© Heiner Schmitz
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Photograph*in
Heiner Schmitz (DGPh)
Datum
-
Name der Galerie / Museum / Ausstellungsort
Beschreibung

In den letzten drei Jahren habe ich mich bei meinen Reisen nach Israel/Palästina vornehmlich in dem Gebiet des nördlichen Jordantals in der Westbank aufgehalten und habe mich auch mit der Lebenssituation der Beduinen unter Besatzungsbedingungen befasst. Diese Möglichkeit hatte ich nur durch meinen palästinensischen Freund Rashed, der eine kleine NGO leitet, die Beduinen bei Auseinandersetzungen mit dem israelischen Militär oder mit israelischen Siedlern hilft. Bei diesen Reisen sind diese 16 Familienportraits entstanden. Das Leben der Beduinen hat heute nur noch wenig mit der ursprünglichen Tradition zu tun, bei der ihnen die Sonne und die Sterne als Bewegungshilfen dienten. Die Beduinen haben sich umstellen müssen. Sie leben vornehmlich von ihren Tieren, aber das Umherziehen mit ihren Herden aus Schafen, Ziegen und Kühen ist nur noch sehr eingeschränkt möglich. Vereinzelt findet man bescheidenen Ackerbau. Isoliert betrachtet erwecken meine Aufnahmen vielleicht romantische Gefühle. Sie zeigen oft sehr einfache Lebenssituationen in einer scheinbar heilen Welt. Vor diesem Hintergrund sind mir die Geschichten zu den Fotografien, die mir von den Betrachter, die Fotografien mit anderen Augen zu sehen.
Seit fast 25 Jahren bereise ich mit meiner Kamera Israel und Palästina. In den letzten Jahren habe ich mich auf die Lebenssituation der Beduinen konzentriert. Viele sind bei der Staatsgründung Israels 1947/48 aus dem Negev in den Norden der Westbank geflohen, in der Hoffnung, ihr Beduinenleben fortsetzen zu können. Nach dem Krieg 1967 wurde die Westbank von Israel besetzt. Durch die Besatzung, aber auch durch den israelischen Siedlungsbau in den besetzen Gebieten, wurde ihr Lebensraum mehr und mehr eingeschränkt, sodass ein traditionelles Leben der Vergangenheit angehört.

 

Im Vorfeld der Eröffnung ist ein Video entstanden, das mich in einem Gespräch mit meinem Kollegen Uwe Dieter Bleil bei einem Rundgang durch die Ausstellung zeigt. Das Video ist bei Youtube unter “Besetzte Leben“ https://youtu.be/XZ2y18S4_L8 aufrufbar.