DGPh-Fachtagung "Quo vadis – Photographie in Medizin und Wissenschaft?"

Breit gefächertes, praxisorientiertes Vortragsprogramm begeisterte

Die Sektion Medizin- und Wissenschaftsphotographie der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) veranstaltete zum siebten Mal die Fachtagung „Quo vadis – Photographie in Medizin und Wissenschaft?“ Diese fand vom 12. bis 14. Oktober im Helios Klinikum in Wuppertal statt. Auftakt der Tagung war eine Ausstellungseröffnung in der Galerie im Turm der Christuskirche in Wuppertal-Elberfeld. Die Medizinphotographen Thomas Albrecht (DGPh), Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, und Sker Freist (DGPh), Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf, zeigtenBilder aus den Bereichen „Landscape“ und „People“.

Im vollbesetztem Saal des Helios Klinikum Wuppertal mit Photographen und Graphikern aus Medizin und Wissenschaft sowie eng mit der Photographie verbundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Forschung, Klinik und Praxis spannte der Kunsthistoriker Dr. Christoph Schaden (DGPh)in seinem Festvortrag anhand zahlreicher Bildbeispiele einen Bogen von der Medizin zur Kunst. Dr. Louis Peters, Rechtsanwalt aus Köln, erntete viel Beifall für seinen Beitrag zum Thema „Juristische Anmerkungen zur Berufsausübung der Medizinphotographen“. Steffen Köhler, Photograph des Instituts für Zellbiologie und Parasitologie der Heinrich-Heine- Universität Düsseldorf, gab einen umfassenden Einblick in sein Spezialgebiet der Würmer, Krabbeltiere und Parasiten. Hier wurde beispielhaft der Wandel von der analogen zur digitalen Photographie dargelegt.

Danach hatten die aus Österreich, der Schweiz und ganz Deutschland angereisten etwa 80 Tagungsteilnehmer die Möglichkeit zu sehen, wie heute mittels PC und 3D-Animation Gesichtsrekonstruktionen und Fahndungsfotos angefertigt werden. Der beim FBI ausgebildete Kurt Kindermann(Kriminalhauptkommissar a.D.) demonstrierte eindrucksvoll, dass die Kriminalpolizei heute mit den modernsten technischen Mitteln zur Fahndungshilfe ausgerüstet ist.
Prof. Hans Brümmer (DGPh)gab den Teilnehmern mit nach Hause, dass das digitale Bild eben nicht bis in alle Ewigkeit speicherbar ist, sondern dass auch hier bei den Speichermedien größte Vorsorge getroffen werden muss. Stichwort Migration. Alle Referenten horchten auf, als Dr. Stephan Müller- Haberstockzeigte, wie Bilder und Schriften effektiv auf Powerpointfolien untergebracht werden sollten und Dr. Michael Gutmann von der factum GmbHden Einsatz von sinnvollen „Eyecatchern“ im Gegensatz zu „Bleiwüsten“ bei wissenschaftlichen Postern demonstrierte. Über den Sinn von HDR-Photographie in Medizin und Wissenschaft referierte Jaqueline Esenaus München, während Alfred Scheffer von der Nikon GmbHdie allgemeinen Trends im zukünftigen Kamerabau und ihrer Bildspeichertechnik vorführte. Lutz Schindlervon der Schweizer Imagicstellte die Anforderungen an die digitale Photodokumentation in klinischen Informationssystemen vor. Herr Greitzki von der Firma Pontialisdemonstrierte den ultimativen digitalen Workflow und ließ vor Ort auf einem großen HP-Plotter unterschiedlichste Großdrucke herstellen, die Interessenten sofort mitnehmen konnten.
Nach diesem eher von der Technik beherrschten Teil der Tagung schlug die Stunde des Marketing und des medizinischen Bildes auf Titeln und Websites sowie in Fachzeitschriften und Büchern. Christian Schmuck,Marketingspezialist aus der HELIOS Konzernzentrale in Berlin, zeigte die Trends zum Corporate Design anhand der beispielhaften Gestaltung seines Hauses. Dr. Livia Cotta fächerte schließlich die Palette aller Fachtitel des Thieme Verlags auf.
Am Sonntagvormittag gab der Druckvorstufenspezialist Simon Krolikowskieine zusätzliche Kurzeinführung in die aktuelle Version des Programms Photoshop CS3.

Alle Teilnehmer hatten zum Abschluss umfassend Gelegenheit, mit Sker Freistdie Entwicklung der zentralen Photoabteilungen am Beispiel des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf(UKE)zu diskutieren. Dabei wurde schnell klar, dass es keine Universallösung für alle Universitätskliniken gibt. Mit ihren unterschiedlichen, vor allem örtlichen Strukturen sind immer individuelle Lösungen gefragt. Es zeigte sich, dass nur schlüssige Konzepte eine positive Entwicklung ermöglichen.

Die Industrieausstellung der Firmen: Kaiser Fototechnik, Pontialis/HP, Hensel Studiotechnik und Imagic, doc-stock sowie die Tagungsmappe von medical-picture mit Beilagen von Fotoforum, Photopresse, Digit, CeWe Color, Laserline und Wehmeyer rundeten die Veranstaltung ebenso ab, wie ein Nikon Kamera-Check. Alle Teilnehmer erhielten zudem ein Gruppenphoto.

Die unter den Teilnehmern durchgeführte Umfrage ergab eine sehr positive Resonanz auf die Zusammenstellung der Vorträge, den Tagungsort und die Organisation durch den Sektionsvorstand.

Wilfred H.G. Neuse