisen. Begleitet werden die Aufnahmen von GPS-basierten Karten und Erfahrungsberichten Dudouits.

 

Stefan Moses
Hans Magnus Enzensberger: Photographien 1963-2005

Herausgeber: Ulrich Pohlmann
Texte: Michael Krüger, Ulrich Enzensberger und Hans Magnus Enzensberger
Gebunden, 104 Seiten, 48 Abbildungen in Duotone und Farbe
Schirmer/ Mosl, 2019

Photographien der Familie zum 90. Geburtstag des großen Dichters am 11. November 2019 von Stefan Moses. Begleitbuch zur Ausstellung im Münchner Stadtmuseum.

 

 

 

 

 

 

JOYCE ROHRMOSER
RENT A FOREIGNER


Text: Karl-Markus Gauß in Deutsch u. Englisch
Hardcover, 116 Seiten, 30 SW-Abbildungen, 81 Farbabbildungen
Fotohof edition, Bd./vol. 286
ISBN: 978-3-902993-86-1
29,- Euro

Seit einigen Jahren steht China nicht nur für die massenhafte Herstellung und den Export von billigen Industrieprodukten, sondern auch für den Import von europäischer Luxusware. Die Zielgruppe ist die immer größer werdende mittlere Klasse. Der Begriff „rent-a-laowai“ („laowai“ heißt „Ausländer” auf Chinesisch) bezieht sich auf chinesische Firmen, die Ausländer für ihre Veranstaltungen engagieren. Joyce Rohrmoser wurde als „laowai“ von jener chinesischen Firma engagiert, die das italienische Pelzunternehmen ihrer Familie gekauft hatte und nahm in den Jahren 2015 und 2016 an diversen Eröffnungen von neuen Outlet Centern für Luxuswaren „made in Italy” in ganz China teil. Inspiriert von der Designerin Donatella Versace, zog sie ihre high heels und glamouröses Gewand an, um die Rolle von Rent a Foreigner zu spielen. In der Rolle der Tochter des ehemaligen Pelzunternehmens ihres Vaters nahm sie an Geschäftseröffnungen und Pressekonferenzen für das lokale Fernsehen oder Presseagenturen teil oder erklärte den Geschäftsdirektoren und Verkäuferinnen wie man in Italien Luxus und Statussymbole definiert und erkennt.

 

Color Mania
Materialität Farbe in Fotografie und Film


Herausgeber: Barbara Flückiger, Eva Hielscher, Nadine Wietlisbach 
Broschur, 240 Seiten, 122 Abbildungen
Lars Müller Publishers, 2019
ISBN: 978-3-03778-606-2
28,- Euro

Seit den Anfängen der Kinematografie ist der Film ein farbiges Medium und eine bunte Kunstform. Im Laufe der Filmgeschichte wurden mehr als 230 Farbfilmverfahren entwickelt, nicht wenige in enger Verflechtung mit der Photographie. So institutionalisierten beide Medien zahlreiche Techniken wie die Hand- und Schablonenkolorierung sowie verschiedene Druck- und Rasterverfahren. Neben dieser grundlegenden Verbindung der technischen Farbsysteme sind zwischen Film und Fotografie intermediale Austauschprozesse von Farbattribution und -Ästhetik zu beobachten. Color Mania belichtet neben Aspekten des Materials Farbe in Fotografie und Film auch die Beziehung historischer Filmfarben zur heutigen Photographie. Arbeiten von zeitgenössischen PhotographInnen und Kunstschaffenden, die sich mit technischen und kulturtheoretischen Aspekten des Materials Farbe beschäftigen, vergegenwärtigen die Bezüge. Ästhetische und technische Parallelen stehen im Fokus von thematischen Clustern, zu denen Mode und Identit.t, Abstraktion und Experiment, Politik, Exotik und Reise gehören. Die Publikation enthält eine allgemeine Einführung zu Farbe in Film und Photographie (Technik, Materialität, Ästhetik) sowie eine Reihe kurzer Essays, die spezifische Aspekte näher betrachten. Ein umfangreicher Abbildungsteil illustriert die Texte und Farbsysteme und führt die ästhetische Erfahrung der verschiedenen Verfahren und Exponate aus der Ausstellung in Buchform weiter.

 

Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design
Herausgeber: Claudia Banz, Cornelia Lund, Beatrace Angut Oola
Texte: Claudia Banz, Tamar Clarke-Brown & Isaac Kariuki, D. Denenge Duyst-Akpem, Nadine Hounkpatin, Jaqee, Cornelia Lund, Mwangi Hutter, Simon Njami, Mazzi Odu, Beatrace Angut Oola, Noliwe Rooks, Moses Serubiri, Cheikha Sigil, Jacqueline Shaw, Ken Aicha Sy u.a. in Deutsch u. Englisch
Broschur, 128 Seiten, 37 farbige und 3 s/w Abbildungen
Kerber, 2019
ISBN: 978-3-7356-0615-0
32,- Euro

Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design erscheint zur gleichnamigen Ausstellung im Kunstgewerbemuseum Berlin. Der Magalog nimmt die dort gezeigten Positionen aus den beiden Projekthubs in Dakar und Kampala auf und erweitert sie durch diskursive und visuelle Beiträge wie Essays, Interviews, Fotostrecken und Illustrationen. Eine Vielzahl afrikanischer Modedesignerinnen und Modedesigner definiert in den letzten Jahren die afrikanische Mode neu. Dabei entstehen auf dem ganzen Kontinent innovative Design-Hubs. Dabei geht es den Künstler*innen nicht allein um ästhetische Aspekte, sondern vielmehr um ein kulturelles und politisches Engagement mit einem dezidiert dekolonialen Selbstverständnis. Das Berliner Kunstgewerbemuseum hat nun im Rahmen des Forschungs- und Ausstellungsprojekts «Connecting Afro Futures» Akteur*innen aus Uganda, Benin und dem Senegal eingeladen, neue Arbeiten zu den Themen Design, Mode und Haar zu entwerfen. Die Ergebnisse dieses dynamischen, interkontinentalen Austausches sind ab August 2019 in der Ausstellung «Connecting Afro Futures. Fashion – Hair – Design» in Berlin zu sehen. Wie die Mode war auch das Haar und damit der «afrikanische Körper» eine zentraler Schauplatz kolonialer Machtausübung. Das Haar wurde diszipliniert, reglementiert und westlichen Schönheitsidealen unterworfen. Heute werden traditionelle afrikanische Frisuren, die durch den Kolonialismus teilweise in Vergessenheit gerieten, verbreitet und wieder zugänglich gemacht. Gleichzeitig werden sie selbstbewusst in Formen des Spiels mit dem Haar als Modus des kreativen Ausdrucks von Identitätsbildung eingesetzt, wobei auch das Haar als künstlerisches Material zunehmend in den Fokus rückt. Der Kick-Off des Projekts fand im November 2018 mit einem einwöchigen Workshop in Berlin statt. Nach zwei Projektstationen in Dakar und Kampala kehrt »Connecting Afro Futures. Fashion x Hair x Design«nun zurück ins Kunstgewerbemuseum Berlin.

 

Die neue Fotografie – Umbruch und Aufbruch / 1970 -1990
Neupositionierung der Fotografie: Jahrzehnte des Umbruchs eines Mediums


Joachim Sieber. Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich.
1. Auflage, 2019
Broschiert
80 Seiten, 76 farbige und 4 sw Abbildungen
17 x 23.5 cm
ISBN 978-3-85881-655-9
10,- Euro

Die späten 1970er- und die 1980er-Jahre stellen in der Fotografiegeschichte eine Zeit des Umbruchs dar: Der fototheoretische Diskurs zog die «Wahrheit des Augenblicks» in Zweifel. Das fotografische Selbstverständnis manifestierte sich in der Heterogenität ihrer Sparten – wie etwa der «dokumentarischen» oder der «künstlerischen» Fotografie.
Neu gegründete Verlage, wie zum Beispiel Scalo sorgten dafür, dass die zeitgenössische Schweizer Fotografie internationale Anerkennung fand. Im Mittelpunkt des Buchs stehen, neben internationalen Beispielen, die Fotografieszenen von Zürich und Luzern: Zürich, Stadt der Fotoklasse und Erscheinungsort der Kulturzeitschrift Du, und Luzern mit der Fotozeitschrift Camera.
 
Joachim Sieber, geboren 1985, ist seit 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kunsthaus Zürich tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Provenienzforschung, digitale Kunstgeschichte, Fotografiegeschichte, Sozialgeschichte der Kunst sowie Foto-, Kunst und Kulturzeitschriften des 20. Jahrhunderts.