Larry Fink, GQ Party, August 1997, copyright Larry Fink, courtesy Galerie Bene Taschen
Larry Fink, GQ Party, August 1997, copyright Larry Fink, courtesy Galerie Bene Taschen
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Eröffnungsdatum
Photograph*in
Larry Fink
Datum
-
Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

Bereits seit 65 Jahren widmet sich Larry Fink (*1941) der Fotografie. Seine Arbeiten wurden u.a. in Einzelausstellungen im Museum of Modern Art und Whitney Museum in New York gezeigt. Die Galerie Bene Taschen freut sich, eine Retrospektive mit Werken aus Finks berühmten Fotoserien The Vanities, Social Graces, The Beats, Somewhere there‘s Music und Boxing Images zu präsentieren. Fink sammelt zunächst seine fotografischen Erfahrungen in New York und zieht später von Brooklyn nach Pennsylvania. In New York City besuchte er The New School for Social Research, die sein Interesse an soziologischen Sichtweisen anregte.

Für Fink steht der Mensch im Fokus. In seinen Fotobüchern visualisiert er soziale Gruppen, die er in thematischen Schwerpunkten ordnet. Als geladener Gast oder offizieller Fotograf zeigt Larry Fink in The Vanities Hollywood-Berühmtheiten auf Partys.

Er positioniert sich als stiller Beobachter außerhalb des Geschehens. In teils intimen Momenten dokumentiert Fink die sozialen Interaktionen der Gäste: einen Blick über die Schulter, ein Lächeln oder eine unsichere Geste. Die von diffusem Licht umgebenen Personen treten durch die akzentuierte Beleuchtung in den Vordergrund. Nicht der Status, sondern Details wie Kleidung und Attitüde werden hervorgehoben. Die Menschen werden nicht aus der Ferne und zu Ikonen stilisiert, sondern in banalen Situationen porträtiert. Abseits von Hollywood-Partys fotografiert Fink die soziale Elite auf Vernissagen, Galas und privaten Empfängen.

In Social Graces stehen diese Werke den Fotografien von der Familie Sabatine aus Pennsylvania gegenüber. Während eines Besuchs im provinziellen Martins Creek dokumentiert er die familiären Treffen. Attribute wie ein Kuchen zum achten Geburtstag oder ein Teller mit Spaghetti verraten den Anlass der Zusammenkunft und schaffen einen Einblick in eine durchschnittliche Familie – stark im Kontrast zu den elitären Veranstaltungen. Fink formt somit ein Gesellschaftsbild, das vorurteilslos unterschiedliche soziale Gruppen verbindet.

Als 17-Jähriger entscheidet sich Fink in einer Kommune von Literaten, Malern und Musikern zu wohnen. In seinen Fotografien The Beats lebt ihr Wunsch nach einer liberaleren Gesellschaft fort. Fink selbst beschreibt sich als Marxist, als „red-diaper baby“. Der Fotograf hält die Kreativen für die zweite Generation von Beats, einer literarischen Strömung Anfang der 50er in den USA. Zu dieser Zeit wohnte er neben seinem Lieblingsjazzclub. Seit frühester Kindheit wächst Fink mit Jazz auf. Die Musik vergleicht er mit dem Blutrhythmus seiner Seele. Er selbst spielt zunächst Piano und später Harmonika. Die Bilder aus der Reihe Somewhere there’s Music lesen sich wie ein Reisetagebuch und zeugen von den Begegnungen zwischen Fotografen und Musiker. Vor seiner Kamera stehen Jazz-Legenden wie John Coltrane oder Finks großes Idol Jimmy Rushing. Beide Fotoreihen erzeugen nicht nur eine absorbierende Ästhetik, sondern unter ihrer Oberfläche projizieren sich politische, soziale und wirtschaftliche Verhältnisse der Zeit.

Diesen Blick hinter die Kulissen schafft Fink auch in seinen Boxing Images. Seine Kamera erfasst die Disziplin, Nervosität und den Ehrgeiz, die die Boxer und ihre Entourage innerhalb und außerhalb des Boxrings bestimmen. Larry Fink verbindet in seiner Arbeit Fotografie, Soziologie und eine einzigartige Ästhetik. Szenen, ein starker Hell-Dunkel-Kontrast und ikonische Figuren — Larry Finks berühmte schwarz-weiß Fotografien erinnern an die alten Meister des Barocks; die Komposition seiner Werke an Caravaggios Chiaroscuro und Rembrandts gezielte Lichteffekte, übersetzt in das moderne Medium der Fotografie.