Preis: Dr. Erich Salomon-PreisJahr: 1994Preisträger*in: Mary Ellen Mark

Mary Ellen Mark war seit den 60er Jahren eine Fürsprecherin für Menschen im Abseits. Ohne Pathos aber mit großer Einfühlsamkeit, ohne Partei zu ergreifen aber mit deutlichem Hinweis auf die Defizite industrieller Gesellschaften zeigt sie das Leben der Verlierer und Abgehängten. Ob Straßenkinder in Seattle, geistig Behinderte in Oregon oder Prostituierte in Mumbai, sie ging den Problemen dieser Welt nicht aus dem Wege sondern entwickelte eine eigene Bildsprache, das Leben und die Schwierigkeiten dieser Menschen zu zeigen und die besondere Lebenslage zu dokumentieren. Sie ging dahin, wo andere nicht hingehen oder hinsehen wollten, sie stellte sich den Problemen und der besonderen Situation sozialer Randgruppen, nüchtern und ohne Voyeurismus. Dabei werden aber die Vertrautheit und die gegenseitige Annäherung spürbar und ein hohes Maß an Menschlichkeit ist den Bilder zu entnehmen.
Mary Ellen Mark portraitierte aber auch viele Politiker und Prominente, publiziert wurden ihre Aufnahmen in Magazinen wie "Life", "Time", "Vogue", "Rolling Stone" und "Vanity Fair" und in einer Reihe eigener Bücher. Von 1977 bis 1981 war sie Mitglied bei Magnum.