Mitgliederportfolio Claus Stolz

Claus Stolz (*1963) entwickelt seit mittlerweile zwei Jahrzehnten eine radikale Form der Fotografie: Es ist eine ›Fotografie‹, besser ›Heliografie‹, im ursprünglichen Wortsinn - Stolz richtet riesige Linsen direkt in die Sonne aus und belichtet so Filmmaterial mittels Licht- und Wärmeenergie, von wenigen Sekunden über mehrere Stunden lang. Er zerstört dabei das Material dosiert, erschafft dabei Unikate und befreit die Fotografie vom zweidimensionalen Bildraum und der ihr immanenten Abbildhaftigkeit: Ein wissenschafts-ästhetisches Eindringen in die Formen- und Farbenvielfalt der Emulsionsschichten. Man kann - Stolz macht manchmal Filmaufnahmen während der Langzeitbelichtungen - zum Beispiel dendritenartigen Strukturen während des Schmelzens bzw. der darauf folgenden Abkühlung des Materials beim Wachsen zusehen: Molekularkinetik wie aus der Kristallografie oder Geologie bekannt.

Stolz arbeitet jenseits der Grenzen von analog, digital, Low- oder High-Tech, die sich überlagernden Feinstrukturen analoger Sonnenaufnahmen werden beispielsweise mittels 3D-Digitalmikroskopie zu Dateien und zu Papier gebracht. »Es ist die Suche nach der Quintessenz von Überbelichtung und Dunkelkammer, Energie und Chemie, Zeit und Schönheit, Material und Experiment, Forschung und Zufall« (Claus Stolz)

Stolz ist Dozent an der Freien Kunstakademie Mannheim.

CV mit Publikationsliste auf www.clausstolz.de und in Kurzfassung auf Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Stolz

Eine der o.g. Filmsequenzen ist zu sehen unter: http://www.clausstolz.de/making-of

Sonne #271, 2017, Originalfilm 12,0x16,5 cm, Pigment Prints 90x125 cm und 45x60 cm
Sonne #270, 2017, Originalfilm 12,0x16,5 cm, Pigment Prints 90x125 cm und 45x60 cm
Sonne #272, 2017, Originalfilm 12,0x16,5 cm, Pigment Prints 90x125 cm und 45x60 cm
Sonne #260. 2016
Sonne #261. 2016
Sonne #262. 2016
Sonne #256. 2016
Sonne #255. 2016
Sonne #257. 2016
Sonne #258. 2016
Sonne #219A. 2015
Sonne #220C. 2015