Kapellenschule
Kapellenschule
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Eröffnungsdatum
Redner*in
Prof. Dr. Rolf Sachsse
Photograph*in
Thomas Kellner
Ausstellungsdatum
-
Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

Wir laden Sie herzlich ein zur Ausstellung

 

Thomas Kellner

Kapellenschulen

Auf den Spuren der nassauischen Grafen Wilhelm und Johann VI.

13. November 2022 – 10. Februar 2023

Vernissage: Sonntag 13. November 2022, um 12 Uhr Zur Eröffnung begrüßen der Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein Andreas Müller, der Bürgermeister der Universitätsstadt Siegen Steffen Mues.

Es spricht Prof. Dr. Rolf Sachsse, Bonn.

In 49 Bildern thematisiert der Künstler Thomas Kellner zwischen Kunst und Dokumentation schwankend einen Teil unserer regionalen Geschichte. Die Kapellenschulen bilden einen solitären Architekturtypus für das Siegerland und angrenzenden Regionen. Als einzelnstehende und in ihrer Umgebung auffällige Gebäude legen sie die Verbindung zwischen Kirche und Staat ausgehend vom Herrschaftsgebiet des Grafen Wilhelm von Nassau-Dillenburg (* 10. April 1487 in Dillenburg; †6. Oktober 1559 ebenda) offen.

Nachdem sich Kellner bereits in seiner Werkserie Genius Loci mit der Siegener Industriekultur in Form von industrieller Architektur gewidmet und sich mit den Fachwerkhäusern des Siegener Industriegebietes auf die Spuren von Bernd und Hilla Becher beschäftigt hat, ergänzen die Kapellenschulen seine künstlerische Verarbeitung der regionalen Architekturlandschaft. Umgesetzt wurden die Kapellenschulen im für Kellner typischen kubistisch-dekonstruierten Stil, der von Prof. Dr. Irina Chmyreva als ‚Visuell analytische Synthese‘, oder von Prof. Dr. Rolf Sachsse als ‚Moderner Manierismus ‘ bezeichnet wurde und das Motiv optisch in Bewegung versetzt.

Kapellenschulen sind Bauten, in denen sowohl Gottesdienst als auch schulischer Unterricht abgehalten wurde und die daher die enge Verbindung zwischen Kirche und Staat widerspiegeln. Initiator war Graf Wilhelm von Nassau-Dillenburg, der 1532 die Pfarrer anwies an Feiertagsnachmittagen die sieben- bis vierzehnjährigen Kinder an einem zentralen Ort zu unterrichten. Dieses Konzept wurde ausgeweitet, sodass letztendlich in nahezu jedem Dorf eine Kapellenschule errichtet wurde. Schule und Gottesdienstraum wurden folglich in einem Gebäude vereint, die Räume konnten darüber hinaus aber auch für weitere Zwecke genutzt werden. Damit war die Kapellenschule ein multifunktionales Gebäude, das bis zum ausgehenden 19. Jahrhundert und in Teilen sogar bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurde. Typisch ist ihr Aussehen, ein Fachwerkgebäude, häufig verschiefert und oftmals mit einem kleinen Türmchen für die Glocke versehen.

Unterstützt wurde das Projekt während der Recherche und Umsetzung durch Stipendien des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und Neustart Kultur der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst.