Raum - Der fotografische Sprachraum als Expression

Zweiraum - Uwe Nölke

Photograph (Mitgliederverzeichnis): 

Eröffnungsdatum: 

Samstag, 7. September 2019 - 18:00

Redner: 

Axel Wendelberger

Laufzeit: 

Samstag, 7. September 2019 bis Dienstag, 24. September 2019

Beschreibung: 

Raum
Der fotografische Sprachraum als Expression




In dem Zeitraum von Juni 2017 bis Juli 2018 hat Uwe Nölke ein Fotografie-Projekt zum Thema „Raum“ auf Instagram betrieben.

Nölke gehört zu dem Kreis an Fotografen, die seit einiger Zeit beginnen, sich die Fotoplattform nutzbar zu machen und gleichzeitig mit den dort vorhandenen Limitierungen zu arbeiten. Der Grundidee von Instagram folgend sind die Aufnahmen allesamt mit dem Smartphone entstanden, in diesem Fall ein iPhone, und Nölke hat die Bilder auf dem iPad bearbeitet. Die äußere Struktur für die Serie bilden also die technischen Möglichkeiten der Geräte, die zur Verfügung stehenden Bearbeitungsmöglichkeiten und die Präsentationsmöglichkeiten in der App. Ihnen folgend steht bei einer Serie nicht nur das Foto, sondern auch das Kuratieren des Gesamtprojektes im Mittelpunkt.

An äußeren Limitierungen hat Uwe Nölke das Thema „Raum“ gewählt, das sich in unterschiedlichsten Manifestationen in der Serie niederschlägt. Das beginnt mit dem Digitalraum in dem er arbeitet und auch präsentiert und setzt sich im Zeitraum von einem Jahr fort. Während die meisten Instagramprofile fortschreibende Erzählungen bilden, hat Nölke Anfang und Ende benannt und damit zukünftige Fotos zur Serie ausgeschlossen. Neben dem Zeitraum bildet die Präsentationsmöglichkeit eine Art Galerieraum aus. Der Bildraum ist qua Instagram auf das Quadrat festgelegt und die Anordnung im Profil in Dreiergruppen legt die Zerlegung in Themenräume aus je drei Aufnahmen nahe. Die Fotografien selbst wiederum zeigen keine Porträts sondern folgen dem Gesamtkonzept indem sie Architekturräume abbilden. Mit kleinen Auflagen von 20 Exemplaren je Motiv in der Größe von 30 x 30 cm stehen die Arbeiten nun auch im realen Raum zur Verfügung. Sie sind geprintet als Inkjet Fine Art Print, kaschiert mit Mattfolie auf 3 mm Aludibond und mit einem Rahmen aus weisser Erle mit 1 mm Schattenfuge gefasst.

Bisher haben sich Künstler und Kritiker vor allem mit dem Spannungsfeld von Narzissmus, Realität, Spontaneität, Fotografie und Kunst bei Instagram beschäftigt. Trotz aller technischen Möglichkeiten müssen die Fotografien aber noch immer mit Hashtags verschlagwortet werden. Der Zugang zum Sehen ist auch bei Instagram die Sprache. Just auf diese kaum beachtete Limitierung hat sich Nölke konzentriert, in dem er den Sprachraum zum Grundkonzept für seine Serie macht. Zwei Kriterien sind für seine Fotografien maßgebend: Die Motive mussten ihm zufällig begegnen, er ist ihnen nicht nachgereist, und das Motiv musste einen Sprachbezug zum Thema „Raum“ entwickeln. Dabei hat er durchaus nichtarchitektonische Begriffe wie „Hubraum“ mit architektonischen Räumen illustriert.

Innerhalb dieser Strukturen hat Nölke in den Fotografien unterschiedliche Strategien verfolgt, die bisweilen Paradoxien im Erleben und Fotografieren von Raum, aber auch im Umgang mit Instagram offenlegen.

Die angebliche Spontaneität und Geschwindigkeit des geposteten Fotos hat er zum Beispiel durch unterschiedliche und wiederkehrende zeitaufwendige Gestaltungen hinterfragt. Alle Bilder sind stets aus einer strengen Zentralperspektive aufgenommen worden.

Name der Galerie / Museum / Ausstellungslokation: 

Kategorie: 

Dokumentarphotographie

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