© Kunstsammlung Jena
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Ausstellungsdatum
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Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

„Welch eine wunderbare göttliche Erfindung, die Daguerre gemacht hat! Ich sage Ihnen, man könnte den Verstand verlieren, wenn man so ein von der Natur gewissermaßen selbst geschaffenes Bild sieht.“
(Der Berliner Kunsthändler Louis Sachs am 26. September 1839 in Paris)

Es war jener magische Moment einer internationalen Erfolgsgeschichte, als der bekannte Maler Louis Mandé Daguerres am 19. August 1839 in Paris offiziell seine Erfindung vorführen ließ. Zum ersten Mal wurden der staunenden Öffentlichkeit fotografische Bilder präsentiert. Das Geheimnis ihrer Entstehung, über das bereits seit einigen Monaten in ganz Europa rege Gerüchte kursierten, wurde nun endlich gelüftet. Nach ihrem Erfinder „Daguerreotypien“ benannt, gaben die kleinformatigen Aufnahmen auf versilberten Kupferplatten die Natur in einer beispiellosen Detailtreue wieder. Die ersten Fotografien offenbarten eine neue Wahrheit und erschienen dem verblüfften Publikum als kleine Wunder.
Plötzlich war es jedem möglich, mit der notwendigen Ausstattung selbst derartige Bilder anzufertigen. Detaillierte Beschreibungen des Verfahrens wurden parallel in viele Sprachen übersetzt und verbreiteten sich, tausendfach gedruckt, über Frankreichs Nachbarländer hinaus schnell in die ganze Welt. Der Siegeszug der Fotografie hatte begonnen – und mit ihm ein radikaler Wandel der gesamten Bildkultur.

Die Ausstellung in der Kunstsammlung Jena erzählt mit über 250 Exponaten aus einer bemerkenswerten Privatsammlung von der Frühzeit des neuen Mediums. Dabei rücken nicht nur zahlreiche Daguerreotypien ins Zentrum, die durch ihre silbrig glänzenden Oberflächen heute wie magische und geheimnisvolle Erscheinungen aus der Vergangenheit anmuten. Mit seltenen Objekten und historischen Dokumenten werden gleichermaßen die kultur- und kunsthistorischen Zusammenhänge der Erfindungsgeschichte thematisiert, in der sich technische und ästhetische Qualitäten auf einzigartige Weise verweben.